Hund vor Tierheim sterben lassen: Kein Prozess gegen Tierquäler!

Neubrandenburg - Obwohl ein Hundehalter (28) im Januar einen kleinen Mischling zum Sterben einfach vor ein Tierheim legte, droht ihm kein Strafprozess!

Der Mischlingshund ist verhungert und verdurstet.
Der Mischlingshund ist verhungert und verdurstet.  © Tierheim Neubrandenburg

Ein herzloses Herrchen setzte am 7. Januar bei eisiger Kälte seinen Terrier-Mischling aus und ließ ihn qualvoll sterben – nur 50 Meter vom örtlichen Tierheim entfernt (TAG24 berichtete).

Ein Passant entdeckte das an einem Pfahl festgebundene Häufchen Elend tot. Seine Schnauze war mit einem textilen Maulkorb verschlossen worden, damit er nicht bellen konnte.

Spätere Untersuchungen ergaben, dass der Hund verhungert und verdurstet war! Rund einen Monat später gestand der brutale Tierquäler seine Gräueltat, wie TAG24 berichtete.

Und weil der 28-Jährige eine gegen ihn verhängte Bewährungsstrafe anerkannt und auf Rechtsmittel gegen den Strafbefehl verzichtet, kommt es zu keinem öffentlichen Prozess!

Dies bestätigte eine Sprecherin des Amtsgerichtes Neubrandenburg am Mittwoch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Damit sich der kleine Hund nicht bemerkbar machen konnte, wurde ihm die Schnauze verbunden.
Damit sich der kleine Hund nicht bemerkbar machen konnte, wurde ihm die Schnauze verbunden.  © Tierheim Neubrandenburg

Wegen Tierquälerei wurde dem Beschuldigten eine achtmonatige Freiheitsstrafe aufgebrummt – für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt.

Außerdem setzte es strenge Auflagen: ein dreijähriges Tierhaltungsverbot sowie gemeinnützige Arbeit. Dies sei rechtskräftig. "Zu einer Gerichtsverhandlung wäre es gekommen, wenn die Strafe nicht anerkannt worden wäre, erläuterte die Gerichtssprecherin.

Dümmer als die Polizei erlaubt: Da bei dem toten Hund seine Steuermarke gefunden wurde, konnte das Veterinäramt die Spur bis zu dem Tierquäler und einer Bekannten verfolgen.

Die 31-Jährige muss eine Geldstrafe von 300 Euro bezahlen. Der Hund soll laut der Behörde schon länger in schlechtem Zustand gewesen sein.

Da der 28-Jährige in den Sozialen Medien massiv bedroht wurde, prüft die Staatsanwaltschaft derzeit, ob sie Ermittlungen gegen die Verfasser einleitet.

Titelfoto: Tierheim Neubrandenburg