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11 Fragen zum Infinus-Prozess

Dresden - Seit Montag wird den Protz-Bossen von Infinus im Landgericht Dresden der Prozess gemacht. In diesem Interview zeigen wir Euch die Hintergründe zur Verhandlung.

Hintergrund

Dresden - Seit Montag wird den Protz-Bossen von Infinus im Landgericht Dresden der Prozess gemacht. Die Wirtschaftsstrafkammer steht am Anfang eines Mammut-Verfahrens.

Die Akten für das Hauptverfahren füllen mehr als 600 Ordner. Promis wie der Ex-Boxer Henry Maske sollen in den Zeugenstand gerufen werden. Zehntausende Anleger sind um Millionen geprellt worden.

Gesamt-Summen von weit über eine Milliarde Euro stehen im Raum. Zum Vergleich: Damit könnte man locker den Bau von fünf Dresdner Frauenkirchen bezahlen.

In diesem Interview beleuchtet der erfahrene Reporter Ulrich Wolf (51) von der Sächsischen Zeitung die Hintergründe der Infinus-Machenschaften.

SZ-Reporter Ulrich Wolf (51) beantwortet im Interview mit MOPO24 Fragen zum Prozess.
SZ-Reporter Ulrich Wolf (51) beantwortet im Interview mit MOPO24 Fragen zum Prozess.

MOPO24: Was wirft die Anklage den sechs Infinus-Managern vor?

Ulrich Wolf: Aus Sicht der Staatsanwaltschaft bilden die Angeklagten eine Bande, die vorsätzlich Zehntausende Anleger betrogen hat.

MOPO24: Wie funktionierte das System Infinus?

Ulrich Wolf: Vereinfacht ausgedrückt: Die Anleger haben der Infinus-Gruppe, die aus mehr als 20 Firmen bestand, Geld geliehen. Dafür wurde ihnen ein weit über dem üblichen Niveau liegender Zins versprochen.

Diesen hohen Zins wollte Infinus verdienen, indem ihre Manager das Geld der Anleger reinvestierten, vor allem in Geschäfte mit Versicherungspolicen, Immobilien und Edelmetalle.

Den Infinus-Managern wird seit Montag der Prozess gemacht.
Den Infinus-Managern wird seit Montag der Prozess gemacht.

Offensichtlich aber reichten diese Investments nicht aus, um die Zinsversprechen zu erfüllen. Infinus brauchte daher dringend Geld, um die Versprechen aus auslaufenden Kundenverträgen einzuhalten.

Und dieses Geld, so die Staatsanwaltschaft, besorgten sich die Infinus-Manager nicht aus den Gewinnen ihrer Investments, sondern aus frischen Kapitalanlagen von immer mehr Neukunden.

Das System funktionierte also wie bei einem Kettenbrief, in der Wirtschaft spricht man von einem Schneeballsystem.

MOPO24: Und das blieb wirklich unbemerkt?

Ulrich Wolf: Damit das nicht auffiel, wurden in dem großen Firmengeflecht angeblich Umsätze und Gewinne hin- und hergeschoben, wie bei einem Geldkarussell.

Auch Promis wie Ex-Boxer Henry Maske sollen in den Zeugenstand gerufen werden.
Auch Promis wie Ex-Boxer Henry Maske sollen in den Zeugenstand gerufen werden.

So stimmten die Bilanzen zumindest auf den ersten Blick. Zusätzliches Blendwerk gab es, indem man Kurt Biedenkopf für ein Grußwort gewinnen konnte oder Weltstars wie Franz Beckenbauer für firmeninterne Feiern.

Die Anklage glaubt nun beweisen zu können, dass die Zahlenwerke überwiegend nur aus heißer Luft bestanden, also kaum bis keine Substanz hatten. Das wertet sie als Betrug am Anleger.

MOPO24: Was weiß man über den Hauptangeklagten Jörg Biehl?

Ulrich Wolf: Der 54-Jährige stammt aus Dresden. Er ist ledig, hat einen Sohn. Er besuchte eine POS, lernte Industriemechaniker, versuchte sich im Hotelgewerbe und reiste noch vor der Wende aus der DDR aus.

Im Westen kam er schnell mit dem Versicherungsgewerbe in Kontakt, kehrte nach der Wende zurück und machte sich in Moritzburg und Dresden selbstständig.

Daraus erwuchs dann die Infinus-Gruppe, in der er bis zuletzt die tragende Rolle innehatte. Die Ermittler beschlagnahmten bei ihm Vermögen in zweistelliger Millionenhöhe, darunter Goldbarren, Motorboote, Autos.

MOPO24: Wie viele Menschen und Institutionen haben bei Infinus wie viel Geld angelegt?

