Wer muss zittern? Das sind die Abstiegskandidaten der 2. Liga!

Deutschland - Im letzten Jahr hat es den FC Ingolstadt, den 1. FC Magdeburg und den MSV Duisburg erwischt. Diese drei Clubs stiegen aus der 2. Bundesliga ab. Wer sind 2019/20 die Abstiegskandidaten der 2. Liga?

Hier jubelt Magdeburgs Torjäger Christian Beck noch. Dennoch musste sein Club am Ende in den sauren Apfel beißen und absteigen.
Hier jubelt Magdeburgs Torjäger Christian Beck noch. Dennoch musste sein Club am Ende in den sauren Apfel beißen und absteigen.  © Joachim Sielski/zb/dpa

Neu dabei sind nach einer erfolgreichen Drittliga-Saison der VfL Osnabrück und der Karlsruher SC, beide bekannte Zweitliga-Gesichter.

Der SV Wehen Wiesbaden hat es über den Umweg Relegation ebenfalls noch in die zweithöchste deutsche Spielklasse geschafft.

Manche Aufsteiger lassen sich von der Euphorie zum Klassenerhalt tragen, das Beispiel Magdeburg aus dem Vorjahr zeigt jedoch auch, dass es anders gehen kann.

Zudem müssen wohl einige arrivierte Clubs um den Klassenerhalt zittern.

SV Wehen Wiesbaden

Manuel Schäffler soll Wehen Wiesbaden zum Klassenerhalt führen.
Manuel Schäffler soll Wehen Wiesbaden zum Klassenerhalt führen.  © DPA / Uwe Aspach

Für die Hessen wird die Spielzeit 2019/20 ein echtes Abenteuer. Trotz Aufstieg waren Leistungsträger wie Agyemang Diawusie oder Niklas Schmidt nicht zu halten. Oldie Alf Mintzel beendete seine Karriere. Torhüter Markus Kolke zog es überraschend zu Hansa Rostock. Unter den Neuzugängen finden sich wenig klangvolle Namen.

Benedikt Röcker hat sein dänisches Gastspiel bei Bröndby für eine Rückkehr nach Wehen beendet, Michel Niemeyer beim FC Magdeburg Erfahrung in der 2. Bundesliga gesammelt, Marvin Ajani kommt aus Halle. Vielleicht kann ja auch der Paderborner Philipp Tietz an der Seite des erfahrenen Torjägers Manuel Schäffler (30) durchstarten.

Dass der 30-Jährige, der den Ball wie kein Zweiter abschirmen kann, verlängert hat, dürfte Wehens größter Personal-Triumph sein. Die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm beherrscht das schnelle Spiel in die Tiefe, bestach in der Relegation durch Nervenstärke.

Dennoch fehlt es an Zweitliga-Erfahrung im Kader. Wiesbaden ist nicht gerade als Heimmacht bekannt, was auch mit dem kritischen Publikum zusammenhängt. Wenn andere Teams schwächeln, könnte dies die allerdings die Chance für den SVWW sein.

Karlsruher SC

Der Karlsruher Anton Fink ist immer für eine Tor-Überraschung gut.
Der Karlsruher Anton Fink ist immer für eine Tor-Überraschung gut.  © DPA / Heiko Rebsch

Die missglückte Relegation gegen Aue im Mai 2018 hat der Karlsruher SC gut weggesteckt und den Aufstieg ein Jahr später perfekt machen können. Vater des Erfolgs ist der besonnene Coach Alois Schwartz (52). Für die Transfers zeichnet sich Sportdirektor und Ex-Bayern-Profi Oliver Kreuzer verantwortlich.

Er lotste mit dem Duisburger Lukas Fröde einen spielintelligenten und laufstarken Sechser nach Karlsruhe. Zudem lassen zwei Sturm-Verpflichtungen aufhorchen.

