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Weitere Flüchtlinge im Zeltlager eingetroffen

Dresden - In an der Bremer Straße wird ein großes Zeltlager für Flüchtlinge gebaut. Nach Angaben der Landesdirektion sollen hier 1100 Asylbewerber untergebracht werden. Am Freitag beginnen die Aufbauarbeiten.

Dresden - In Dresden entsteht ein Zeltlager für Flüchtlinge an der Bremer Straße (MOPO24 berichtete). Nach Angaben der Landesdirektion sollen dort 1100 Asylbewerber untergebracht werden. Die meisten von ihnen kommen aus der völlig überfüllten Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz, wo es am Freitagabend wegen der unhaltbaren Zustände zu Protesten der Asylsuchenden kam. MOPO24 berichtet hier im Ticker. (UPDATE 26.07.2015: So geht es mit der Zeltstadt weiter)

Sonntag, 26.07.2015

08:00 Uhr: Laut Polizei Dresden ist es in der Nacht an der Bremer Straße ruhig geblieben. Es gab keine Zwischenfälle.

Sonnabend, 25.07.2015

22:12 Uhr: Die Lage am Zeltlager ist entspannt. Inzwischen ist ein weiterer Bus mit Asylbewerbern eingetroffen. Vor der Zeltstadt hat die Polizei mit mehreren Fahrzeugen Stellung bezogen.

18:48 Uhr: Zahlreiche Dresdner, wie hier Lars Röhr, spenden Kleidung, Schuhe und Spielzeug. Narin und ihr Bruder Nasem aus Syrien nahmen einiges in Empfang, um es auf dem Zeltplatz weiter zu reichen.

18:15 Uhr: Wie Staatssekretär Michael Wilhelm erklärte, werden am Abend weitere 300 Menschen in der Zeltstadt erwartet. Aktuell hielten sich dort bereits 470 Flüchtlinge auf. Ob die angekündigte Zahl von 1.100 erreicht werde, könne er nicht sagen. "Wir müssen sehen, wie viele Bewerber am Abend noch kommen und was in der nächsten Woche passiert." Dem Deutschen Roten Kreuz zufolge sollte das Camp am Abend die volle Kapazität erreichen.

13:00 Uhr: Die Grünen im sächsischen Landtag sehen in den Anti-Asylprotesten eine großes Gefahr. "Die gestrigen Angriffe haben erneut gezeigt, welches Gewaltpotenzial in der Hetze gegen Asylbewerber in Sachsen steckt", erklärte der Abgeordnete Valentin Lippmann. Die Polizei habe die Lage offenbar vollkommen unterschätzt: "Die rechten Ausschreitungen waren im Bereich des Wahrscheinlichen. Unter den Teilnehmern der rechten Demo befanden sich unter anderen ein erheblicher Teil gewaltaffiner Hooligans. Das Versammlungsgeschehen nur mit einer minimalen Polizeipräsenz abzusichern war mehr als fahrlässig und unverantwortlich."

12:40 Uhr: Ein Polizeiauto steht am Sonnabendmittag an der Bremer Straße. Staatssekretär Michael Wilhelm sagte zu dem Gewaltausbruch vor der Zeltstadt am Freitag: "Die Polizei war nicht überrascht. Wir haben genügend Polizei vor Ort." Wilhelm sagte weiter, dass eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei zur Verfügung stehe, wie am Nachmittag zugesichert worden sei.

12:00 Uhr: Sachsens Regierung hat die Gewalt und Übergriffe im Zusammenhang mit dem Dresdner Zeltlager für Flüchtlinge scharf verurteilt. "Angegriffene DRK-Mitarbeiter und Körperverletzungen gegenüber Menschen, die Flüchtlinge willkommen heißen, sind nicht hinzunehmen. Hier werden Grenzen überschritten", sagte Staatskanzlei- Chef Fritz Jaeckel (CDU) am Samstag.

"Diejenigen, die das tun, werden wir unerbittlich verfolgen und zur Rechenschaft ziehen." Jaeckel appellierte an die Dresdner, die Flüchtlinge willkommen zu heißen: "Zeigen Sie Menschlichkeit! Bund und Länder arbeiten derzeit an Maßnahmen die das Asylverfahren beschleunigen sollen. Ich erwarte hierzu im Frühherbst Ergebnisse."