Ulrich Wolf: Die Anklage hat nur den Zeitraum November 2011 bis November 2013 untersucht. Sie geht dabei von rund 22 000 Anlegern aus, denen noch rund 312 Millionen Euro zustehen.

Insgesamt hatte die Infinus-Gruppe seit 2001 etwa 50 000 Anleger als Kunden gewonnen. Die investierten um die zwei Milliarden Euro, von denen aber auch gut die Hälfte wieder zurückgeflossen ist.

Für die größte Infinus-Firma Fubus schätzt der zuständige Insolvenzverwalter, dass die Gläubiger auf rund 900 Millionen Euro Schulden sitzenbleiben werden.

Darunter sind auch mehr als hundert Anleger mit bis zu siebenstelligen Summen: Ordens- und Erbengemeinschaften, Schauspieler, Unternehmer, Akademiker oder auch ehemalige Spitzensportler wie Henry Maske.

MOPO24: Welche Chancen haben die Gläubiger, etwas von ihrem Geld wiederzusehen?

Ulrich Wolf: Mit dem Fall sind mehrere Insolvenzverwalter beschäftigt. Sie verwerten alles, was einst der Infinus-Gruppe gehörte. Erste Einschätzungen gehen dahin, dass die Anleger 10 bis 20 Prozent ihres eingesetzten Kapitals zurückbekommen könnten. Bis gezahlt wird, können allerdings noch Jahre vergehen.

MOPO24: Welche Rolle spielt die Staatsanwaltschaft in dem Verfahren, die mit ihren Ermittlungen das Infinus-Imperium zum Einsturz gebracht hat?

Ulrich Wolf: Meistens kommen die Ermittler immer erst, wenn ein vermeintliches Finanz-Schneeballsystem bereits kollabiert ist. Bei Infinus war das nicht so.

Bis zur Razzia und den Verhaftungen Anfang November 2013 war Infinus in der Lage, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Der Zusammenbruch des Systems erfolgte erst durch das Eingreifen der Staatsanwaltschaft.

Sie tat das in der Überzeugung, damit einen potenziell noch größeren Schaden verhindert zu haben.

MOPO24: Die Angeklagten haben namhafte und viele Verteidiger engagiert. Welchen Einfluss werden die Anwälte auf den Verlauf des Verfahrens haben?

Ulrich Wolf: Selbst der zuständige Richter hat die Verteidiger am ersten Verhandlungstag schon als „überdurchschnittlich gut“ bezeichnet.

Sie werden alles daran setzen, die Anklage zu zerpflücken - eben weil Infinus bis zum Tag der Razzia noch funktioniert hatte.

Falls der Richter am Montag die Aussetzungsanträge der Verteidiger abschmettern wird, werden sie jede noch so geringste Schwachstelle der Anklage zur Sprache bringen, um eine Verurteilung ihrer Mandanten zu verhindern. Ihr Ziel wird der Freispruch sein.

MOPO24: Wie lange, schätzen Sie, wird der Prozess das Gericht beschäftigen?

Ulrich Wolf: Wenn der Prozess fortgesetzt wird, kann es lange dauern. Mindestens ein Jahr. Der zuständige Richter ist dafür bekannt, dass er sehr akkurat arbeitet.

MOPO24: Welche Strafen drohen den Angeklagten und wie hoch sind die Chancen, dass sie auch verurteilt werden?

Ulrich Wolf: Da die Staatsanwaltschaft von Betrug in besonders schwerem Fall ausgeht, sind bis zu zehn Jahre Haft möglich. Fünf der sechs Angeklagten sitzen bereits seit zwei Jahren in U-Haft. Die Chancen auf eine Verurteilung sehe ich derzeit bei 50:50.

MOPO24: Der Prozess gilt als einer der größten deutschen Wirtschaftsprozesse der Nachkriegszeit. Wird dieses Verfahren die künftige Wirtschaftsrechtsprechung verändern?

Ulrich Wolf: Der Fall könnte sich als größtes jemals in Deutschland betriebenes Schneeballsystem entpuppen. Der Umfang des beschlagnahmten Materials ist immens.

Allein für das Speichern der elektronischen Daten bräuchte man 1600 iPhones mit je 16-Gigabyte-Speicher. Ob es die Wirtschaftsrechtsprechung verändern wird, weiß ich nicht.

Sollte die Anklage siegen, wird dieser Erfolg jedoch andere Staatsanwaltschaften ermutigen, früher als bislang üblich in ähnlichen Fällen einzugreifen.

Sollte die Anklage verlieren, werden die Ermittler künftig eher noch zurückhaltender agieren. Und auf den Freistaat Sachsen kämen dann immens hohe Schadenersatzforderungen zu.

Fotos: dpa/Felix Hörhager, Thomas Türpe, imago-Robert Michael

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