Fast 7 Jahre Haft für Messerstecher zu wenig? Staatsanwaltschaft findet Urteil zu mild

Stuttgart - Am 12. Februar wurde ein 20-Jähriger nach einem Messerangriff auf den Vater seiner Ex-Freundin wegen versuchten Mordes zu sechs Jahren und zehn Monaten Jugendhaft verurteilt. Nun hat laut FOCUS Online die Staatsanwaltschaft Stuttgart Revision eingelegt.

Kam mit 16 als Flüchtling nach Deutschland: Amir W.
Kam mit 16 als Flüchtling nach Deutschland: Amir W.

Sie fordert, dass der Flüchtling aus Afghanistan nach Erwachsenenstrafrecht belangt wird. Zudem sehe die Staatsanwaltschaft zwei Mordmerkmale erfüllt: Heimtücke und Verdeckungsabsicht. Das Gericht hatte nur ein Mordmerkmal berücksichtigt.

Der Angeklagte war im Juli 2018 durch ein Balkonfenster in das Haus in Plüderhausen bei Stuttgart eingestiegen, um seine Ex-Freundin zu treffen. Mit dabei hatte er ein scharfes Fleischmesser. "Sie waren verzweifelt, Sie waren in Ihrer Ehre gekränkt, und Sie waren wütend", beschrieb die Richterin den Zustand des Angeklagten nach der Trennung von seiner Freundin am 12. Februar.

Die Ex-Freundin war allerdings nicht Zuhause. Als der Vater den Angeklagten im Zimmer der Tochter entdeckte, stach dieser zu: einmal gegen den Kopf, mindestens sieben weitere Male auf den Körper. Dabei sei es dem Angeklagten vollkommen egal gewesen, ob sein Opfer stirbt, so die Richterin.

Die Kammer des Landgerichts Stuttgart ging von einer Reifeverzögerung beim Angeklagten aus, der mit 16 Jahren aus Afghanistan nach Europa floh und verurteilte ihn nach Jugendstrafrecht.

Staatsanwaltschaft Stuttgart legt offenbar Revision ein. (Symbolbild)
Staatsanwaltschaft Stuttgart legt offenbar Revision ein. (Symbolbild)  © DPA

Titelfoto: DPA

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