"Es ist unerträglich, wie die NPD und andere rechtsextreme Gruppierungen die gestrige Ankunft von 500 Flüchtlingen aus Syrien missbrauchen, um Hetze und Hass zu verbreiten, dabei auch vor Gewalttaten nicht zurückschrecken", erklärte der Dresdner CDU-Chef und Landtagsabgeordnete Christian Hartmann.

Staatssekretär Michael Wilhelm (li.) trifft am Sonnabend in Dresden am Zeltlager der Asylbewerber ein.
Staatssekretär Michael Wilhelm (li.) trifft am Sonnabend in Dresden am Zeltlager der Asylbewerber ein.

11:33 Uhr: Gleich nach seinem Eintreffen an der Bremer Straße wird Staatssekretär Michael Wilhelm von Anwohnern über das weitere Vorgehen befragt. Das Interesse der Dresdner ist groß, die Lage bleibt aber weiter ruhig.

11:22 Uhr: DRK-Chef Rüdiger Unger (54) zieht ein Fazit nach der ersten Nacht im Asyl-Zeltlager in Dresden.

Sprecher des Netzwerkes "Dresden für alle": Eric Hattke.
Sprecher des Netzwerkes "Dresden für alle": Eric Hattke.

11:06 Uhr: Das Netzwerk „Dresden für Alle“ unterstützt die Einsatzkräfte vor Ort. Dazu wurde eine Zentrale zur Koordinierung der ehrenamtlichen Hilfe von „Dresden für Alle“ in dem Gebäude des Landesverbandes des Deutschen Roten Kreuzes errichtet. Ehrenamtliche Helfer können dort erfahren, wie sie Hilfe leisten können. "Wir möchten so gut es geht die Einsatzkräfte vor Ort unterstützen.

Dafür ist es dringend notwendig, dass die Menschen, welche Hilfe leisten wollen, genau darauf achten, was und wer gebraucht wird“, erklärt der Sprecher des Netzwerkes, Eric Hattke.

Im Augenblick wird vom Netzwerk eine Kinderbetreuung in der Zeltstadt errichtet. Der Bedarf an Spenden wird derzeit ermittelt. „Wir bitten vorerst von Sachspenden abzusehen, bis wir wissen, worin der genaue Bedarf besteht“ so Hattke weiter.

Vor allem werden Dolmetscher in den Sprachen Urdu, Hindi, Tigrinisch und Arabisch gesucht. Dolmetscher können eine Nachricht an die Facebook Seite des Netzwerkes schreiben. Menschen die sich engagieren wollen, können sich über die Facebook Seite des Netzwerkes „Dresden für Alle“ informieren.

10:50 Uhr: Der Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium des Innern, Michael Wilhelm, kommt um 11.30 Uhr an die Bremer Straße.

Auch am Sonnabend begutachten viele Schaulustige das Asy-Zeltlager.
Auch am Sonnabend begutachten viele Schaulustige das Asy-Zeltlager.
Der Aufbau läuft am Sonnabend weiter auf Hochtouren.
Der Aufbau läuft am Sonnabend weiter auf Hochtouren.
Die Flüchtlinge haben die erste Nacht in der Zeltstadt hinter sich.
Die Flüchtlinge haben die erste Nacht in der Zeltstadt hinter sich.

10:00 Uhr: Am ersten Tag nach der Ankunft sitzen viele Asylbewerber auf Stühlen vor ihren Zelten. Ein MOPO-Reporter machte sich am Morgen selbst ein Bild der Lage.

Insgesamt sind am Abend und in der Nacht 460 Flüchtlinge in der Bremer Straße eingetroffen. Im Tagesverlauf stellt das THW weitere Zelte auf, da Sonnabend neue Flüchtlinge eintreffen sollen. Das THW will im Tagesverlauf eine Kapazität für 1100 Menschen schaffen. Zwei Großraumzelte werden errichtet, sog. SG150 - mit 150 Quadratmetern. Ebenfalls sollen fünf Sanitärcontainer mit Dusche, WC und Waschbecken aufgestellt werden.

