TAG24-Bundesliga-Analyse: Mainz 05 erwartet der Abstiegskampf!

Endlich geht es wieder los! Bereits am kommenden Wochenende starten die Bundesligisten im DFB-Pokal in die neue Saison. In der großen Analyse nimmt TAG24 alle 18 Klubs genau unter die Lupe und schätzt die Stärken, Schwächen und den Kader der Teams ein.

Mainz - Für den 1. FSV Mainz 05 wird es eng! Die Nullfünfer werden sich wohl auf eine Saison im Abstiegskampf einstellen müssen - es sei denn, es patzen wieder namhafte Konkurrenten, die nicht im unteren Tabellendrittel zu erwarten sind.

Der Top-Transfer des FSV Mainz 05

Was für ein Schnäppchen! Mainz sicherte sich die Dienste von Edimilson Fernandes von West Ham United für schlappe 7,5 Millionen Euro! Der 1,90 Meter große Schweizer Nationalspieler war in der vergangenen Saison bereits in die Serie A an den AC Florenz ausgeliehen, wo er unumstrittener Stammspieler war und wechselte nun auf den Rat seines älteren Cousins Gelson Fernandes (Eintracht Frankfurt) nach Mainz.

Bei den Nullfünfern wird auf den 23-Jährigen nun eine tragende Rolle im zentralen Mittelfeld zukommen. Auf welcher Position der körperlich präsente, zweikampfstarke Stratege zum Einsatz kommt, ist noch nicht ganz klar. Dass er sich allerdings einen Stammplatz erkämpfen wird, gilt trotz kleinerer Blessuren und krankheitsbedingter Ausfälle als sicher.

Denn Fernandes verfügt über eine großartige Spielübersicht, ist handlungsschnell und deshalb imstande, herausragende Pässe zu spielen. Dazu kann er auf allen Positionen im Mittelfeld agieren, auch auf den Außenbahnen und stellt für M05 im fitten Zustand eine wertvolle Verstärkung dar.

Edimilson Fernandes (l.) absolvierte bereits acht Länderspiele für die Schweiz.
Edimilson Fernandes (l.) absolvierte bereits acht Länderspiele für die Schweiz.  © Peter Klaunzer/KEYSTONE/dpa

Alle Neuzugänge des FSV Mainz 05

Außerdem wurde mit Ronaël Pierre-Gabriel ein großes Rechtsverteidiger-Talent vom AS Monaco für 5,5 Millionen Euro Ablöse losgeeist. Dort kam er nur zu Kurzeinsätzen und entschied sich deshalb für eine Luftveränderung und wagt den Schritt in die Bundesliga.

Dazu holte Mainz mit Jonathan Meier ein Linksverteidiger-Juwel für 1,2 Millionen Euro vom FC Bayern München. Mit Cyrill Akono kam darüber hinaus noch ein interessanter junger Angreifer von Drittligist SC Preußen Münster für 350.000 Euro.

Außerdem verpflichteten die Nullfünfer Stürmer Dong-Won Ji (FC Augsburg) und Keeper Omer Hanin (Hapoel Hadera) ablösefrei.

Mit Aarón Martín wurde ein zuvor ausgeliehener Linksverteidiger nun fest für sechs Millionen Euro Ablöse von Espanyol Barcelona unter Vertrag genommen.

Zusätzlich kehrten Aaron Seydel und José Rodriguez von ihren Leihen zurück.

Der Großteil der Mainzer Neuzugänge auf einen Blick, v.l.: Sven Herzog (neuer Leiter Athletik), Jonathan Meier, Torwart Omer Hanin, Cyrill Akono, Trainer Sandro Schwarz, Ronaël Pierre-Gabriel, Ronael, Dong-Won Ji, Co-Trainer Michael Thurk.
Der Großteil der Mainzer Neuzugänge auf einen Blick, v.l.: Sven Herzog (neuer Leiter Athletik), Jonathan Meier, Torwart Omer Hanin, Cyrill Akono, Trainer Sandro Schwarz, Ronaël Pierre-Gabriel, Ronael, Dong-Won Ji, Co-Trainer Michael Thurk.  © Thorsten Wagner/dpa

Alle Abgänge des FSV Mainz 05

Besonders der Verlust von Jean-Philippe Gbamin wiegt schwer. Doch ein Angebot über 25 Millionen Euro vom FC Everton konnte und wollte der FSV nicht ablehnen, zumal mit Fernandes ein guter und deutlich günstigerer Ersatz gefunden wurde.

Mit Anthony Ujah ging ein torgefährlicher Stürmer für zwei Millionen Euro zum 1. FC Union Berlin. Torhüter Jannik Huth (SC Paderborn 07) wurde ebenfalls ziehen gelassen. Zum SCP zog es auch Gerrit Holtmann, der dorthin für ein Jahr ausgeliehen wurde. Ebenfalls verliehen wurde Issah Abass (FC Utrecht).

Dazu brachen Giulio Donati, Gaëtan Bussmann (beide Ziel unbekannt) und Emil Berggreen (Twente Enschede) ihre Zelte in Mainz ablösefrei ab.