Der Schweizer Marco Djuricin und der frühere U-Nationalspieler Philipp Hofmann (Braunschweig) sollen für Tore sorgen. Im letzten Jahr stach auch Marvin Pourie mit 22 Treffern heraus. Darüber hinaus ist Anton Fink immer für eine überraschende Aktion gut.

Schwachpunkt der Badener wird wohl die Abwehr sein. Daniel Gordon (34) und David Pisot (32) wirkten schon früher in der 2. Liga nicht unbedingt sattelfest und sind mittlerweile in die Jahre gekommen.

Im Tor muss Marius Gersbeck erst einmal beweisen, dass er besser als Benjamin Uphoff ist. Für den KSC spricht, dass man nicht nur daheim, sondern auch auswärts gut gepunktet hat. Die Umbauarbeiten im heimischen Wildpark gehen auch diese Saison weiter.

VfL Osnabrück

Die Osnabrücker Hoffnungen ruhen auf Marcos Álvarez, der hier einen Treffer feiert.
Die Osnabrücker Hoffnungen ruhen auf Marcos Álvarez, der hier einen Treffer feiert.  © DPA/ Friso Gentsch

Drittligameister darf sich der VfL Osnabrück nennen, hat den Grundstein für den Aufstieg dank einer famosen Heimbilanz gelegt. 43 von 57 Punkten wurden an der Bremer Brücke gesammelt.

Gute Ausgangsposition auch für die neue Saison. Die Aufstiegself wurde zusammen gehalten.

Mit Kevin Wolze und Lukas Gugganig kommt Zweitligaerfahrung für die Defensive zu den Lila-Weißen.

Moritz Heyer könnte der Osnabrücker Abwehr zusätzliche Stabilität verleihen.

Ansonsten hofft das Team von Trainer Daniel Thioune auf die Geniestreiche und Freistöße von Marcos Álvarez, die schnellen Antritte von Anas Ouahim, die starken Abschlüsse von Benjamin Girth und dass Adam Susac und Maurice Trapp auch eine Liga weiter oben den Laden zusammen halten.

Auch wenn es an Zweitliga-Erfahrung mangelt, ist die Eingespieltheit und der Zusammenhalt das große Plus. Osnabrück kann in den Abstiegsstrudel geraten, aber ebenso eine sorgenfreie Saison spielen.

SSV Jahn Regensburg

Mersad Selimbegovic soll dem SSV Jahn zum Klassenerhalt verhelfen.
Mersad Selimbegovic soll dem SSV Jahn zum Klassenerhalt verhelfen.  © DPA / Andreas Nickl

Vor einer ungewissen Spielzeit steht der SSV Jahn Regensburg. Trainer Achim Beierlorzer hat die Erstliga-Herausforderung in Köln gesucht. Die Abgänge von Sörensen (Nürnberg), Fein (Regensburg), Adamyan (Hoffenheim) und Al Ghaddioui (Stuttgart) zur zahlungskräftigen Konkurrenz wiegen schwer. Die Neuzugänge sind bis auf Sandhausens Tim Knipping eher unbekannte Gesichter. Andreas Albers soll im Angriff Druck von Marco Grüttner nehmen.

Ob Jan-Marc Schneider, Max Besuschkow oder Erik Wekesser das Zeug zu Stammspielern haben, wird sich zeigen. Trainer Mersad Selimbegovic genießt das volle Vertrauen von Sportchef Dr. Christian Keller, muss allerdings auch mit dem kleinsten Kader der Liga auskommen.

Ob es in diesem Jahr reicht, die Abgänge zu kompensieren und auch im Falle von Verletzungen der Konkurrenz stand zu halten, ist unklar. Den Jahn erwartet eine schwere Saison.

SpVgg Greuther Fürth

Startet Marvin Stefaniak, hier noch im "Wölfe"-Trikot bei den Fürthern richtig durch?
Startet Marvin Stefaniak, hier noch im "Wölfe"-Trikot bei den Fürthern richtig durch?  © DPA / Peter Steffen

Der Trainerwechsel zu Stefan Leitl hat der Spielvereinigung Greuther Fürth den Klassenerhalt beschert. Spielten die Fürther früher dauerhaft um den Aufstieg mit, sind die Franken inzwischen meist in der unteren Tabellenhälfte zu finden.

