Vier Coronavirus-Fälle in Köln, JVA-Insasse in Quarantäne

Köln - Bei einem Gefangenen der Justizvollzugsanstalt Köln gibt es einen Verdacht auf das neuartige Coronavirus.

Die JVA in Ossendorf.
Die JVA in Ossendorf.  © Marius Becker/dpa

Ein Arzt habe den Inhaftierten auf das Virus getestet, teilte JVA-Leiterin Angela Wotzlaw am Montagmittag mit.

Demnach klagte der 27-Jährige am Sonntagabend über Fieber, andere Symptome habe er aber nicht gezeigt.

Er müsse nun in seiner Zelle bleiben, bis das Testergebnis am Montagabend oder Dienstag vorliege.

Das Haus 1 der JVA, in dem der aus Bayern kommende Mann seit dem 20. Februar untergebracht ist, werde für die nächsten 24 Stunden abgeriegelt.

Die insgesamt 79 Gefangenen müssten in dieser Zeit in dem Haus bleiben. Die Freistunde auf dem Hof und das Benutzen der Sammeldusche seien so lange verboten, sagte Wotzlaw.

Zwei Mitarbeiter hätten engeren Kontakt zu dem Inhaftierten gehabt und seien am Montag deshalb vorsorglich zu Hause geblieben. Weil diese Mitarbeiter zum Transport zu Gerichten eingeteilt waren, wurden laut Wotzlaw zwei bis drei Prozesse am Landgericht Köln verschoben.

Die anderen Mitarbeiter hätten Schutzmasken bekommen. Krankenpfleger sollten zudem Schutzanzüge tragen. Ansonsten laufe der Betrieb normal weiter. Auch Besuche waren am Montag zunächst weiter möglich. Mehrere Medien hatten zuvor über den Verdachtsfall berichtet.

Stadt Köln gibt Tipps

Gerhard Wiesmüller (l-r) vom Gesundheitsamt der Stadt Köln, Florian Klein, Direktor der Virologie der Uniklinik Köln, und Alexander Vogel, Presseprecher der Stadt Köln.
Gerhard Wiesmüller (l-r) vom Gesundheitsamt der Stadt Köln, Florian Klein, Direktor der Virologie der Uniklinik Köln, und Alexander Vogel, Presseprecher der Stadt Köln.  © Thomas Banneyer/dpa

Stand Sonntag wurden in Köln vier Personen positiv auf das Corona-Virus getestet.

Alle Personen hatten Kontakt mit Menschen aus dem Kreis Heinsberg, die ebenfalls positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren, teilte die Stadt Köln mit.

Drei Personen befänden sich in häuslicher Quarantäne, eine Person wurde stationär behandelt.

Neu waren zwei Mitarbeiter im Einsatzdienst der Feuer- und Rettungswache in Weidenpesch. Sie wurden am Samstagabend positiv getestet. Die Einsatzbereitschaft von Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Köln sei sichergestellt, betonte die Stadt Köln, zugleich 21 Kontaktpersonen der Feuer- und Rettungswache unter Qurantäne gestellt werden mussten.

Das Gesundheitsamt der Stadt Köln empfiehlt weiter, sich an die Hygienemaßnahmen zu halten, die auch vor einer Influenza-Infektion schützen: Dazu gehören kein Händegeben, regelmäßiges Händewaschen mit ausreichend Wasser und Seife, nicht mit den Händen ins Gesicht fassen, Abstand waren, vor allem zu Personen mit Atemwegsbeschwerden, Husten- und Niesetikette (Husten und Niesen in die Ellenbeuge) für Personen mit Atemwegsbeschwerden.

Die Stadt Köln hat ein Bürgertelefon eingerichtet 0221/221-33500. Das Bürgertelefon ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Dort können sich Bürger rund um das Thema Corona-Virus informieren.

Update, 16.15 Uhr: 92 Fälle in NRW bekannt

In Nordrhein-Westfalen hat sich die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus weiter erhöht. Den Behörden waren am Montagnachmittag um 15.30 Uhr 92 Fälle bekannt, wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte. Am Vormittag, 10.00 Uhr, hatte das Robert Koch-Institut noch 86 Fälle gemeldet.

86 Corona-Infizierte in NRW bestätigt

Den Behörden in Nordrhein-Westfalen sind bis Montagvormittag (10.00 Uhr) 86 Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 bekannt geworden.

Dies teilte das Robert Koch-Institut am Vormittag in Berlin mit.

Am Sonntagmittag hatten die NRW-Behörden die landesweite Zahl der Infizierten noch als "deutlich mehr als 70 Fälle" beziffert. Deutschlandweit wurden bislang insgesamt 150 Fälle in zehn Bundesländern bekannt.

Titelfoto: Thomas Banneyer/dpa


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0