An der Bremer Straße steht am Morgen ein Polizeiwagen, der Sicherheitsdienst bewacht zudem das Gelände. Viele Asylbewerber verlassen die Zeltstadt bereits, zeigen am Eingang ihre Papiere.

Die Flüchtlinge erkunden die Umgebung.
Die Flüchtlinge erkunden die Umgebung.

09:00 Uhr: In der Nacht ist es weitestgehend ruhig geblieben, es habe nach Mitternacht keine Zwischenfälle mehr gegeben, so ein Polizeisprecher am Sonnabend gegenüber MOPO24. In der Nacht seien ca. 470 Flüchtlinge angekommen. Ein Mann wurde nach Ausschreitungen festgenommen.

Freitag, 24.07.2015

0:17 Uhr: In Chemnitz hat sich die Situation etwas beruhigt, bleibt aber angespannt. Das DRK hat eine Lieferung mit Decken und Lebensmitteln auf das Gelände geschickt. Dennoch fehlt es wohl nach wie vor an Schlafplätzen. Eine Familie mit Baby wartet nach eigener Aussage seit Stunden auf Versorgung.

0:15 Uhr: Nun haben doch noch zwei weitere Busse das Lager erreicht und bringen weitere Flüchtlinge. Für Sonnabend werden in dem Lager noch Helfer für den Zelt- und Bettenaufbau gesucht. Auch Dolmetscher werden wohl noch gebraucht. Nähere Informationen dazu soll es am Samstagmittag geben.

23:55 Uhr: Die Polizei hält auf der Bremer Straße einige Rechte auf, die sich dem Tor näherten. Der für heute letzte Bus fährt nun auf das Gelände des Flüchtlingslagers.

23:17 Uhr: Zum wiederholten Mal kommen Menschen ans Tor des Zauns und bringen Spenden, Spielzeug, Plüschtiere und kleine Geschenke für die Kinder unter den Flüchtlingen.

23:00 Uhr: Aus Chemnitz meldet unser Reporter, dass die Situation in der Erstaufnahmeeinrichtung sehr angspannt ist. Die Bewohner machten einen regelrechten Aufstand gegen die unzumutbaren Zustände in dem Heim. Am Tag waren neue Flüchtlinge angekommen. Weil die frei werdenen Plätze noch gereinigt wurden, mussten etwa 60 von ihnen mehr als eine Stunde einfach nur am Eingang warten. Ohne Getränke und Essen. Als sie sich auf die Zufahrtsstraße setzten, holte der Wachschutz die Polizei, welche die Menschen von der Straße drängten. Helfer haben Lebensmittel durch das Tor gereicht, als das untersagt wurde, habe sie es über den Zaun geworfen.

22:45 Uhr: Der erste Bus mit Flüchtingen ist jetzt auf das Gelände gefahren. Die Menschen steigen aus und beziehen die Zelte. Danach fährt der Bus rückwärts wieder vom Gelände, um dem nächsten Platz zu machen.

22:40 Uhr: Unterdessen sind einige Rechte zurückgekehrt und stehen nun wieder auf der anderen Seite der Straße. Sie bepöbeln die Linken, welche wiederum mit Sprechchören gegen Nazis antworten.

22:33 Uhr: Die ersten fünf Busse mit Flüchtlingen sind an dem Lager angekommen. Sie fahren aber zunächst am Eingang Bremer Straße vorbei.

21:53 Uhr: Eben wurde mitgeteilt, dass die Veranstaltung der Linken vor dem Tor des Zeltlagers bis 24 Uhr verlängert wurde. Sie planen, die ganze Nacht über zu bleiben. Die Flüchtlinge sind unterdessen in Chemnitz los gefahren, werden innerhalb der kommenden Stunde in Dresden erwartet.

21:35 Uhr: Der Einsatzleiter der Polizei zu MOPO24: "In der heißen Phase waren 50 Polizisten hier vor Ort, jetzt sind es mehr. Außerdem wird die Polizei die ganze Nacht um das Objekt herum wachen."

21:25 Uhr: Jemand hat Raketen gezündet, die am Areal vorbei flogen.

