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Ab wann ist Glücksspiel eigentlich illegal?

Das Glücksspiel lässt immer mehr Menschen in eine Sucht verfallen. Jetzt will der Staat eingreifen...
Laut Gesetz ist für Glücksspiele eine ausdrückliche Erlaubnis notwendig.
Laut Gesetz ist für Glücksspiele eine ausdrückliche Erlaubnis notwendig.

Dresden - Glücksspiel ist weltweit beliebt. Ob in Las Vegas, Macau oder hierzulande, in Casinos, privaten sowie illegalen Pokerrunden. Das Spiel und der Nervenkitzel ziehen immer wieder Menschen an.

Daher hat die Bundesregierung Regeln erlassen, um die Spieler vor dem Abrutschen in eine Sucht zu schützen und um illegale Aktivitäten, die sich der Kontrolle des Staates entziehen, zu verhindern.

Derwesten.de berichtete, dass gerade in Nordrhein-Westfalen ein großes Aufkommen an illegalem Glücksspiel zu verzeichnen ist, denn dort sind rund 10.000 Menschen in irgendeiner Form daran beteiligt.

Der folgende Text soll die Risiken und Gefahren näher beleuchten.

1. Das Glücksspiel

Das illegale Glücksspiel wird im Strafgesetzbuch unter § 284 definiert.
Das illegale Glücksspiel wird im Strafgesetzbuch unter § 284 definiert.

Definition

Doch was ist Glücksspiel genau?Im Grunde handelt es sich beim Glücksspiel um eine Tätigkeit, bei dem Vermögenswerte gesetzt werden und der Ausgang des Spiels weniger auf dem Können der Spieler basiert, sondern vielmehr vom Zufall entschieden wird.

Eigene Aufmerksamkeit, Kenntnisse sowie Fähigkeiten spielen also in dieser Hinsicht keine Rolle. Die Veranstalter müssen staatlich zugelassen werden, denn andernfalls machen sie sich strafbar (Quelle).

Arten

Es gibt unterschiedliche Arten des Glücksspiels:
Hier sind zunächst die Geldspielautomaten in Gaststätten zu nennen, denn diese sind allgegenwärtig und öffentlich.

Die vier Arten des Glücksspiels.
Die vier Arten des Glücksspiels.

Darüber hinaus gibt es auch in Casinos sowie in Spielhallen unterschiedliche Glücksspielautomaten. Drittens sind die bekannten Varianten wie Poker, Black Jack oder Roulette zu erwähnen.

Viertens schließlich die Sportwetten, die ebenfalls in den vergangenen Jahren, besonders durch die Entwicklung des Internets, zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. Darüber hinaus gibt es die Glücksspiele, die in den Casinos zu finden sind, ebenfalls als Onlinevariante.

Grundsätzlich sind diese Arten noch gemäß dem jeweiligen Suchtrisiko zu unterteilen. Je nachdem welches Gefahrenpotential besteht, muss die Bundesregierung unterschiedlich reagieren: Während das Gefahrenpotential bei Glücksspielautomaten sehr hoch ist, steht dieses beim Poker oder den klassischen Casinospielen nicht so sehr im Fokus, zumal hier, zumindest bei legalen Anbietern, häufig eine Möglichkeit der Beratung und Behandlung gewährleistet ist, um frühe Formen von Sucht rechtzeitig erkennen zu können.

Fragestellung

Dieser Essay arbeitet mit folgender Fragestellung: Hat der Staat das illegale Glücksspiel noch im Griff?

Diese Frage ist berechtigt, denn während die staatlich reglementierten Anbieter durchaus seriös arbeiten und unter Kontrolle stehen, weitet sich im Untergrund das illegale Glücksspiel aus.

Das Problem ist zum einen die Nähe zum organisierten Verbrechen, zum anderen die hohen Einsatz- und Gewinnbeträge sowie das schnellere Abrutschen in eine Sucht oder in die Beschaffungskriminalität. Um dies zu unterbinden, muss die Regierung das illegale Glücksspiel eindämmen, denn viele Experten bringen das Problem der Spielsucht vorwiegend mit privaten Spielhallen sowie illegalen Angeboten in Verbindung.

