"Der Druck ist da": Union bekommt Aufstiegsflatter

Berlin - Union Berlin kommt weiter nicht Schwung. Dank Sebastian Polter hat der 1. FC Union Berlin den nächsten heftigen Rückschlag im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga verhindert. Trotz des späten Ausgleichs des Stürmers (83. Minute) beim 2:2 (1:1) gegen den starken SSV Jahn Regensburg verpassten die Köpenicker aber den vorübergehenden Sprung auf Platz zwei.

Sebastian Polter jubelt nach seinem Ausgleichstreffer.
Sebastian Polter jubelt nach seinem Ausgleichstreffer.  © DPA

Die Berliner sind nun seit vier Spielen ohne Sieg, haben aber nach wie vor alle Chancen. Der Rückstand des Tabellendritten auf den Hamburger SV beträgt zumindest bis Montag zwei Punkte. Dann muss der HSV zum Spitzenreiter nach Köln. In zwei Wochen kommt es dann zum direkten Duell.

"Schlussendlich müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein", sagte Trainer Urs Fischer. "Es war ein Spiel mit Höhen und Tiefen, vor allem von meiner Mannschaft: Ein 60-minütiges Tief und ein 30-minütiges Hoch." Sein Team spüre die Anspannung angesichts der guten Ausgangslage, gestand der Schweizer: "Dieser Druck ist da, den bekommst du nicht weg, dem müssen wir uns stellen."

Auch eine frühe Führung durch das elfte Saisontor von Sebastian Andersson (12.) verlieh dem Hauptstadtclub nach zuletzt mäßigen Auftritten keine Sicherheit. Nur vier Minuten später sorgte der starke Sargis Adamyan vor 20.243 Zuschauern per Handelfmeter für den Ausgleich. Union protestierte wütend gegen die Entscheidung von Schiedsrichter Harm Osmers, Innenverteidiger Florian Hübner war jedoch mit abgespreizten Armen in den Schuss von Adamyan gesprungen.

Mit dem 1:2 schockte Hamadi Al Ghaddioui (58.) die kriselnden Berliner endgültig, der eingewechselte Polter erzielte per Kopf nach einer Ecke zumindest aber noch den Ausgleich.

Polter trifft zum 2:2.
Polter trifft zum 2:2.  © DPA

"Wenn ich reinkomme, versuche ich einfach der Mannschaft mit meinen Toren und meiner Präsenz zu helfen", sagte der Stürmer. "Über Phasen haben wir ein gutes Spiel gemacht, aber auch über Phasen leichtfertig nicht die zweiten Bälle attackiert." Bei seinem Saisondebüt rettete Torwart André Weis den Gästen mit starken Paraden noch den verdienten Punkt.

Union präsentierte sich zunächst angriffslustig, wollte die Offensivflaute beim 0:0 bei Dynamo Dresden möglichst schnell vergessen lassen. Doch die Gäste versteckten sich nicht, so dass Berlins Keeper Rafal Gikiewicz schon nach sechs Minuten gegen den völlig freien Adamyan retten musste. Regensburgs zweite Spitze Al Ghaddioui agierte beim Nachschuss zu überhastet.

Union war in der flotten und hitzig geführten Partie vor allem über die Außen gefährlich. Nach einer flachen Hereingabe durch Ken Reichel grätschte Andersson den Ball aus fünf Metern über die Linie. Der Schwede erzielte seinen ersten Treffer nach drei torlosen Partien.

Der selbstbewusste Jahn zeigte sich unbeeindruckt und weiter mutig. Vor allem Adamyan entwischte der Union-Defensive immer wieder und sorgte permanent für Gefahr. Sein Schuss brachte den Handelfmeter, den der 25-Jährige souverän verwandelte. Mit dem verdienten Ausgleich beruhigte sich die Partie, die Köpenicker bekamen zwar etwas mehr Kontrolle, wurden im Aufbauspiel aber weiter früh gestört.

Auch die Umstellung von Fischer mit Suleiman Abdullahi als zweite Spitze neben Andersson brachte keinen größeren Offensivschwung. Stattdessen leitete der unglücklich auftretende Abdullahi mit einem Ballverlust den Rückstand ein: Im Eins-gegen-Eins konnte Marvin Friedrich anschließend Al Ghaddioui nicht stoppen, der Schuss des 28-Jährigen ging Gikiewicz durch die Beine und trudelte über die Linie. Der starke Jahn-Keeper Weis verhinderte lange den Ausgleich - erst Polter ließ Union zumindest ein wenig jubeln.

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