"Es ist erst Halbzeit": Relegations-Vorteil plötzlich bei Union Berlin

Stuttgart/Berlin - So schnell kann es gehen! Nach dem 2:2 in Bochum lag Union noch am Boden, nun liegt der Vorteil bei den Eisernen. Dank einer starken Leistung kamen die Köpenicker im Relegations-Hinspiel beim VfB Stuttgart zu einem 2:2. Zweimal lagen sie hinten, zweimal kamen sie zurück.

Die Mannschaft feiert nach dem Schlusspfiff mit den Fans.
Die Mannschaft feiert nach dem Schlusspfiff mit den Fans.

Suleiman Abdullahi und Marvin Friedrich lassen die Fans von der Bundesliga hoffen. Ausgerechnet sollte man meinen:

Abdullahi hatte Stuttgarts Führungstreffer durch Christian Gentners erstem Saisontor nach nur 87 Sekunden ausgleichen können. Andersson verlängerte einen langen Ball auf den 22-Jährigen. Mit einem feinen Trick narrte er Stuttgarts Defensive und netzte ein. In Bochum hatte der Nigerianer noch in der 95. Minute den Matchball vergeben.

Marvin Friedrich wiederum fälschte Gomez Torschuss derart unglücklich ab, dass der Ball vorbei an Gikiwiecz ins Tor trudelte (51.). Die Stuttgarter waren nun drin im Spiel und dem dritten Treffer näher, als Union dem Ausgleich. Doch die Eisernen gaben nicht auf und kamen erneut zurück. Nach einer Ecke stieg der Verteidiger am höchsten und köpfte zum 2:2 ein.

"Wir haben alles reingeschmissen und ein sehr, sehr gutes Ergebnis. Die Chance ist definitiv da, wir haben ein Heimspiel, das Stadion wird beben", sagte Christopher Trimmel.

Knapp 4.000 Fans traten die Reise nach Stuttgart an.
Knapp 4.000 Fans traten die Reise nach Stuttgart an.  © DPA

Union begegnete dem Favoriten aus Stuttgart absolut auf Augenhöhe und wurde für seinen mutigen Auftritt belohnt. Allein Zieler musste mehrfach gegen den starken Andersson retten (21./78./93.).

"Es war wichtig für uns, zeitnah auszugleichen. Ich glaube, das hat der Mannschaft den Glauben für den Rest des Spiels gegeben", sagte Urs Fischer, der nach dem Schlusspfiff von einer tollen Leistung sprach. "Über 90 Minuten sich nur hinten reinzustellen, wäre nicht aufgegangen. Das hat die Mannschaft gut gemacht."

Der Vorteil liegt nun beim Zweitligisten, zumal die Köpenicker auf ihre Heimstärke bauen können. In dieser Saison haben sie an der Alten Försterei erst ein Spiel verloren. Durch die Auswärtstore reicht Union gar ein 0:0 oder 1:1 zum Aufstieg. "Es ist erst Halbzeit, es gibt zwei Spiele. Gewonnen ist noch nichts", mahnt Fischer.

Einziger Wermutstropfen. Die Berliner müssen beim Rückspiel am Montag (20.30 Uhr) gelbgesperrt auf Kapitän Christopher Trimmel und Felix Kroos verzichten. Trimmel sah seine 10. Gelbe Karte, Kross die fünfte. "Ich habe das Vertrauen, wir haben einen guten Kader", sagte der Rechtsverteidiger. "Das Stadion wird beben. Wir sind zuhause sehr, sehr stark. Das weiß auch Stuttgart."

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