2. Vorteile einer gesetzlichen Regelung

Glücksspielmonopol

In folgendem Beitrag wird das Glücksspielmonopol näher beschrieben. Hierbei handelt es sich im Grunde um die staatliche Kontrolle und Verfügung über das gesamte Aufkommen. Grundsätzlich wird das Glücksspiel von den Ländern geregelt. Diese sind für Kontrolle und Regulierung zuständig. Das Monopol ist aus mehreren Gründen notwendig:

  • Kontrolle des Spiels und staatliche Lenkung, um ein größeres Aufkommen der Spielsucht und des illegalen Glücksspielangebots zu vermeiden.
  • Einnahme von Vergnügungs-, Umsatz- sowie Gewerbesteuer, welche alleine im Jahre 2010 über drei Milliarden Euro betrugen.
  • Des Weiteren soll das Monopol eine eindeutige Gesetzeslage gewährleisten, denn in den vergangenen Jahren hat sich eine sehr undurchsichtige Struktur herausentwickelt.

Sicherheit der Spieler

Die Sicherheit der Spieler steht bei der staatlichen Kontrolle ebenfalls im Vordergrund. Dabei geht es nicht zwingend nur um einen gesundheitlichen Schutz, sondern ebenfalls darum, dass sich Spieler nicht versehentlich strafbar machen, indem sie an illegalen Angeboten teilnehmen. Es betrifft auch die geistige Verfassung der Spieler, da etwa bei Spielbanken häufig eine Beratung möglich ist, falls diese in die Sucht abrutschen.

Polizeilich erfasste Fälle von illegalem Glücksspiel.
Polizeilich erfasste Fälle von illegalem Glücksspiel.

Kontrolle und Prävention

Das Thema Prävention ist wichtig, denn nur durch eine ganzheitliche Kontrolle ist es möglich, den Spieler vor den genannten Risiken zu schützen. Wichtig ist dabei, dass das pathologische Spielen bestmöglich und bereits im Vorfeld eingedämmt wird. Außerdem muss bereits seitens des Staates ein ausreichendes Beratungsangebot sichergestellt sein.

Das eigentliche Problem, das die Experten momentan sehen, ist, dass diese Mechanismen aktuell nicht ausreichen, um die Spieler wirklich zu schützen, Glücksspiel zu überprüfen und im Vorfeld bereits gefährliche Entwicklungen zu vermeiden.

Die Kontrolle des Glücksspiels sieht jedoch nicht nur die bekannten Spiele vor, sondern befasst sich auch mit Varianten darüber hinaus. So wurde beispielsweise das Bundesligaspiel "Super-Manager" ebenfalls für ein Glücksspiel gehalten.

Der Grund: Das Spiel war lediglich durch eine Teilnahmegebühr zu kaufen, es wurden Sach- und Geldpreise vergeben und zudem basierte es auf dem Prinzip des Zufalls. Daraufhin verbot das Regierungspräsidium Karlsruhe das Spiel zunächst (Quelle).

Die Gesetze gegen illegale Glücksspiele Im Zeitverlauf.
Die Gesetze gegen illegale Glücksspiele Im Zeitverlauf.

Allerdings kippte der Verwaltungsgerichtshof die Entscheidung, da kein Nachweis des „Erwerbes einer Gewinnchance gegen Entgelt“ bestand. Stattdessen wurde die Teilnahmegebühr zur Deckelung der laufenden Kosten verwendet und das Risiko, an Spielsucht zu erkranken, war ebenfalls deutlich reduziert. Hier wird bereits erkennbar, wie der Staat versucht, das Glücksspiel, ob on- oder offline, zu reglementieren. Erfolgreich ist er damit jedoch nur bedingt.

Ein weiteres Mittel der Prävention ist der Glücksspielstaatsvertrag, der am dem 01. Juli 2012 in Deutschland in Kraft getreten ist.

Ziel ist es, durch eine Eingrenzung des Glücksspielangebotes, den Schutz der Spieler zu ermöglichen und so der Spielsucht Einhalt zu gebieten. Dieser Vertrag musste jedoch von der Europäischen Union geprüft werden, da die Gefahr bestand, dass er dem EU-Recht widerspricht. Der Grund war eine Einschränkung des Dienstleistungsverkehrs.

Ausweiskontrollen zum Schutz von vorbelasteten oder minderjährigen Spielern.
Ausweiskontrollen zum Schutz von vorbelasteten oder minderjährigen Spielern.

Dennoch ist die Abmachung momentan intakt und soll innerhalb der Bundesrepublik verhindern, dass Spielsucht sowie illegales Glücksspiel überhandnehmen.

Maßnahmen des Vertrages sind etwa strengere Ausweiskontrollen zum Schutz von vorbelasteten oder minderjährigen Spielern.

Das Problem dabei: Jene, die in den offiziellen Hallen und Casinos abgewiesen werden, wenden sich eher an illegale oder halblegale Spielangebote, um ihrer Leidenschaft weiterhin nachkommen zu können.