21:10 Uhr: Eine Mutter und ihre Tochter bringen Spielsachen ans Tor. "Unsere Kinder haben ausgeräumt und wollen das den armen Kindern geben, die hier ankommen", sagt die Frau.

20:30 Uhr: Die Polizei hat wiederholt per Lautsprecher beide Seiten aufgefordert, die Bremer Straße zu verlassen und Richtung Hamburger Straße abzuwandern. Ein weiteres Verbleiben am Ort wäre verboten und würde zu einer Feststellung der Personalien führen. Die Demonstranten stört das aber nicht, sie bleiben auf beiden Seiten ungerührt stehen.

19:50 Uhr: Mindestens drei Teilnehmer der Gegendemo wurden durch die Würfe verletzt und wurden behandelt. Ein Kamerateam des ZDF wurde von Rechten angegriffen. Es gibt nun eine Auflösungsverfügung für die NPD-Versammlung. Die Rechten müssen gehen.

19:40 Uhr: Immer wieder kommt es zu Angriffen der Rechten. Steine, Flaschen, Böller fliegen. Eine junge Frau wird am Kopf getroffen und verletzt. Sie muss von Sanitätern behandelt werden.

19:35 Uhr: Die Lage verschärft sich. Rechte Hooligans versuchen, sich Richtung Gegendemonstranten durchzuschlagen. Dabei kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Sie treten und schlagen in Richtung der Einsatzkräfte. Böller, Steine und Warnbaken fliegen.

19:23 Uhr: Jens Baur beendet die NPD-Versammlung, kündigt aber an, künftig weiter zu protestieren und nicht nur "im Kreis zu spazieren bis einem schwindlig wird und das dann als Schweigemarsch zu deklarieren, damit man nicht gehört wird. Wir wollen laut protestieren." Unterdessen stimmen einige NPD-Anhänger Hooligan-Gesänge an. Baur ruft sie zur Ruhe.

19:08 Uhr: Auf beiden Seiten dürften geschätzt jeweils 150 Menschen an den Versammlungen teilnehmen. Die Lage ist laut aber ohne Tumulte. Der Verkehr rollt normal weiter zwischen den Lagern.

18:55 Uhr: Die NPD-Kundgebung hat begonnen. Stadtrat Jens Baur hält eine Rede. Ein vorbeifahrender THW-Laster übertönt das Gesagte mit seiner Hupe.

18:41 Uhr: Der Verkehr ist inzwischen zum Erliegen gekommen. Weitere Asylgegner treffen am Versammlungsort ein. Sie werden von den Gegendemonstranten lautstark mit "Nazis raus"-Rufen empfangen. Die Polizei steht mit Einsatzautos zwischen den Lagern.

Gegendemonstranten vor dem Zeltlager.
Gegendemonstranten vor dem Zeltlager.
Die NPD-Demonstranten.
Die NPD-Demonstranten.

18:30 Uhr: Die angemeldete NPD-Demonstration geht gleich los. Auf der Straßenseite gegenüber des Lagereingangs haben sich etwa 80 Asylgegner eingefunden. Vor dem Eingang stehen etwa gleich viele Gegendemonstranten. Der Verkehr auf der Bremer Straße rollt noch normal weiter.

Gegendemonstranten.
Gegendemonstranten.

18:13 Uhr: Wegen der Angriffe und Pöbeleien auf Helfer hätten Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks aus Angst vor Steinewerfern Helme mitgebracht, das berichtet Radio Dresden. Um Sicherheit für Helfer und Bewohner des Zeltlagers zu garantieren, will das Inneministerium mehrerer Züge der Bereitschaftspolizei in die Friedrichstadt verlegen.

16:39 Uhr: Dietrich Gökelmann, Chef der Landesdirektion Sachsen, erklärt, warum das Zeltlager so kurzfristig aufgebaut wird und die Anwohner so spät unterrichtet wurden.

16:28 Uhr: Linke Gruppen rufen im Internet zum Protest gegen die NPD-Kundgebung am Abend auf. Eine angemeldete Versammlung gibt es nach derzeitigem Kenntnisstand nicht. Die Linken gehen aber offenbar davon aus, dass sich vor Ort ein Anmelder für eine Spontandemonstration finden wird.

