19 Tote! Sachsens Bergretter haben so viel zu tun wie nie

Dresden/Altenberg - Die Einsätze der DRK-Bergwacht in Sachsen sind auf Rekordniveau gestiegen.

Auch zur Bob Skeleton werden die Bergwächter im Eiskanal im Einsatz sein.
Auch zur Bob Skeleton werden die Bergwächter im Eiskanal im Einsatz sein.  © Thomas Türpe

Gleichzeitig wird es immer schwerer, Nachwuchs für die ehrenamtliche Tätigkeit zu rekrutieren.

Klimatische Veränderungen stellt die Bergwacht außerdem vor neue Herausforderungen.

742-mal rückten die Bergwächter bislang im Jahr 2019 in der Sächsischen Schweiz, im Zittauer Gebirge, im Ost- und im Westerzgebirge aus.

2018 waren es knapp 800 Einsätze insgesamt gewesen, 2017 "nur" 712.

Dramatischer noch ist die Zahl der tödlich Verunglückten: Bis jetzt sind es 19 (darunter sieben Abstürze) allein in diesem Jahr, 2018 waren es gerade einmal zehn Tote.

Alle Todesfälle ereigneten sich 2019 in der Sächsischen Schweiz. In dem unwegsamen Gebiet war auch der Hubschrauber 50-mal im Einsatz.

Hans Peter Horna (58), Landesleiter der Bergwacht Sachsen, zu dem Anstieg der Einsätze: "Mittlerweile ist das ganze Jahr über Saison, es gibt mehr Freizeitsportler, auch mehr ältere Menschen sind unterwegs."

Die Bergretter Stephan Hartmann (22, r.) und Hannes Biesert (20) machen ihren Job ehrenamtlich und mit Herzblut.
Die Bergretter Stephan Hartmann (22, r.) und Hannes Biesert (20) machen ihren Job ehrenamtlich und mit Herzblut.  © Thomas Türpe

Bergwächter Hannes Biesert (20) macht seinen "Nebenjob" mit Leidenschaft: "Man muss dahinterstehen, braucht viel Motivation."

Alle 340 aktiven Retter haben eine zweijährige Ausbildung neben ihrer "normalen" Arbeit gemacht.

Sie müssen Skifahrer oder Bergsteiger sein.

Die Ausbildung im medizinischen und technischen Bereich erfordert viel Zeit.

"Das wollen heute viele junge Menschen nicht mehr", so Horna. Derzeit gibt's gerade einmal 100 Anwärter.

Doch es gibt noch mehr Herausforderungen: "Neue Risiken werden uns in Zukunft betreffen", sagt Nicole Porzig, Referentin Katastrophenschutz beim DRK.

Gemeint sind Extremwetterlagen wie Trockenheit oder Starkregen.

Hans Peter Horna (58), Landesleiter der Bergwacht in Sachsen, sucht Nachwuchs für das Ehrenamt.
Hans Peter Horna (58), Landesleiter der Bergwacht in Sachsen, sucht Nachwuchs für das Ehrenamt.  © Thomas Türpe

Titelfoto: Thomas Türpe

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