Daraus resultieren ferner Einbußen für die großen Spielbanken, da viele Spieler inzwischen andere Angebote wahrnehmen.

3. Verbreitung des illegalen Glücksspiels in Deutschland

Geldwäsche ist ein großes Problem der Spielautomaten, da deren Umsatz nur schwer zu errechnen ist.
Geldwäsche ist ein großes Problem der Spielautomaten, da deren Umsatz nur schwer zu errechnen ist.

Gründe für die Verbreitung

I. Geldwäsche durch Spielautomaten

Die Berliner Morgenpost berichtet, dass es immer wieder zu Razzien aufgrund illegaler Spielautomaten kommt. Durch diese Automaten ist es der Mafia möglich, Schwarzgeld zu waschen. Es wurde bereits beschrieben, dass die Glücksspielszene sehr von der organisierten Kriminalität vereinnahmt wird.

Einer der Gründe dafür ist die einfache Möglichkeit zur Geldwäsche. So wurde etwa selbst bei kleinen monatlichen Gewinnen stets ein erheblich höherer Umsatz angegeben.

Das Geld muss zwar versteuert werden, allerdings ist es im Anschluss als legal verdiente Einnahme im Umlauf, obwohl es eigentlich durch illegale Aktionen, wie beispielsweise Waffen- oder Menschenhandel erwirtschaftet wurde. Die lückenlose Kontrolle dieser Automaten, die überall in Städten vorhanden sind, ist nahezu unmöglich.

Das Problem: In die Automaten kann den ganzen Tag Geld hineingeworfen werden, ohne nachvollziehen zu können, woher dieses im Endeffekt stammt. Manipulation, Betrug sowie Geldwäsche sind also bei diese Automaten nicht eindeutig zu beweisen. Es sind demnach nicht nur die Spieler, die diese Automaten nutzen, sondern auch das organisierte Verbrechen.

Das zeigt, dass das illegale Glücksspiel mehr weiterführende Gefahren begünstigt als das Wohl jedes Einzelnen. Erkennbar ist dies alleine an der bloßen Anzahl der Automaten. Diese haben sich in den vergangen Jahren nahezu verdoppelt, so berichtet die Uni Hamburg anhand eines Manuskripts von der ZDF-Dokumentation Frontal 21.

Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken, wäre die Maßnahme, Eintrittsgelder für Etablissements mit Spielautomaten zu verlangen, die wiederum zu dokumentieren sind. So ließe sich die Besucherzahl im Vergleich zum Umsatz errechnen, was das Waschen von Schwarzgeld erschweren würde.

Die Onlineangebote sind ebenfalls zum Geldwaschen geeignet, denn mit Hilfe von Prepaidkarten können die Pokerkonten aufgeladen werden. Diese Karten, die an Tankstellen oder Supermärkten zu kaufen sind, erschweren es, nachzuvollziehen, woher das Geld tatsächlich stammt.

II. „No-Limit“ beim Kartenspiel

Ein weiterer Grund für die Verbreitung des illegalen Glücksspiels sind die No-Limit-Regelungen, die teilweise praktiziert werden. Im Fernsehen werden bei Pokerturnieren Unsummen in den Ring geworfen.

Hobbyspieler, die über ein hohes Budget verfügen, nehmen sich die Profis als Vorbild und erhoffen sich dadurch das große Geld, das zudem nicht zu versteuern ist, da es aus illegaler Quelle stammt. Auf diese Weise ist es möglich, sich mit einem erfolgreichen Spiel erheblich zu bereichern. Das verschafft schließlich einen zusätzlichen Reiz, denn der Spieler bekommt bar das Geld auf die Hand.

Andererseits besteht natürlich das viel größere Risiko, in die Sucht abzurutschen, sein Vermögen zu verspielen oder dem Veranstalter etwas schuldig zu sein. Nichtsdestotrotz sind es dieser Nervenkitzel und die Aussicht auf hohe Gewinne, die das No-Limit Spiel so beliebt und auch so gefährlich machen.

Da die Spieler in der Lage sind, unendlich hohe Beträge zu setzen, sind andere Mitbieter häufig gezwungen, ihr gesamtes Erspartes zu setzen, praktisch „All-In“ zu gehen. Dann kann es vorkommen, dass binnen kürzester Zeit, die gesamten Rücklagen aufgebraucht sind und der Spieler in eine Verschuldung getrieben wird.

Razzien sollen dem illegalen Glücksspiel Einhalt gebieten.
Razzien sollen dem illegalen Glücksspiel Einhalt gebieten.

