57-Jähriger will Tod aus Protest live auf Facebook übertragen

Dijon (Frankreich) - Alain Cocq kämpft seit mehr als 30 Jahren ums Überleben. Doch Sterben darf er trotz allem auch nicht, denn in Frankreich ist Sterbehilfe verboten. Deshalb startet der 57-Jährige nun eine extreme Protestaktion.

Der 57-jährige Alain Cocq muss seit Jahren künstlich ernährt werden, nun will er aus Protest gar nichts mehr zu sich nehmen. (Bildmontage)
Der 57-jährige Alain Cocq muss seit Jahren künstlich ernährt werden, nun will er aus Protest gar nichts mehr zu sich nehmen. (Bildmontage)  © facebook.com/alain.cocq.7

Der Franzose möchte sein Leben mit einem Hungerstreik beenden und das Ganze auch noch live via Facebook im Internet übertragen. 

Auf diese Weise will er seinem jahrzehntelangen Leiden ein Ende bereiten und zugleich darüber hinaus noch ein politisches Statement setzen.

Denn Cocq ist unheilbar krank. Er leidet seit mehr als 30 Jahren an einer seltenen Krankheit: Die Wände seiner Arterien verkleben, was zu massiven Durchblutungsstörungen führt. Er kann sein Bett nicht verlassen, muss künstlich ernährt werden. 

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Mit seinem Dasein ist er alles andere als glücklich: "Ich werde wie eine Gans gestopft! Und das nur, um den ganzen Tag lang die Decke anzustarren."

Sterbehilfe ist in Frankreich allerdings untersagt. Deshalb können die Ärzte nichts für ihn machen, außer ihn weiter am Leben zu halten. Er hat beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron (42) zudem bereits um eine Ausnahmegenehmigung für das Sterbehilfe-Verbot gebeten - und der Staatschef hat sogar geantwortet, allerdings mit schlechten Nachrichten.

Denn auch Macron stünde nicht über dem Gesetz und könne deswegen der Bitte des 57-Jährigen nicht nachkommen. Er hätte allerdings "tiefen Respekt" für den leidenden Mann.

Unheilbar kranker Franzose Alain Cocq geht in Hungerstreik

Nachdem Cocq zuletzt bereits mehrere Live-Videos und Interviews aus seinem Krankenbett heraus übertragen hat, möchte er dieses Mittel nun erneut einsetzen und medienwirksam gegen das Verbot der Sterbehilfe protestieren.

Dazu hat er angekündigt, dass er ab Samstag in einen Hungerstreik treten werde. Er will ab Mitternacht keine Nahrung oder Flüssigkeit mehr zu sich nehmen und jegliche medizinische Behandlung ablehnen. Und all dies soll via Live-Übertragung auf Facebook ins Netz gestreamt werden. Damit wolle er die Qualen verdeutlichen, mit denen er seit 30 Jahren leben muss.

Der Franzose rechnet damit, dass er durch seinen Streik innerhalb von einer Woche sterben wird.

Titelfoto: facebook.com/alain.cocq.7

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