15:39 Uhr: So sehen die Zelte, in denen die Flüchtlinge untergebracht werden, von innen aus.

15:20 Uhr: Der DRK-Chef Rüdiger Unger (54) berichtet, wie die Aufbauarbeiten in der Nacht zum Freitag gestört wurden. Erschreckend.

15:10 Uhr: Dr. Holm Felber, Sprecher der Landesdirektion Sachsen erklärt den weiteren Ablauf. Demnach werden am Freitag die ersten 500 Flüchtlinge ankommen. Am Wochenende sollen dann weitere Asylbewerber das Lager beziehen. Die meisten von ihnen kommen aus Syrien.

14:52 Uhr: Die NPD Stadträtin Petra Müller (55) erläutert vor Ort ihr verschrobenes Weltbild und verstrickt sich in Widersprüche.

14:41 Uhr: Die Presse wird vor Ort über das Zeltlager informiert. Die Bauarbeiten schreiten stündlich voran.

14:27 Uhr: Die Wasser- und Stromversorgung wird installiert.

14:26 Uhr: Die Toiletten für die Asylbewerber wurden angeliefert.

14:00 Uhr: Das Bündnis "Dresden für alle" koordiniert in Absprache mit den Dresdner Behörden die Hilfestellung für die Flüchtlinge. "Jeder, der den Flüchtlingen in Dresden helfen möchte, kann sich an uns wenden. In enger Absprache mit der Stadt Dresden wollen wir bald eine zentrale Anlaufstelle schaffen", so Eric Hattke (23) gegenüber MOPO24.

13:40 Uhr: Lutz Bachmann distanziert sich von der geplanten Demo vor der Zeltstadt in Dresden. Bei Facebook schreibt der PEGIDA-Chef: "Ich rate DRINGEND davon ab, diese Veranstaltung zu besuchen!"

13:30 Uhr: Innenstaatssekretär Michael Wilhelm (CDU) machte sich am Mittag ein Bild vom Aufbau des Lagers. Bis zu diesem Zeitpunkt standen bereits einige Zelte. Parallel dazu waren Bagger mit Erdarbeiten beschäftigt, um das Terrain zu glätten. Auch Bäume und Sträucher mussten entfernt werden. Nach den Worten von Wilhelm hatte Sachsen kurzfristig von der Aufnahme der Flüchtlinge erfahren. Die Entscheidung für das Gelände in Dresden sei erst am Donnerstagabend gefallen.

Unklar war noch, ob die ersten Asylbewerber noch am Freitagabend eintreffen. Auch wie viele es am Ende sind, ist unklar. Wilhelm zufolge waren Sachsen am vergangenen Wochenende 1300 Flüchtlinge angekündigt worden, letztlich kamen 700. Das Land sei bemüht, eine Unterbringung in festen Unterkünften zu schaffen. Wie lange die Betroffenen in Zelten leben müssen, könne noch nicht gesagt werden. Wilhelm warb für Verständnis: "Wir können diese Menschen doch nicht auf Feldern liegen lassen."

13:13 Uhr: Der NPD-Kreisverband Dresden will am Abend an der Bremer Straße demonstrieren. Bei Facebook steht: "Heute Abend Kundgebung: "Asylflut stoppen - Nein zur Zeltstadt auf der Bremer Straße! Treff ist 18.30 Uhr an der Bremer Straße 25 in Dresden-Friedrichstadt. Weiterleiten und mobilisieren!"

Die Stadt bestätigte eine Anmeldung der Demo. 50 Menschen wurden angemeldet.

12:58 Uhr: Der Sprecher des Sächsischen Innenministeriums, Martin Strunden (44), lobt den Einsatz der Helfer an der Bremer Straße bei Twitter.

12:40 Uhr: Der Aufbau schreitet weiter voran, die ersten Zelte sind aufgebaut.

12:30 Uhr: Die Dresdner Abgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der LINKEN, Annekatrin Klepsch, kritisiert die späte Information der Dresdner über das Asyl-Zeltlager. "Angesichts der angespannten Situation und der brodelnden Proteste, mit der die Asylpolitik in Sachsen derzeit begleitet wird, ist jeder Tag, der für die Information der Bevölkerung zur Verfügung steht, wertvoll. Mit Überrumpelungsaktionen wie dieser aber hat die Landesdirektion der Stadt Dresden jede Möglichkeit genommen, die Errichtung der neuen Unterkunft angemessen kommunikativ zu begleiten."

