Schüsse auf Autobahn: Schwager belastet Angeklagten schwer

Kiel - Am Kieler Landgericht soll am Freitagvormittag der Prozess gegen einen 39-Jährigen fortgesetzt werden, der vor einigen Monaten aus dem Auto auf seinen Schwager im Fahrzeug neben ihm geschossen haben soll.

 Die Prozessbeteiligten - Angeklagter vorne in der Mitte - sitzen im Gerichtssaal des Landesgerichts Kiel.
Die Prozessbeteiligten - Angeklagter vorne in der Mitte - sitzen im Gerichtssaal des Landesgerichts Kiel.

Geplant ist für diesen Verhandlungstag die Aussage des Schwagers, der im Prozess als Geschädigter und Nebenkläger auftritt.

Der Auftritt wird mit Spannung erwartet, weil der Schwager mittlerweile selbst zum Beschuldigten geworden ist: Der Angeklagte hat über seinen Anwalt verlesen lassen, dass aus dem Wagen des Verwandten zuerst eine Waffe auf ihn gerichtet worden sei (TAG24 berichtete).

Später erklärte er den Ermittlern, dass diese Waffe in einem Supermarkt versteckt sei, die der Familie des mutmaßlich Geschädigten gehört .

Bei einer Untersuchung Anfang der Woche fand die Polizei dort tatsächlich eine Waffe, gegen den Schwager wird ermittelt (TAG24 berichtete).

Am Tagesablauf für Freitag dürfte das alles aber erst einmal wenig ändern, hatte Oberstaatsanwalt Axel Bieler bereits erklärt.

Der Schwager müsse selbstverständlich nichts sagen, was ihn selbst belasten könnte, sei aber weiterhin verpflichtet, vor Gericht zu erscheinen.

In der im Dezember gestarteten Verhandlung am Kieler Landgericht wird der 39-jährige Mann beschuldigt, im Mai 2018 auf der A215 auf seinen Schwager im neben ihm fahrenden Wagen geschossen zu haben (TAG24 berichtete).

Update, 12:31 Uhr:

Der 30 Jahre alte Schwager des Angeklagten schilderte vor dem Kieler Landgericht, wie sein Verwandter im Mai 2018 aus seinem neben ihm fahrenden Wagen mehrfach auf ihn geschossen hat.

Der Angeklagte hatte diese Version bereits an einem früheren Verhandlungstag abgestritten: Über seinen Anwalt hatte er verlesen lassen, dass aus dem Wagen des Schwagers zuerst eine Waffe auf ihn gerichtet worden sei.

Später erklärte der Angeklagte den Ermittlern, dass diese Waffe in einem Supermarkt versteckt sei, die der Familie des mutmaßlich Geschädigten gehört. Bei einer Untersuchung Anfang der Woche fand die Polizei dort tatsächlich eine Waffe - ob sie etwas mit dem Fall zu tun hat, ist aber noch unklar.

Gegen den Schwager wird ermittelt. Vor Gericht wollte er sich zunächst nicht zu dem Waffenfund äußern.

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