200 Bäume in altem Park werden für Asylheim gefällt

Der Film "Sein letztes Rennen" mit Dieter Hallervorden wurde in dem Park gedreht.
Der Film "Sein letztes Rennen" mit Dieter Hallervorden wurde in dem Park gedreht.  © DPA

Berlin – Aller Protest hat nichts gebracht. Der historische Park an der Leonorenstraße in Lankwitz muss einem Flüchtlingsheim weichen.

Wie die Anwohner in dieser Woche auf einer Versammlung mitgeteilt bekamen, hat der rot-rot-grüne Senat die Abholzung beschlossen. Da half auch nichts, dass Dieter Hallervorden die Patenschaft für den Park übernommen hatte. Sein Film "Das letzte Rennen" war dort zu großen Teilen gedreht worden.

Doch auch Unterschriftensammlungen halfen nichts, Ende Februar wird damit begonnen, die Bäume in dem 1907 von dem jüdischen Mediziner James Franke angelegten Park zu fällen.

Ausgerechnete eine Grüne gab dafür grünes Licht. "Hätte ich die Zustimmung verweigert, hätte der Senat das Verfahren an sich gezogen", begründete Maren Schellenberg (Grüne), Umweltstadträtin in Steglitz-Zehlendorf gegenüber der Berliner Morgenpost ihre verzwickte Entscheidung.

100 Jahre ist der Park alt, nun soll er weichen.
100 Jahre ist der Park alt, nun soll er weichen.

Denn eigentlich hatte das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf die Fällgenehmigung verweigert, ist nun aber wegen des zu hohen Zeitdrucks zurückgerudert.

Um die derzeit 15.000 in Notunterkünften lebenden Flüchtlinge in Berlin auf menschenwürdigere Heime zu verteilen, bleibt angeblich nicht genug Zeit, um Alternativen zu prüfen.

Zwar gibt es in 300 Metern Entfernung von dem Park eine Fläche mit einigen leer stehenden Gebäuden doch deren Eignung konnten nicht geprüft werden.

"Wir haben einen verflucht hohen Druck und keine Zeit, noch einmal drei Jahre zu warten", stellte Sascha Langenbach vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) in der Morgenpost klar.

Auf der abgeholzten Fläche sollen drei- und viergeschossige modulare Bauten zu errichten, in die spätestens Anfang 2018 450 Flüchtlinge einziehen sollen.