Werden die Wölfe schon bald zum Abschuss freigegeben?

Gerissene Schafe bei Cunnewitz. Allerdings: Das Land 
entschädigt betroffene Halter großzügig.
Gerissene Schafe bei Cunnewitz. Allerdings: Das Land entschädigt betroffene Halter großzügig.  © Jonny Linke

Dresden/Magdeburg - Bislang waren Wölfe vor allem bei Naturfreunden gerne gesehen.

Doch je erfolgreicher sich die in Sachsen einst ausgestorbenen Rudel nun wieder vermehren, desto größer wird die Zahl derjenigen, die Isegrim nur zu gerne wieder auf den Pelz rücken würden: Jäger und Schafhalter.

Tatsächlich steigt die Zahl der Schafe, die bei Wolfsangriffen getötet werden, seit Jahren. Das Bundesumweltministerium listet zuletzt für Sachsen 139 gerissenen Schafe auf, in Brandenburg 74, in Sachsen-Anhalt waren es im vergangen Jahr 70 Nutztiere.

Inzwischen sind bundesweit 46 Wolfsrudel registriert, davon allein 15 in Sachsen. Vor allem die Jäger finden: Das reicht. Sie fordern den Abschuss des bislang streng geschützten Raubtieres.

Naturschützer mahnen zur Besonnenheit. „Die Rückkehr des Wolfes ist eine Erfolgsgeschichte“, sagt Christiane Schröder vom Naturschutzbund (Nabu) Brandenburg. Der Wolf erobere sich Lebensräume zurück, weil er nicht mehr gejagt werden darf. Ist ein Revier durch ein Rudel besetzt, finde dort auch keine weitere Ansiedlung statt.

Schäfer wie Torsten Kruse aus Sachsen-Anhalt haben sich zum Schutz ihrer Schafe noch weitere Hunde angeschafft. Seit er seinen jungen Rüden auf seinen beiden Weiden je einen erfahrenen Hund zur Seite gestellt hat, herrscht Ruhe vor dem Wolf.

Kruse: „Mal sehen, wie lange das gutgeht.“

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