Die Hilflosigkeit der Justiz

Bisweilen ist die Justiz hilflos, wenn es um die Kontrolle des Glücksspiels geht. Im Staatsvertrag zum Glücksspielwesen steht zwar, dass das Ziel sei, den Spielbetrieb in geordnete Bahnen zu lenken, allerdings verlieren die Verantwortlichen zunehmend die Kontrolle.

Das Beweist ein Beispiel im Bereich der Sportwetten. Über einen langen Zeitraum hatten die Länder eine Monopolstellung, indem sie lediglich eine Firma für diese Wetten zuließen. Allerdings hat sich dieses staatliche Mittel nicht als wirksam bewahrheitet, denn es entwickelte sich infolgedessen ein reger Schwarzmarkt.

Eine sinnvolle Definition des Zufalls entpuppt sich als weiteres Problem, dass sich der Justiz offenbart. So beschreibt diese Publikation, dass gerade beim Kartenspiel die Abgrenzung zwischen Glücksspiel, Gewinnspiel und Unterhaltungsspiel teilweise fließend ist.

Denn im Falle von Poker ist schließlich mehr als nur der Zufall von Bedeutung. Wissen sowie Geschicklichkeit tragen auch zum Erfolg bei, und so handelt es sich hier um eine Mischform, was es für die Justiz so schwer macht, zu differenzieren.

Drei Regeln für das legale Glücksspiel zu Hause.
Drei Regeln für das legale Glücksspiel zu Hause.

Die kleine Pokerrunde zu Hause - Illegales Glücksspiel?

Grundsätzlich ist es nicht verboten, zu Hause auch um Geld, beispielsweise Poker zu spielen. Dabei gibt es einige Regeln, die zu beachten sind.

So darf es keinen Buy-In im Sinne eines „Cash-Games“ geben. Das bedeutet, das Spiel muss in Turnierform stattfinden, bei welchem jeder Spieler im Vorfeld einen fixen Betrag bezahlt, der nicht weiter aufgestockt werden darf.

Darüber hinaus darf das Spiel nur in privaten Räumen ausgetragen werden. Die Runden dürfen also nicht öffentlich stattfinden. Hier müssen Hobbyspieler vorsichtig sein, denn sobald eine geladene Person einen Bekannten mitbringt, der seinerseits niemanden der im Raum befindlichen Spieler kennt, so wird die Runde als öffentlich deklariert, was wiederum verboten ist.

Des Weiteren sollte die Pokerrunde keine Regelmäßigkeit aufweisen, also lediglich zufällig hin und wieder stattfinden. Im Grunde sind diese Spiele um einen gemäßigten Einsatz unter Freunden also legal, sofern besagte drei Aspekte dabei Beachtung finden.

4. Gefahren des illegalen Glücksspiels

Das Spielen in einem lizensierten Casino ist sicherer, zumal sich der Spieler nicht strafbar macht.
Das Spielen in einem lizensierten Casino ist sicherer, zumal sich der Spieler nicht strafbar macht.

Kein Spielerschutz

Ein Problem der Spieler ist die Tatsache, dass viele, gerade bei den Spielhallen ohne Konzession, gar nicht wissen, dass sie sich gerade mit illegalem Glücksspiel vergnügen. Das ist ein häufig anzutreffender Kritikpunkt, denn diese Menschen denken, dass gerade die öffentlichen Angebote auch legal seien.

Oftmals sind sie dies aber nicht, wie eine Studie zeigt, die rund 900 Spielstätten in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin kontrollierte. Bis zu 21 Prozent dieser Betriebe bereicherten sich mit Hilfe von illegalen Spielen, bei vielen weiteren war nicht sicher nachweisbar, in welcher Form diese Tätigkeiten betrieben wurden.

Kein Einsatzlimit

Studien haben festgestellt, dass gerade das ausbleibende Einsatzlimit erhebliche Auswirkungen auf das Spielverhalten haben kann. Spieler werden risikobereiter, wenn sie in der Lage sind, sich immer wieder mit neuem Geld einzukaufen, sofern ein großer Gewinn lockt.

Viele unterschätzen zusätzlich den richtigen Limitaufstieg, denn gerade bei hohen Summen ist Erfahrung und Selbstkontrolle gefragt, über die viele Spieler nicht verfügen. Damit einher geht natürlich, gerade im Falle des pathologischen Spielens, das „Verzocken“ aller wertvollen persönlichen Gegenstände. Spielen ohne Einsatzlimit kann also schnell dazu führen, dass Objekte von Wert, sei es eine Uhr oder ein Smartphone, verloren werden.

