56 Tote bei Fahrradunfällen: Das fordert Verband

Stuttgart - Angesichts einer rapide steigenden Zahl von Unfällen mit Radfahrern fordert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) bessere Bedingungen für Radfahrer.
Ein Fahrradfahrer fährt durch die Stadt. (Symbolbild)
Ein Fahrradfahrer fährt durch die Stadt. (Symbolbild)  © Frank Rumpenhorst/dpa

"Die Fallstricke fangen bei Pfosten und Schlaglöchern auf Radwegen an, gehen bei Umlaufgittern weiter und hören bei Straßenbahnschienen auf", sagte Verbandschefin Gudrun Zühlke der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Auch E-Ladestationen, Baustellen, Falschparker und Verkehrsschilder machten den Radlern zu schaffen. Die Kommunen seien zögerlich, vor allem kleinere Gefahrenstellen zu beheben.

Zühlke: "Da muss der ADFC erst mehrere Jahre Kontakt aufnehmen, dann zwei Jahre lang insistieren und nach fünf Jahren ist die Bordsteinkante dann vielleicht abgesenkt."

Ein Brennpunkt sind Kreuzungen, an denen das abbiegende Fahrzeug und das geradeaus fahrende Rad zu gleicher Zeit Grün haben. Radfahrer drohten dann in den toten Winkel der Autos, vor allem der Lkw, zu geraten.

"Diese Konstellation kostet im Schnitt bundesweit 40 Radfahrer im Jahr das Leben", sagte Zühlke. Für Lkw dürfe beim Abbiegen nur die Schrittgeschwindigkeit gelten. Überdies sollte für alle Lkw die Ausrüstung mit einem Abbiege-Assistenten Plicht sein, forderte sie.

Im vergangenen Jahr zählte das Innenministerium 10.000 verletzte Radler, darunter die traurige Rekordzahl von 68 (2017: 45) Toten. Rund 2000 Menschen wurden schwer verletzt. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres lag der Gesamtwert bei 8800, darunter 56 Tote. Im Schnitt von 2014 bis 2016 lag die Zahl bei jährlich 8500.

 Ein Fahhrad liegt nach einem Unfall auf der Straße. (Symbolbild)
Ein Fahhrad liegt nach einem Unfall auf der Straße. (Symbolbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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