12:07 Uhr: Hintergrund: Das Grundstück an der Bremer Straße gehört zu den Liegenschaften des Landes, die Stadt Dresden ist nicht für die Auswahl des Ortes für das Zeltlager verantwortlich. Am Abend kommen die ersten Flüchtlinge aus der Erstaufnahme-Einrichtungen in Chemnitz, die komplett ausgelastet ist.

Einige Menschen schauen den Aufbauarbeiten an der Bremer Strasse mit Bierflaschen in der Hand zu.
Einige Menschen schauen den Aufbauarbeiten an der Bremer Strasse mit Bierflaschen in der Hand zu.

10:25 Uhr: Einige Schaulustige sind mit Bier an die Bremer Straße gekommen, um den Aufbau zu verfolgen. Lutz Bachmann schrieb bei Facebook: "Lustig, war gerade vor Ort und es stehen tatsächlich schon die ersten Antifanten dort, natürlich "in artgerechter Haltung" - früh 7:30 mit ner Pulle Bier am Hals und Tütchen in der ungewaschenen Pfote."

Die Lage am Freitagmorgen

Kameraden von THW und DRK sind Freitag seit 8 Uhr vor Ort.
Kameraden von THW und DRK sind Freitag seit 8 Uhr vor Ort.

Dresden - Die Meldung über eine großes Zeltlager für Flüchtlinge in Dresden sorgte für Aufsehen (MOPO24 berichtete). Nach Angaben der Landesdirektion sollen 1100 Asylbewerber an der Bremer Straße untergebracht werden. Am Freitag beginnen die Aufbauarbeiten, am Abend sollen bereits die ersten Flüchtlinge eintreffen.

Bereits am späten Donnerstagabend begann das Technische Hilfswerk Pirna und Dippoldiswalde mit der Beräumung des Grundstücks. Da sich auch viele Schaulustige am Gelände versammeln, ist die Polizei Dresden mit mehreren Beamten vor Ort.

Am Freitagmorgen war auch PEGIDA-Chef Lutz Bachmann kurz da, um sich selbst ein Bild der Lage zu machen. Am Abend schrieb PEGIDA bei Facebook: "Jetzt ist es endlich soweit und auch Dresden bekommt ein eigenes Zeltlager für Glücksritter und traumatisierte Kulturbereicherer."

Noch immer laufen die Aufbauarbeiten auf Hochtouren, bis 21 Uhr sollen 40 Zelte à 50 Quadratmeter für 500 Flüchtlinge stehen. Das THW und DRK verschaffen sich seit 8 Uhr einen Überblick.

Im ersten Halbjahr 2015 hat der Freistaat Sachsen bereits 10.500 Asylbewer[-]ber neu aufgenommen. Gegenwärtig kommen täglich zwischen 200 und 300 Asylbewerber neu in Sachsen an. In der Erstaufnahmeeinrichtung werden momentan rund 3.800 Asylbewerber untergebracht und versorgt.

Um 15 Uhr wird das Gelände der Presse gezeigt. Am Abend sollen dann schon die ersten Busse ankommen. MOPO24 berichtet hier über das aktuelle Geschehen an der Bremer Strasse.

An der Bremer Strasse laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.
An der Bremer Strasse laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.
Polizei sichert die Arbeiten ab.
Polizei sichert die Arbeiten ab.
Hier werden seit Freitag die Zelte für die Flüchtlinge aufgebaut.
Hier werden seit Freitag die Zelte für die Flüchtlinge aufgebaut.
Überblick über das Gelände an der Bremer Straße.
Überblick über das Gelände an der Bremer Straße.
Gegen 10 Uhr standen die ersten Zelte.
Gegen 10 Uhr standen die ersten Zelte.

Fotos: Ove Landgraf, Roland Halkasch, Dirk Hein, Holm Helis, Andrzej Rydzik, Christian Essler, Thomas Türpe

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