Fast-Ministerpräsident Kretschmer will schärfer gegen Flüchtlinge vorgehen

Auch Angela Merkel (vorn) reist zum EU-Afrika-Gipfel.
Auch Angela Merkel (vorn) reist zum EU-Afrika-Gipfel.  © DPA

Abidjan - Unmittelbar vor Beginn des EU-Afrika-Gipfels hat der designierte sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) auf einen schärferen Kurs in der Flüchtlingspolitik gedrungen.

"Wir müssen deutlich sagen, dass wir mehr Rückführungsabkommen mit den Herkunftsstaaten brauchen, als wir sie bisher haben", sagte Kretschmer der "Rheinischen Post".

Ferner müssten etwa Polizei und Justiz nötige Abschiebungen konsequent durchsetzen. "Davon abgesehen können wir mit der gleichen Summe, mit der wir einen Flüchtling in Deutschland unterstützen, zehn bis 20 in den Herkunftsländern versorgen. Auch das ist solidarisch."

Am EU-Afrika-Gipfel in der Wirtschaftsmetropole Abidjan des westafrikanischen Landes Elfenbeinküste nimmt am Mittwoch unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil.

Thema ist eine verstärkte Zusammenarbeit der Kontinente. Deutschland und die anderen EU-Staaten erhoffen sich dadurch auch einen Rückgang der unerwünschten Migration über das Mittelmeer.

Kretschmer soll am 9. Dezember von einem Landesparteitag zum neuen sächsischen CDU-Chef bestimmt werden. Anschließend müsste der Landtag ihn zum neuen Ministerpräsidenten wählen. Kretschmer hatte angekündigt, die Union im Freistaat auf einen strikt konservativen Kurs zu führen.

Noch immer kommen viele Asylbewerber in die Bundesrepublik Deutschland.
Noch immer kommen viele Asylbewerber in die Bundesrepublik Deutschland.  © DPA
Michael Kretschmer (42) soll auf einem Parteitag zum sächsischen Landeschef gewählt werden.
Michael Kretschmer (42) soll auf einem Parteitag zum sächsischen Landeschef gewählt werden.  © DPA

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