Nach 15 Jahren Streit: A143-Weiterbau startet heute, Proteste geplant

Halle (Saale) - Die knapp 13 Kilometer große Lücke der Autobahn 143 westlich von Halle wird geschlossen. Am Dienstag soll der Weiterbau des noch offenen, nördlichen Abschnitts zwischen den Autobahnen 14 und 38 bei Salzmünde im Saalekreis starten, wie das Verkehrsministerium in Magdeburg mitteilte.

Aktuell endet die A143 noch in einem Feld.
Aktuell endet die A143 noch in einem Feld.  © dpa/Jan Woitas

Zum Spatenstich (15 Uhr) werden unter anderen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Verkehrsminister Thomas Webel (beide CDU) erwartet. Das südliche, rund neun Kilometer lange Teilstück der Trasse ist seit 2004 fertig. Jahrelang wurde um den Weiterbau des noch fehlenden Abschnitts gestritten.

Unter anderem klagte vor mehr als zehn Jahren der Naturschutzbund Deutschland gegen das Projekt, weil er seltene Tiere und Pflanzen in dem Gebiet gefährdet sah. Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig gab dem später Recht.

Das Land besserte seine Pläne nach. So wurde etwa ein rund 300 Meter langer Tunnel mit modernster Lüftungstechnik nachjustiert, um den streng geschützten Lebensraum zu entlasten.

Zum Spatenstich am Dienstag hat die Bürgerinitiative Saaletal zum Protest aufgerufen. "Wir werden zurückbuddeln und der Trasse Bäume in den Weg pflanzen", schreibt diese auf Facebook. Von 14.30 Uhr bis 16 Uhr wolle man "lautstark, kunterbunt und voller Hoffnung vor Ort" sein.

Wir, die Mitglieder der weltweiten Bewegungen Fridays for Future und Extinction Rebellion, sowie der Bürgerinitiative Saaletal werden uns ab jetzt dem Autobahnbau in den Weg stellen.

Das Vorhaben ist das letzte Teilstück des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 13, das bereits in den 1990er Jahren beschlossen wurde. Mit dem Bau der noch offenen Strecke werde die Schleife um Halle und Leipzig zusammengefügt und somit der Stadtverkehr entlastet, so das Verkehrsministerium.

Nach den Plänen des Landes soll der Verkehr über die A143 ab 2025 rollen. Für die anstehenden Bauarbeiten sind rund 350 Millionen Euro vorgesehen. Die letzte Klage gegen das Projekt wurde im Sommer abgewiesen.

Am Dienstagnachmittag geht der Weiterbau nach jahrelangem Rechtsstreit weiter.
Am Dienstagnachmittag geht der Weiterbau nach jahrelangem Rechtsstreit weiter.  © dpa/Jan Woitas