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Anschlag in Tunesien! 39 Urlauber am Strand erschossen

Monsatir - In Tunesien kam es vor einem Hotel zu einem Anschlag. Mindestens 39 Menschen starben dabei.

Tunesien - Bei einem Angriff auf ein Touristenhotel an der tunesischen Mittelmeerküste sind mindestens 37 Menschen getötet worden. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tap am Freitag unter Berufung auf das Innenministerium. Wir halten Euch hier auf dem aktuellen Stand:

15:45 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Mazière (61, CDU) möchte am Montag an den Ort der Terrorattacke reisen, um sein Mitgefühl und seine Solidarität mit dem tunesischen Volk auszudrücken. De Mazière: "Ich verachte die brutalen und ruchlosen Morde an unschuldigen Menschen."

Laut dem Innenministerium sei nach derzeitigen Erkenntnissen keine weitere Verschärfung der Sicherheitslage geplant. Die Gefährdung durch Dschihadisten und internationalen Terrorismus sei aber auch in Deutschland unverändert hoch.

13:26 Uhr: Erstes Todesopfer aus Deutschland identifiziert. Die tunesischen Behörden konnten bislang die Herkunft von zehn Opfern des Anschlages klären. Es handle sich dabei um acht Briten, einen Deutschen und eine Belgierin.

Inzwischen sind die ersten teilweise stark traumatisierten deutschen Urlauber frühzeitig mit Sonderfliegern zurückgekehrt. Bis Sonntag sollen weitere 120 Urlauber zurück nach Deutschland geflogen werden.

Russlands Präsident Putin bot Tunesien seine Unterstützung im Kampf gegen Terroristen an.

11:21 Uhr: Tunesien lässt 80 Moscheen schließen! Der nationale Sicherheitsrat Tunesiens beschloss diese Maßnahme bei einer nächtlichen Sitzung im Kampf gegen den Terrorismus. Innerhalb einer Woche sollen bis zu 80 Moscheen geschlossen werden, in denen weiterhin "Gift zum Terrorismus" verbreitet werde. Daneben sollten verdächtige Parteien oder Vereine überprüft und eventuell aufgelöst werden.

"Wir mögen den einen Kampf gewinnen und den anderen Kampf verlieren, aber unser Ziel ist es, den Krieg zu gewinnen", sagte Essid. Der Kampf gegen den Terrorismus sei nun eine nationale Aufgabe. Im Video die aktuellen Bilder:

Journalist und Terrorexperte Rolf Tophoven (77) sprach über die aktuelle Terrorentwicklung.
Journalist und Terrorexperte Rolf Tophoven (77) sprach über die aktuelle Terrorentwicklung.

11:08 Uhr: Experten rechnen mit einer Art Wettkampf zwischen den islamistischen Terrorgruppen. Auch in Deutschland sind laut Sicherheitsbehörden Anschläge denkbar.

Terrorismusforscher Rolf Tophoven (77) sagte gegenüber der "Neuen Presse": "Wir haben zwei konkurrierende Terrororganisationen, auch wenn sie im selben Geiste kämpfen: IS und Al Kaida. Al Kaida hat an Strahlkraft verloren. Die sind mittlerweile vom IS getoppt, denn der IS hat ein Kalifat, einen sogenannten Staat, er hat sich in der Fläche etabliert."

Der Islamische Staat agiere in seinem näheren Umfeld, während Al Kaida den "fernen Feind", also die USA, Großbritannien und Israel, im Visier habe. Tunesien, noch der stabilste Staat des arabischen Frühlings, solle mit Hilfe des Terroranschlags destabilisiert werden.

Tophoven: "Deswegen wird eine der wichtigsten Einnahmequellen, der Tourismus, angegriffen. In Kuwait hat es eine schiitische Moschee getroffen, der sunnitische IS nutzt die religiösen Spannungen mit den Schiiten aus."

Samstag, den 27.06., 8:20 Uhr: Unter den Opfern waren auch Deutsche! Das bestätigte Samstagmorgen Tunesiens Regierungschef Habib Essid. Die meisten der Toten seien jedoch Briten. Außerdem auch Belgier und Franzosen. Im Laufe des Samstages wird eine genaue Zahl der deutschen Todesopfer erwartet.

