Das stinkt zum Himmel: Unser Parks und Festival vermüllen

Halle (Saale) - Ein Grillabend im Park oder ein Picknick in der Aue - bei schönem Wetter zieht es viele mit Sack und Pack ins Freie.

Mülltonnen alleine reichen nicht: Zu oft bleiben Verpackungen und anderer Müll in den Parks liegen.
Mülltonnen alleine reichen nicht: Zu oft bleiben Verpackungen und anderer Müll in den Parks liegen.  © DPA

Doch oft bleiben leere Flaschen, Verpackungen und benutzte Grills auf den Wiesen zurück, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Die Kommunen im Land rüsten sich mit Tonnen und strengen Kontrollen an. Doch nach Ansicht von Experten ist es damit allein nicht getan.

"Müll ist für die Natur ein riesiges Problem", sagte Iris Brunar, Mitglied im Landesvorstand des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Magdeburg. Einerseits könnten Tiere die schädlichen Abfälle fressen und daran sogar verenden.

Anderseits zersetze sich beispielsweise Plastik in kleine Partikel und verunreinige Böden oder gelange bei Regen in Seen und Flüsse - und zum Schluss ins Meer.

Viele Kommunen versuchten das Problem aktiv anzugehen. Vor allem in Parks und an öffentlichen Grillplätzen gebe es regelmäßige Kontrollen durch die Ordnungsämter und ausreichend Mülltonnen zum Wegwerfen der Reste, teilten die Stadtsprecher unter anderem in Halle und Magdeburg mit. Das zeigt aus Sicht der Kommunen teilweise Wirkung.

Die Müll-Apokalypse: So schlimm haben die Festival-Besucher das "Rock am Ring"-Gelände in Mendig (Rheinland-Pfalz) 2016 hinterlassen.
Die Müll-Apokalypse: So schlimm haben die Festival-Besucher das "Rock am Ring"-Gelände in Mendig (Rheinland-Pfalz) 2016 hinterlassen.  © DPA

Auch die Veranstalter großer Freiluft-Events rüsten sich - so auch in Ferropolis. Jedes Jahr würden die Festivalbesucher riesige Müllberge in der Party-Stätte bei Gräfenhainichen hinterlassen, sagte eine Festivalsprecherin. Von kaputten Zelten bis hin zu benutzten Grills - die Abfälle verteilten sich quer über die Zeltplätze und Grünflächen entlang des angrenzenden Sees.

Der Veranstalter habe deshalb vor einigen Jahren die Idee gehabt, die Gäste der Großevents am Aufräumen zu beteiligen: Jeder Besucher bekomme zum Beginn des mehrtägigen Festivals eine Mülltüte für einige Euro, erklärte die Sprecherin weiter. Am Ende könnten die Gäste die gefüllten Tüten abgeben und das Geld oder ein Souvenir bekommen. So sei zumindest ein Teil der Abfälle eingesammelt. Um den Rest kümmerten sich private Firmen, die der Veranstalter beauftrage, hieß es.

"Das Problem kann aber nicht nur mit Tonnen gelöst werden", betonte die Sprecherin des BUND Sachsen-Anhalt. Den Menschen müsse bewusst werden, welchen Schaden ihre Hinterlassenschaften anrichten könnten. Dafür brauche es Aufklärungsarbeit, sagte Brunar.

Zudem müsse die Industrie auf Produkte mit umweltfreundlichen Verpackungen setzen. Denn: "Die meisten Menschen wollen ihre Umwelt nicht kaputt machen."


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0