100.000 junge Afrikaner zur Ausbildung nach Europa? Angela Merkel skeptisch

Bundeskanzlerin Angela Merkel (63, CDU) begrüßt auf dem EU-Afrika Gipfel in der Elfenbeinküste den ghanaischen Staatschef Nana Akufo-Addo.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (63, CDU) begrüßt auf dem EU-Afrika Gipfel in der Elfenbeinküste den ghanaischen Staatschef Nana Akufo-Addo.  © DPA

Abidjan - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht einem Vorstoß von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) skeptisch gegenüber, jährlich mehrere Hunderttausend junge Afrikaner zur Ausbildung nach Europa zu holen.

"Ich bin da erstmal etwas zurückhaltender", sagte Merkel am Mittwoch vor Journalisten am Rande des EU-Afrika-Gipfels in der Elfenbeinküste. Wenn man ins Auge fasse, mit einzelnen Ländern Abkommen zu schließen, müsse zunächst die Nachfrage abgewartet werden.

"Ich denk' nicht gleich in Hunderttausenden." Sie wolle sich nicht auf Zahlen festlegen. "Lassen Sie uns einfach mal starten, dann wäre schon viel gewonnen."

Gabriel hatte vor dem Gipfel in Abidjan in einem ARD-Interview vorgeschlagen, jedes Jahr "mehrere 100.000" junge Afrikaner zur Berufsausbildung nach Europa zu holen - sofern sie Vorkenntnisse haben und nach drei bis vier Jahren freiwillig zurückkehren.

"Wenn junge Leute in Afrika keine Chance auf eine gute Ausbildung haben und keine Chance, Unternehmen zu eröffnen oder in ihnen zu arbeiten, wird es in Afrika nicht zu Frieden und Stabilität kommen", sagte Gabriel.

Hunderttausende junge Afrikaner sollen zur Ausbildung nach Europa kommen? CDU-Politikerin Angela Merkel ist skeptisch (Bildmontage).
Hunderttausende junge Afrikaner sollen zur Ausbildung nach Europa kommen? CDU-Politikerin Angela Merkel ist skeptisch (Bildmontage).  © dpa (Symbolbild)
Den Vorschlag hatte Außenminister Sigmar Gabriel (58, SPD) gemacht.
Den Vorschlag hatte Außenminister Sigmar Gabriel (58, SPD) gemacht.  © DPA

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