20:27 Uhr: Die Zahl der Todesopfer ist auf 39 gestiegen. Das berichtete der tunesische Radiosender Mosaique FM am Freitagabend unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Nun befüchtet auch das Auswärtige Amt, dass dabei Deutsche getötet wurden. Das sagte ein Ministeriumssprecher am Freitagabend in Berlin.

18:19 Uhr: Die traurige Bilanz dieses schwarzen Freitags! Drei terroristische Anschläge auf drei Kontinenten forderten bislang mindestens 54 Todesopfer, darunter sollen laut Gesundheitsministerium auch einige Deutsche gewesen sein. In Tunesien liegt die Zahl der Todesopfer nach aktuellem Stand bei 28, in Frankreich bei einem und in Kuwait bei 25.

18:06 Uhr: Immer wieder berichten Augenzeugen von der Expolion einer Bombe. Sie soll in die Luft gegangen sein, bevor das Schussfeuer der Attentäter mit den Kalaschnikow-Sturmgewehren los ging. So sagte eine Zeugin gegenüber "SkyNews": "Ich hörte einen Knall und dachte, es sei Donner, aber der Himmel war klar, also war das offensichtlich falsch. Ich hörte die Sirenen losgehen und plötzlich kamen alle von dem Privatstrand des Hotels zurückgerannt, der etwa 400 Meter entfernt ist. Keiner wusste so richtig, was vor sich ging."

17:57 Uhr: Die Deutsch-Tunesische Gesellschaft ist fassungslos! "Es ist schrecklich, Tunesien wird Jahre brauchen um sich davon zu erholen", sagte Verbandssprecher Ezzedine Zerria. "Das Töten hat nicht heute angefangen, sondern vor Jahren, und es hat immer wieder auch Tunesier getroffen." Der Terror sei ein schwerer Schlag für den Tourismus und richte sich nicht allein gegen die Reisenden - sondern auch gegen Staat und Gesellschaft Tunesiens.

17:40 Uhr: Die DER Touristik-Gruppe bot ihren Kunden kostenlose Stornierungen und Umbuchungen für alle Tunesien-Reisen mit Abflug bis zum 10. Juli an. Gleichzeitig organisierte das Unternehmen nach eigenen Angaben Flugkapazitäten, um Gäste, die das Land vorzeitig verlassen wollten, nach Deutschland zurück zu fliegen. Die deutschen Veranstalter der Thomas Cook AG machten Kunden bis Abflug 24. Juli das gleiche Angebot. Auch die belgische Fluggesellschaft und Tui-Tochter Jetairfly hat reagiert und fliegt vorerst keine Urlauber mehr nach Tunesien. Ein Flug ist auf dem Weg nach Tunesien nach Brüssel umgekehrt.

17:39 Uhr: Den tunesischen Angaben zufolge stammen die Todesopfer aus Deutschland, Großbritannien, Belgien und Tunesien. 36 Verletzte seien auf verschiedene Krankenhäuser im Großraum Sousse verteilt worden.

17:32 Uhr: Nach den Terroranschlägen in Tunesien, Frankreich und Kuwait haben die Fernsehsender teilweise ihr Programm geändert. Das Erste zeigt an diesem Freitag um 20.15 Uhr einen "Brennpunkt" mit dem Titel "Terror gegen Touristen". "RTL Aktuell" berichtet um 18.45 Uhr in einer monothematischen Spezialausgabe mit dem Titel "Tödlicher Terror" über die Anschläge. Auch n-tv und N24 strahlten Sondersendungen zu den Attentaten aus.

17:16 Uhr: Unter den 28 Opfern des Terrorangriffs in Tunesien sind nach Angaben der tunesischen Regierung auch deutsche Urlauber. Das berichteten staatliche Medien am Freitag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Tunis. Vom Auswärtigen Amt gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

16:50 Uhr: Einer der mutmaßlichen Attentäter wird von Sicherheitskräften abgeführt. Er muss vor Passanten geschützt werden.

16:24 Uhr: Besorgte Angehörige können sich unter der eingerichteten Telefon-Hotline melden: 0800-5000-3000.