5. Rechtliche Konsequenzen

Drei Schutzmechanismen, die Anbieter nachweisen müssen.
Drei Schutzmechanismen, die Anbieter nachweisen müssen.

Für Anbieter

Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, müssen die Anbieter von Glücksspiel über eine staatliche Glücksspiellizenz verfügen.

Der Deutschlandfunk berichtet jedoch, dass europaweit die meisten Anbieter keine Lizenz haben. Durch den illegalen Weg müssen sie keine Überprüfung der Schutzmechanismen wie etwa Identitätsnachweis, Altersnachweis sowie Mehrfachkonten bereitstellen. In diesem Falle würde der Glücksspielvertrag keine Anwendung finden und der Spieler liefe in Gefahr, alles zu verzocken und sich strafbar zu machen.

Demnach steht laut § 284 StGB das Veranstalten sowie das Halten von Glücksspielen, die öffentlich sind, unter Strafe, wenn diese über keine Konzession verfügen.

Wird ein illegales Glücksspiel enttarnt, so drohen dem Veranstalter laut Strafgesetzbuch bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe. Findet dies sogar in einem gewerblichen Rahmen statt, so beläuft sich die Strafe im schlimmsten Fall auf bis zu fünf Jahre. Entscheidend beeinflusst wird das Strafmaß von der Regelmäßigkeit, sofern diese nachgewiesen werden kann, sowie vom monetären Einsatz.

Für Spieler

Hier sieht die Situation schon etwas anders aus. Zunächst muss dem Spieler nachgewiesen werden, dass er an dieser Pokerrunde teilnimmt und dass ihm bewusst ist, tatsächlich um Geld zu spielen. Ist dies der Fall, so droht ihm eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten. Auch in dieser Situation ist jedoch das Strafmaß vom Einsatz und von der Regelmäßigkeit geprägt.

Geldstrafen sind ebenfalls möglich, erkennbar an dem Urteil Az. 1115 Cs 254 Js 176411/13 des Amtsgerichts München, welches hier zu finden ist. In diesem muss ein Online-Black Jack Spieler eine Geldstrafe in Höhe von 63.490 Euro zahlen. Diese war zu entrichten, da der Anbieter über keine gültige deutsche Konzession verfügte.

Dies wurde in den Nutzungsbedingungen zudem so beschrieben, denn es war dort dokumentiert, dass in einigen Ländern das Glücksspiel ohne gültige Lizenz auch für den Spieler unter Strafe steht. Durch das Akzeptieren dieser Angaben machte sich der Spieler schließlich schuldig.

Fazit

Hat der Staat das illegale Glücksspiel noch im Griff? Diese Frage galt es zu beantworten. Und Fakt ist: Es gibt sehr viele Grauzonen, die es dem Staat nicht einfach machen, dieses Problem adäquat zu kontrollieren.

Berichten zufolge gab es besonders bis zum neuen Glücksspielstaatsvertrag große Lücken im Gesetz, die es der Polizei schwer machten, hier richtig durchzugreifen. Der Grund war unter anderem das Urteil des Europäischen Gerichtshofes, welches das staatliche Monopol in Hinblick auf das Glücksspiel kippte. Inzwischen hat sich die Lage jedoch gebessert, sodass regelmäßig Razzien durchgeführt werden können, um dem Problem Herr zu werden.

Nichtsdestotrotz ist permanente Kontrolle in allen Städten erforderlich, um das Aufkommen einzudämmen. Dabei spielen nicht nur die Offline- sondern ebenfalls die Onlineangebote eine wichtige Rolle, denn diese sind im Grunde noch riskanter. Das anonyme und bequeme Spielen von zu Hause lockt viele Betroffene in die Onlinekasinos. Demnach stellen diese eine große Gefahr dar.

Des Weiteren sind die illegalen Angebote häufig günstiger, was viele Spieler dazu verleitet, diese Angebote wahrzunehmen. Zudem ist die Geldwäsche ein Problem. Hier hat sich bisher noch kein Mittel gefunden, um das Aufkommen einzudämmen.

Entsprechend ist die Forschungsfrage nicht eindeutig zu beantworten. Aufgrund des hohen Aufkommens hat der Staat das Problem bisher noch nicht im Griff, ist sich dessen jedoch bewusst und feiert durch gezielte Razzien immer wieder Erfolge gegen dieses organisierte Verbrechen.

Fotos: Pixabay© GregMontani/noelsch/DasWortgewand/TechLine/ariellefisch

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