Mit Mergim Mavraj wurde eine erfahrene Abwehrkante verpflichtet. Auch vom starken Standard-Schützen Marvin Stefaniak erhofft man sich belebende Offensiv-Elemente. Genau dort werden jedoch die Abgänge Fabian Reese (Schalke) und David Atanga (Salzburg) den "Kleeblättern" fehlen.

Neben Daniel Keita-Ruel mangelt es an einem wirklichen zweiter Torjäger. Insgesamt waren die Leistungen der Fürther zu wechselhaft. Zwei Erfolge nacheinander gelangen in der gesamten Rückrunde nicht. In Paderborn und gegen Köln geriet die Mannschaft übel unter die Räder.

Die SpVgg muss aufpassen, dass sie den Start erwischt. Mit Aue kommt ein Gegner auf Augenhöhe zum Auftakt in den Sportpark Ronhof.

Aue, Dynamo, & Co.: Wer rutscht unten rein?

Viele Vereine kann es treffen, dass sie unten reinrutschen. Auch die SG Dynamo Dresden, bei der Tor-Stürmer Moussa Koné (vorn) ausfällt, ist ein Kandidat.
Viele Vereine kann es treffen, dass sie unten reinrutschen. Auch die SG Dynamo Dresden, bei der Tor-Stürmer Moussa Koné (vorn) ausfällt, ist ein Kandidat.  © DPA / Robert Michael

Allein von den Einzelspielern scheinen die Top-Clubs Hamburg, Hannover, Stuttgart und Nürnberg der Zweitliga-Konkurrenz klar überlegen. Im Umkehrschluss könnte dies bedeuten, dass die Aufstiegsränge vergeben sind, ansonsten fast oder mehr als die Hälfte der Liga zittern muss.

Zwei Jahre hing die SG Dynamo Dresden zuletzt im Abstiegskampf fest. Auch wenn sich das Team von Trainer Cristian Fiel spielerisch weiterentwickelt hat, ist die SGD Wackelkandidat. Im Sturm drückt der Schuh, zumal Torjäger Moussa Koné verletzt ausfällt. Ein gesuchter neuer Angreifer ist noch nicht da. Im Tor ist völlig offen, wer den nach Schalke gewechselten Markus Schubert ersetzt.

Wird es auch für Erzgebirge Aue eine schwere Saison?

Das Team von Trainer Daniel Meyer ist im Kern zusammen geblieben, ließ in der Vorbereitung mit einem 4:1 gegen Bundesligist Hertha BSC aufhorchen, ist im Angriff jedoch stark von Pascal Testroet abhängig.

Fällt Testroet aus, muss für ihn Jan Hochscheidt in die Bresche springen. Die Dreierabwehrkette verfügt mit Sören Gonther und Steve Breitkreuz über jede Menge Erfahrung. Beide sind jedoch anfällig für Verletzungen und nicht die schnellsten Verteidiger. Auch zu Torhüter Martin Männel fehlt eine adäquate Alternative.

Möglich ist aber auch, dass Vereine wie Darmstadt oder Sandhausen zittern müssen. Bei den Hessen muss Trainer Dimitrios Grammozis zeigen, dass Neuzugänge wie Erich Berko, Braydon Manu und Fabian Schnellhardt den Verein wirklich voranbringen.

Es kann schneller gehen, als man manchmal denkt! Den SV Sandhausen hatte vor der letzten Saison auch kaum jemand auf der Abstiegsrechnung, ehe die Truppe von Kenan Kocak unten reinrutschte und erst durch einen fulminanten Schlussspurt unter Uwe Koschinat der Sprung auf den rettenden Platz 15 gelang.

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