21 Flüchtlinge werden Weihnachten im Kirchenasyl verbringen

Erfurt - In Thüringen und Sachsen-Anhalt verbringen in diesem Jahr 28 geflüchtete Menschen, darunter neun Kinder, das Weihnachtsfest im Kirchenasyl der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM).

Von den evangelischen Kirchen werden die Flüchtlinge über Monate versorgt. (Symbolbild)
Von den evangelischen Kirchen werden die Flüchtlinge über Monate versorgt. (Symbolbild)  © DPA

In Thüringen halten sich 21 Frauen, Männer und Kinder in evangelischen Gotteshäusern und Pfarrhäusern auf, wie die EMK auf Anfrage mitteilte.

Die Menschen aus Somalia, dem Irak, Afghanistan, Iran, Eritrea, Nigeria, Tschetschenien und Aserbaidschan wollen unter dem Schutz der Kirche erreichen, dass Deutschland ihr Asylverfahren übernimmt und sie nicht in jene EU-Länder zurückgebracht werden, in denen sie auf ihrer Flucht zuerst ankamen. Denn die sind nach dem Dublin-Abkommen eigentlich zuständig und schieben meist auch in Länder ab, in denen es nach deutschem Recht nicht sicher ist.

Die Aufnahme der Betroffenen in kirchliche Räume sei dann das letzte Mittel, wenn alle rechtlichen Schritte ausgeschöpft seien, betonte die EKM-Migrationsbeauftragte Cordula Haase. Die Entscheidung darüber treffen die jeweiligen Kirchengemeinden. 2015 hatte der Bund mit den Kirchen ein geordnetes Verfahren für das Kirchenasyl vereinbart. Die Gemeinden informieren die Behörden über Menschen im Kirchenasyl und schicken ein Dossier, das Bundesamt prüft diese Fälle dann noch einmal. Die konkreten Abläufe hatte das Amt ab August diesen Jahres verschärft.

Laut EKM sorgt das für Verunsicherung in den Gemeinden. Wenn das BAMF die sogenannten Härtefalldossiers als nicht ausreichend für die Einzelfallprüfung beurteile, könne sich das Kirchenasyl zum Schutz vor der Überstellung in die Dublin-Länder von bislang sechs auf 18 Monate verlängern. Die Gemeinden müssten deshalb sehr genau prüfen, ob sie in der Lage sind, Menschen über einen längeren Zeitraum im Kirchenasyl zu betreuen, sie mit Lebensmitteln und Kleidung zu versorgen und sich um den Schulunterricht der Kinder zu kümmern.

Beendet wurden seit Jahresbeginn evangelische Kirchenasyle für insgesamt 31 Frauen, Männer und Kinder in Thüringen. Nach Angaben des Bistums Erfurt gewährten außerdem drei katholische Kirchengemeinden im Bistum und im Thüringer Teil des Bistums Dresden-Meißen insgesamt sechs Geflüchteten über mehrere Monate Schutz.

Titelfoto: DPA

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