Außerdem beendeten René Adler und Niko Bungert ihre langjährige Karriere. Und es ist durchaus möglich, dass Spieler wie Jesé Rodriguez oder Kicker, die sich nicht durchsetzen können, den Verein noch verlassen.

Leistungsträger Jean-Philippe Gbamin wechselte für 25 Millionen Euro Ablöse in die Premier League zum FC Everton.
Leistungsträger Jean-Philippe Gbamin wechselte für 25 Millionen Euro Ablöse in die Premier League zum FC Everton.  © Thomas Frey/dpa

Hitziges Derby im DFB-Pokal auf dem Betzenberg gegen den 1. FC Kaiserslautern

Mit dem 1. FC Kaiserslautern hat Mainz ein denkbar hartes, zugleich aber auch äußerst attraktives Los gezogen. Auf dem stimmungsvollen Betzenberg ist ein umkämpftes Nachbarschaftsduell zu erwarten, bei dem die Nullfünfer alles abrufen müssen, um gegen den FCK zu bestehen. Denn die Lauterer haben bereits vier Spiele in der 3. Liga absolviert (fünf Punkte) und sind bereits im Rhythmus.

Deshalb ist hier eine Überraschung möglich.

Der 1. FC Kaiserslautern hat sich gehörig verstärkt und zählt in der 3. Liga zu den Aufstiegskandidaten.
Der 1. FC Kaiserslautern hat sich gehörig verstärkt und zählt in der 3. Liga zu den Aufstiegskandidaten.  © Uwe Anspach/dpa

Saisonziel

Die Verantwortlichen um Trainer Sandro Schwarz haben noch keine offizielle Vorgabe ausgegeben. Vermutlich schätzen sie die Lage aber realistisch ein und werden als Ziel den Klassenerhalt nennen.

Trainer Sandro Schwarz hat mit Verletzungspech zu kämpfen.
Trainer Sandro Schwarz hat mit Verletzungspech zu kämpfen.  © Thorsten Wagner/dpa

TAG24-Saisonprognose zum 1. FSV Mainz 05

Für den 1. FSV Mainz 05 wird es eine schwere Saison. Im Tor stehen mit der jungen Nummer eins Florian Müller und seinen Ersatzkeepern Robin Zentner, Omer Hanin und Finn Dahmen solide und vor allem talentierte Keeper zur Verfügung.

In der Innenverteidigung sind Stefan Bell und Moussa Niakhaté wohl gesetzt. Spielt Mainz mit Dreierkette, streiten sich Alexander Hack und Ahmet Gürleyen um den dritten Platz. An dieser Hierarchie könnte sich im Saisonverlauf noch einiges ändern, da alle vier zentralen Abwehrspieler leistungsmäßig nah beieinander liegen und im Bundesliga-Durchschnitt anzusiedeln sind.

Rechts defensiv gibt es zwischen Pierre-Gabriel, Daniel Brosinski und Phillipp Mwene einen engen Dreikampf. Ob sich einer von ihnen dauerhaft festspielen kann, ist zumindest fraglich, weil die Konkurrenten allesamt andere Stärken haben.

Auf der linken Verteidigerseite ist Aarón Martin gesetzt, Meier bleibt nur die Rolle als Herausforderer. Im zentralen Mittelfeld ist Mainz am stärksten besetzt. Neben Fernandes kämpfen Pierre Kunde Malong, Ridle Baku, Leandro Barreiro Martins, Jean-Paul Boëtius und Alexandru Maxim um die Plätze. Danny Latza dürfte weiterhin gesetzt sein. Rodríguez hat bestenfalls Außenseiterchancen.

Auf den offensiven Flügeln stehen mit Levin Öztunali, Karim Onisiwo und Robin Quaison nur drei Spieler zur Verfügung. Hier können aber auch Brosinski und Mwene zum Einsatz kommen.

Im Sturm wäre normalerweise Jean-Philippe Mateta gesetzt. Doch er zog sich einen Meniskusriss zu und fällt wohl bis mindestens Ende Oktober aus. Noch schlimmer erwischte es Ji, der einen Knopelschaden erlitt und vermutlich in der gesamten Hinrunde nicht mehr zum Einsatz kommen wird.

So ruhen die Hoffnungen auf den Youngstern Akono und Jonathan Burkhardt. Vermutlich wird aufgrund der Personalsituation auch Seydel gehalten. Ob einer der drei konstant Bundesliga-Format nachweisen kann, darf zumindest stark angezweifelt werden. Deshalb muss Mainz hier dringend nachlegen und zumindest einen Stürmer holen, der Tore garantiert.

Gelingt das nicht, ist das Ziel Klassenerhalt in Gefahr. Und auch mit einem guten Mittelstürmer stehen die Nullfünfer vor einer äußerst schweren Spielzeit.

Für den 1. FSV Mainz 05 zählt nur der Klassenerhalt.
Für den 1. FSV Mainz 05 zählt nur der Klassenerhalt.  © Thorsten Wagner/dpa

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