MyGruni statt Myfest: 1. Mai-Demo kommt wieder nach Grunewald

Berlin - Während die berühmte 18-Uhr-Demonstration am 1. Mai dieses Jahr nicht in Kreuzberg, sondern in Friedrichshain starten wird, hat das Künstlerkollektiv "Peng!" den wahren Brennpunkt schon vergangenes Jahr entdeckt: Grunewald.

Am 1. Mai ziehen Demonstranten wieder durch Berlin-Grunewald. (Symbolbild/Montage)
Am 1. Mai ziehen Demonstranten wieder durch Berlin-Grunewald. (Symbolbild/Montage)  © DPA

Auch nächste Woche wird es in Berlins Villen-Kiez wieder bunt. Die linken Satire-Demonstranten wollen ihren gezielten Aufmarsch zwischen den Grunewald-Eigenheimen in diesem Jahr wiederholen und Und die Eigentums- und Systemfrage stellen:

"Mein Gruni oder Dein Gruni? Wem gehört die Stadt und warum?", kündigten die Veranstalter der Demonstration, die am Mittag des 1. Mai beginnt, an.

In ihrer ironischen Mitteilung erinnern sie an das vergangene Jahr: "Zahlreiche Klingelstreiche und Konfettiwürfe stürzten den Problemkiez in Chaos und Irritation."

Um erneute Tumulte zu vermeiden, lade man in diesem Jahr zum Stadtteilfest "myGruni" - entsprechend den Kreuzberger Straßenfesten "Myfest" und "Maigörli".

Weiter betonen sie, der Grunewald zeige immer wieder "seine gewalttätigen Seiten": "Immobilien-Banden führen von dort aus mit harten Bandagen Mieten- und Verdrängungskrieg." Darauf müsse auch die linke Szene reagieren.

Tausende feiern beim "Myfest" in Kreuzberg.
Tausende feiern beim "Myfest" in Kreuzberg.  © DPA

"Angesichts der vielen Gewalt muss der monokulturelle Grunewald befriedet werden. Aus Kreuzberg lernen wir: das einzig wirksame stadtpolitische Mittel um solchen Krawallen zu begegnen ist ein Stadtteilfest."

Autonome Streetworker und Partytouristen könnten sich mit Grunewald-Bewohnern zum "Dialog am Gartenzaun" treffen: "Miteinander gegen ein Gegeneinander".

Am 1. Mai 2018 waren rund 3000 Demonstranten durch Grunewald gelaufen. Die Polizei gab später an, es habe 82 Fälle von Sachbeschädigungen gegeben. 700 Polizisten waren im Einsatz. Ein Politiker habe kostenlose Spraydosen verteilt. "Dann kann sowas auch mal aus dem Ruder laufen", sagte der Polizei-Einsatzleiter.

Demonstranten hätten das genutzt und Zäune, Wege, Autos, Dixie-Toiletten, Häuser und Laternen besprüht. Sechs mutmaßliche Täter seien festgenommen worden. Der FDP-Innenpolitiker Marcel Luthe hatte kritisiert, dass "linksextreme Vandalen erhebliche Schäden zu Lasten der Bürger angerichtet" hätten.

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