Hier soll der neue A20-Elbtunnel gebaut werden, doch die große Frage ist wann

Stade - Im Schneckentempo wird das Projekt Küstenautobahn A20 verwirklicht. Eigentlich soll sie von Polen über Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen bis in die Niederlande gehen, doch Klagen verzögern den Bau um Jahre.

Noch ist bei Drochtersen nur Deichvorland und Elbe zu sehen, doch irgendwann soll hier ein Tunnel der A20 gebaut werden.
Noch ist bei Drochtersen nur Deichvorland und Elbe zu sehen, doch irgendwann soll hier ein Tunnel der A20 gebaut werden.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Nun steht immerhin fest: Der Bau des geplanten Elbtunnels bleibt voraussichtlich in staatlicher Hand und soll tendenziell nicht an einen privaten Investor vergeben werden.

Das sagte Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, bei der Unterzeichnung einer Planungsvereinbarung für das Milliardenprojekt am Samstag in Stade, wie ein Sprecher des schleswig-holsteinischen Verkehrsministeriums bestätigte.

Nach der von Niedersachsen und Schleswig-Holstein geschlossenen Vereinbarung soll das nördlichste Bundesland 40 Prozent der Planungskosten tragen, Niedersachsen 60 Prozent.

Die Vereinbarung schafft die Möglichkeit, die Planungen für den Bau des Tunnels und die Vergabeunterlagen bereits vorzubereiten, obwohl es in beiden Ländern noch kein Baurecht für die direkte Anbindung des Tunnels gibt.

Für die Vorplanungen sind etwa drei Jahre veranschlagt. Ursprünglich war ein Bau des Tunnels als Projekt in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) mit der Möglichkeit einer Maut ins Auge gefasst worden.

Bisher ist das Land am geplanten Elbtunnel landwirtschaftlich geprägt.
Bisher ist das Land am geplanten Elbtunnel landwirtschaftlich geprägt.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Der Tunnel darf erst gebaut werden, wenn er in beiden Bundesländern auch an einen Autobahnabschnitt anschließt. In Niedersachsen wird der nötige Planfeststellungsbeschluss Anfang 2020 erwartet, Schleswig-Holstein will ein nötiges Planänderungsverfahren Ende dieses Jahres einleiten.

Der Baustart des Tunnels ist noch völlig offen.

Klagen ziehen den Bau der Küstenautobahn, die irgendwann von den Niederlanden bis nach Polen führen soll, seit vielen Jahren in die Länge.

Immer wieder bremsten Gerichte nach Klagen von Umweltschützern das Bauvorhaben aus. Zuletzt hatte das Bundesverwaltungsgericht den Planfeststellungsbeschluss für das 19,9 Kilometer lange A-20-Teilstück von der A7 bis Wittenborn (Kreis Segeberg) für "rechtswidrig und nicht vollziehbar" erklärt.

Unter anderem ging es um den Schutz von Fledermäusen. Klagen gegen den Tunnel selbst wurden 2016 zwar grundsätzlich abgewiesen, wegen eines Planungsfehlers beim Gewässerschutz muss aber noch nachgebessert werden. Schleswig-Holstein betreibt dazu derzeit ein sogenanntes Fehlerheilungsverfahren zu Fragen des Wasserrechts.

Gegen den ersten 13 Kilometer langen niedersächsischen Abschnitt der A20 von der A28 bei Westerstede bis zur A29 bei Jaderberg hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Klage eingereicht. Darüber ist noch nicht entschieden.

Titelfoto: dpa/Daniel Bockwoldt

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