Löcher und Geschwulste: Pilz löscht fast alle Feuersalamander in Deutschland aus

Eine der auffälligsten Amphibienarten in Deutschland ist in Gefahr. Ein tödlicher Pilz rückt ihnen zuleibe.
Eine der auffälligsten Amphibienarten in Deutschland ist in Gefahr. Ein tödlicher Pilz rückt ihnen zuleibe.  © Nicolas Armer/dpa

Aachen/Essen - Die Lage für den bedrohten Feuersalamander in Deutschland ist nach Einschätzung von Fachleuten ernst geworden: Wissenschaftler haben den bundesweit zweiten Infektionsherd für den tödlichen Haupilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) nachgewiesen, und zwar in Essen.

Bis dahin war der Pilz bundesweit nur in der nordrhein-westfälischen Eifel nachgewiesen worden - also in über 100 Kilometer Entfernung. Die sprunghafte Ausbreitung macht Sebastian Steinfartz vom Zoologischen Institut der TU Braunschweig Sorgen. Möglicherweise sei der Feuersalamander an vielen Stellen schon ausgestorben. Und keiner hat es bemerkt.

"Wir müssen jetzt handeln, sagte Steinfartz. Der hochansteckende Hautpilz verursacht Löcher und Geschwulste und kann Salamander innerhalb weniger Tage töten. In den Niederlanden hat der Pilz den Feuersalamander fast ausgerottet, in Belgien ist die Population völlig eingebrochen.

Der wahrscheinlich aus Asien eingeschleppte "Salamanderfresser" war 2015 in Deutschland zum ersten Mal an einem freilebenden Tier in der Eifel nachgewiesen worden. Experten befürchten, dass der Pilz den Feuersalamander auch in Deutschland rasend schnell auslöschen könnte.

So lange Salamander und Molche aus Asien eingeführt werden, könne sich der Pilz auch über den Handel an ganz anderen Orten ausbreiten.

Titelfoto: Nicolas Armer/dpa


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