Hausbesitzer ließ Mauerdenkmal abreißen

Kaufmann Uwe U. (53) ließ die Bagger rollen, musste deshalb gestern vor Gericht.
Kaufmann Uwe U. (53) ließ die Bagger rollen, musste deshalb gestern vor Gericht.

Von Eric Hofmann

Kauscha - Wenn eine Mauer auf die Straße zu kippen droht, muss sie weg ... Das dachte sich auch Kaufmann Uwe U. (53) und ließ die Bagger ihr Werk verrichten.

Doch dann sollte er 3500 Euro Bußgeld zahlen. Jetzt wehrte er sich vor dem Amtsgericht.

Am 8. Juni 2013 krachte es in Kauscha gewaltig: Wegen Unterspülung stürzte dort das Dach eines alten Gehöfts (Zur Eiche) ein, die Giebelwand blieb stehen.

„Die Polizei hat mir gesagt, dass die Gefahr besteht, dass der Giebel auf die Straße kippt“, sagte Hausbesitzer Uwe U. dem Richter.

„Da habe ich eine Abrissgenehmigung beantragt und die Mauer abreißen lassen.“ Kaum geschehen, gab es Ärger aus dem Rathaus: Ein Knöllchen von 3500 Euro sollte der Kaufmann zahlen, denn die Mauer steht unter Denkmalschutz.

Das Problem: Er hatte die Genehmigung nicht richtig gelesen, denn diese galt nicht für den denkmalgeschützten Teil.

Allerdings machte auch die Stadt Fehler. „3500 Euro wäre das Bußgeld für ein komplettes Haus“, meinte Richter Jochen Meißner (55).

„Hier waren aber nur noch ein paar Mauern übrig.“ Da der Verstoß gegen den Denkmalschutz keine Absicht war und die Mauer sowieso hätte fallen müssen, stellte er das Verfahren wegen geringer Schuld ein.

Foto: Ove Landgraf


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