Schon drei Platzverweise: Ist Union zu aggressiv?

Berlin - In der 61. Minute wurde Sebastian Polter für den glücklosen Marcus Ingvartsen eingewechselt. Nur 151 Sekunden später war sein Arbeitstag schon wieder beendet. Schiedsrichter Robert Hartmann zückte nach einem Hinweis aus Köln die Rote Karte. Der Stürmer hatte Baumgartlinger in die Hacken getreten.

Robert Hartmann schickt Unions Sebastian Polter nach Videobeweis vom Platz.
Robert Hartmann schickt Unions Sebastian Polter nach Videobeweis vom Platz.  © Federico Gambarini/dpa

Wieder einmal flog ein Eiserner von Platz. "Das sind dumme Rote Karten, das musst du besser lösen", sagte Union-Coach Urs Fischer: "Ich glaube nicht, dass es Absicht war, sondern ein bisschen Übereifer. Aber damit schwächst du dich selbst. Und das darf in dieser Häufigkeit nicht passieren."

Für Union Berlin war es bereits der dritte Platzverweis in den letzten vier Spielen. Den Anfang machte Keven Schlotterbeck, der beim 1:1 in Augsburg die Rote Karte gesehen hatte.

Gegen Bremen wiederum war es Abwehr-Boss Neven Subotic. Der ehemalige BVB-Star flog nach einem harten Bodycheck gegen Bittencourt mit Gelb-Rot vom Platz. Nun folgte Aufstiegsheld Polter.

Für den Angreifer besonders bitter. Schließlich ist er in der Hierarchie hinter Sebastian Andersson und Anthony Ujah momentan nur Stürmer Nummer Drei. Nach seinem übermotivierten Einsteigen ist der 28-Jährige zum Zuschauen verdammt. Wie lange das sein wird, ist noch unklar.

Einfacher wird das Ziel Klassenerhalt aber definitiv nicht. "Keine Mannschaft kann es sich leisten, ständig in Unterzahl zu spielen", sagte Mittelfeldspieler Robert Andrich: "Ich weiß nicht, ob das dumm ist oder woran es liegt."

Die Eisernen haben zwar erst vier Gelbe Karten gesammelt, nach Köln (88) aber die meisten Fouls (79) begangen. Mit den drei Platzverweisen bedeutet das den Spitzenplatz in der Sünder-Tabelle. Ist der Aufsteiger zu aggressiv?

Union ist in der Liga klarer Außenseiter und spielt mit viel Herz. Eine gewisse Aggressivität gehört zu ihrem Spiel dazu. Am Freitag müssen die Köpenicker aber aufpassen sich nicht erneut selbst zu schwächen. Die Aufgabe Eintracht Frankfurt wird in Unterzahl nicht leichter.

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