16:04 Uhr: Das Auswärtige Amt hat nach dem Anschlag auf ein Touristenhotel mit mindestens 27 Toten in Tunesien - darunter möglicherweise auch Deutsche - einen Krisenstab eingerichtet.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Freitagnachmittag in Berlin: "Das ganze Ausmaß der Tat steht noch nicht fest. Wir wissen noch nicht, ob auch Deutsche unter den Opfern sind." Nach Angaben des Ministeriums bemüht sich die deutsche Botschaft in Tunis mit Hochdruck um Aufklärung.

16:02 Uhr: Wie das Toursimus-Ministerium in Tunesien mitteilt, gibt es neben den 27 Opfern auch 18 Verletzte. Sie stammen aus Belgien, Deutschland, Russland und England.

15:58 Uhr: Der Reisekonzern TUI hat sich zu möglichen deutschen Opfern geäußert. "Wir haben noch keine genauen Erkenntnisse, ob möglicherweise Gäste von uns betroffen sind", so ein Unternehmenssprecher.

Eine abgedeckte Leiche in einer Straße von Sousse.
Eine abgedeckte Leiche in einer Straße von Sousse.

Hintergrund:

Monastir - Bei einem Angriff auf ein Touristenhotel an der tunesischen Mittelmeerküste sind mindestens 27 Menschen getötet worden. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tap am Freitag unter Berufung auf das Innenministerium.

Der tunesische Radiosender Mosaique FM meldete ebenfalls unter Berufung auf das Ministerium, unter den Toten seien hauptsächlich Deutsche und Briten. Das Auswärtige Amt prüfte das derzeit.

Wie die Tap berichtete, wurde das Hotel nahe der Stadt Sousse von bewaffneten "Terroristen" überfallen. Dabei habe es einen Schusswechsel zwischen den Angreifern und Sicherheitskräften gegeben. Ein Angreifer sei getötet und zahlreiche Kalaschnikow-Sturmgewehre beschlagnahmt worden. Der Einsatz der Sicherheitskräfte dauerte den Angaben zufolge an.

Erst im März waren in Tunesien bei einem Terrorangriff auf das berühmte Bardo-Museum in der Hauptstadt mehr als 20 Menschen getötet worden. Dschihadisten haben bereits seit Wochen Terroranschläge im Fastenmonat Ramadan angekündigt.

In Tunesien sind sowohl Anhänger des Terrornetzwerk Al-Kaida sowie der IS-Miliz aktiv. Am Montag ist der Jahrestag des von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgerufenen Kalifat in Syrien und im Irak.

Anschlag auf Hotelanlage in Tunesien am Freitag.
Anschlag auf Hotelanlage in Tunesien am Freitag.

Der Reisekonzern TUI hat sich zu möglichen deutschen Opfern geäußert. "Wir haben noch keine genauen Erkenntnisse, ob möglicherweise Gäste von uns betroffen sind", so ein Unternehmenssprecher.

Demnach würden sich aktuell etwa 260 Urlauber aus Deutschland, die bei TUI gebucht hatten, im Umfeld des Anschlagsortes aufhielten.

Attentat auf Moschee in Kuwait - 16 Tote

Angst und Tote auch in Kuweit. Bei einem Anschlag der Dschihadistengruppe Islamischer Staat auf eine schiitische Moschee in Kuwait sind dort am Freitag mindestens 16 Menschen getötet worden.

Zu dem Attentat auf die Moschee Al-Imam al-Sadek in der Hauptstadt Kuwait-Stadt, ereignete sichwährend des Freitagsgebets in der zweiten Woche des Fastenmonats Ramadan. Die radikale sunnitische IS-Miliz bekannte sich bereits dazu.

Die Attentate auf schiitische Moscheen häufen sich - auch schiitische Moscheen im Jemen und Saudi-Arabien wurden in den letzten Wochen gezielt angegriffen.

Großbritanniens Premierminister David Cameron hat nach den mutmaßlichen Terrorattacken in Tunesien und Frankreich noch für Freitag das Sicherheitskabinett einbestellt, um die Situation zu beraten.

Am Strand von Sousse liegen abgedeckte Leichen.
Am Strand von Sousse liegen abgedeckte Leichen.

Hier schossen die Attentäter um sich! Für die Gäste des 4-Sterne-Hotels Imperial Marhaba wurde der Urlaub zum Horrortrip.
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