Dritte Nacht in Folge Ausschreitungen in Freital

Tumult um das Asylheim in Freital. Seit Anfang der Woche muss immer wieder die Polizei anrücken.
Tumult um das Asylheim in Freital. Seit Anfang der Woche muss immer wieder die Polizei anrücken.

Freital – Um das Asylbewerberheim in Freital kehrt einfach keine Ruhe ein. Zum dritten Tag in Folge musste nun die Polizei anrücken.

Nachdem am Montag- und am Dienstagabend Proteste vor dem Hotel Leonardo stattfanden, kam es Mittwochabend erneut zu Ausschreitungen.

Ab 18 Uhr versammelten sich rund 80 Personen, die sich mit den Flüchtlingen solidarisierten. Rund 160 Heimgegner standen diesen entgegen.

Nach Ende der Versammlung um 21.30 Uhr gerieten die Fronten aneinander. Ein Unbekannter warf eine Glasflasche auf einen Teilnehmer der Versammlung „Pro Leonardo“, welcher sich gerade auf dem Heimweg befand.

Ein Mann erlitt leichte Verletzungen. Weitere Aufeinandertreffen der beiden Gruppen konnte die Polizei verhindern. 120 Beamte waren am Mittwoch im Einsatz. Um ein Eskalieren der Lage zu verhindern, ist die Polizei am Brennpunkt in Freital nun dauerhaft präsent.

Flüchtlingsgegner protestieren mit einer deutsch-russischen Fahne in Freital.
Flüchtlingsgegner protestieren mit einer deutsch-russischen Fahne in Freital.

Freital gerät mit den Unruhen deutschlandweit in die Schlagzeilen.

"Streit um Asylbewerberheim in Freital: Pöbel-Pingpong im Pegidaland", schreibt Spiegel Online.

"Es ist ein ungemütlicher Abend im sächsischen Freital, einem 40.000-Einwohner-Idyll im Speckgürtel von Dresden. Seit Wochen bekriegen sich dort Gegner und Befürworter eines Asylbewerberheims."

Der Tagesspiegel berichtet am Donnerstag mit der Headline "Anti-Asyl-Initiative in Freital streitet mit Pegida".

"Freital ist eine der Hochburgen der Anti-Asyl-Bewegung Pegida, ihr Ableger firmiert dort unter dem Namen Frigida. Schon bei der Gründung der selbst ernannten "Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes" konnte deren Anführer Lutz Bachmann auf zahlreiche Unterstützer aus dem Ort bauen."

"Erneut Proteste vor Flüchtlingsheim in Freital", titelt Zeit Online.

"Während des Protests und unter Gejohle der Flüchtlingsheimgegner trafen 50 weitere Asylbewerber ein, darunter mehrere Frauen mit kleinen Kindern. Ein Polizeisprecher sagte, die Beamten hätten von der Ankunft der neuen Flüchtlinge im Trubel der Demonstrationen erst kurzfristig erfahren."

160 Heimgegner kamen am Mittwoch vor dem Hotel Leonardo in Freital zusammen.
160 Heimgegner kamen am Mittwoch vor dem Hotel Leonardo in Freital zusammen.

Tatverdächtiger Baseball-Randalierer ermittelt.

Nach dem Zwischenfall an einer Tankstelle auf der Tharandter Straße am Mittwochmorgen, bei dem die Frontscheibe eines Pro-Asyl-Wagens eingeschlagen wurde, konnte das OAZ einen Tatverdächtigen stellen.

Fotos: Eric Hofmann, Marko Förster


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