Chemnitzer (51) missbrauchte die Kinder seiner Freunde

Ingolf K. gestand zwei Missbräuche mehr, als ihm vorgeworfen worden.
Ingolf K. gestand zwei Missbräuche mehr, als ihm vorgeworfen worden.

von Ronny Licht

Chemnitz - „Ich wollte ein Ziehvater sein, alles richtig machen.“ Ratlos starrte Ingolf K. (51) in den Sitzungssaal 327 im Chemnitzer Landgericht - hier war er angeklagt wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Kindern.

Der ehemalige Fließbandarbeiter eines Automobilzulieferers verlor 2001 seine Frau, 2004 starb sein Sohn. „Ich kümmerte mich dann oft um die Kinder von Freunden“, erzählte er vor Gericht.

Auf seine Aussage musste das Gericht zwei Stunden warten - der Angeklagte war zum Prozessbeginn nicht erschienen, Zivilpolizisten holten ihn zu Hause ab.

Dann aber gestand der Chemnitzer sogar mehr als in der Anklage vorgeworfen wurde: Er gab sexuelle Kontakte zu insgesamt vier Jungen zwischen 2009 und 2012 zu.

Der Jüngste war acht Jahre alt, der Älteste 17. „Ich war immer ziemlich betrunken“, versuchte sich Ingolf K. zu entschuldigen.

Er hatte sich das Vertrauen der Jungen mit Geschenken erschlichen, die nichts ahnenden Eltern ließen ihre Kinder übers Wochenende und in den Ferien bei dem arbeitslosen Mann.

Jetzt muss nur noch geklärt werden, wie betrunken Ingolf K. während der Taten wirklich war. Dazu werden morgen zwei Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehört. Dann soll das Urteil fallen.

Ingolf K. drohen mindestens zwei Jahre Haft.

Foto: Haertelpress


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