Warum posten jetzt alle etwas über 219a ?

München - "Mein Bauch gehört mir", sagt Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen in Bayern. Na klar, wem denn sonst? Sollte man denken! Doch 2019 ist die Selbstbestimmung der Frau auch in Deutschland nicht selbstverständlich und Abtreibungen noch immer ein Tabu-Thema. Mit einem bundesweiten Aktionstag kämpft ein Bündnis für die sexuelle Selbstbestimmung der Frau und gegen den Paragraf 219a StGB.

Katharina Schulze (33, die Grünen) protestiert online gegen den Paragraf 219a; viele tuen es ihr nach und setzten Zeichen. (Bildmontage)
Katharina Schulze (33, die Grünen) protestiert online gegen den Paragraf 219a; viele tuen es ihr nach und setzten Zeichen. (Bildmontage)  © Screenshot Instagram kathaschulze, jiggyjules

Seit den 70er Jahren kämpfen Frauen für "ihre Bäuche". So seltsam sich das zuerst anhört: Gemeint ist, dass Frauen selbst entscheiden wollen, ob sie ein Kind bekommen oder nicht; sie wollen nicht länger Männer bestimmen lassen.

Doch auch 2019 wird noch über das Abtreibungsrecht von Frauen gestritten.

Katharina Schulze posten einen Aufruf auf Instagram. Zu ihrem Foto schreibt sie: "Heute ist der bundesweite Aktionstag #wegmit219a des Bündnisses für Selbstbestimmung!". Schulze fordert: "Die Kriminalisierung von Ärzt*innen muss aufhören und wir brauchen eine bessere flächendeckende medizinische Versorgung von Frauen, damit sie u.a. ausreichend Beratung und sachliche Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch bekommen können!".

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung hat zum Protest gegen den Paragraf 219a aufgerufen. Neutrale Information über einen legalen Schwangerschaftsabbruch soll nicht länger unter Strafe stehen. Der Paragraf soll abgeschafft werden und so Klarheit für Frauen und Ärzte schaffen.

Das Bündnis wünscht sich "freie und erfüllte Frauen, glückliche Mütter und glückliche Kinder". Frauen sollen nicht behandelt werden, als seien sie nicht dazu fähig, die richtige Entscheidung über ihre Leben zu treffen. Ärzte dürfen nicht dafür verurteilte werden, dass sie Information anbieten und Abbrüche durchführen.

Bei unerwünschte Schwangerschaft sind Frauen nicht allein verantwortlich, aber die Folgen tragen sie selbst. Nur Frauen solltet deshalb auch über die Folgen entschieden dürfen.

Abtreibungsparagraf: Um was genau geht es im § 219a StGB?

Die Regierung streitet schon seit langem über den Paragraf 219a: Er regelt, dass Ärzte keine Werbung für Schwangerschaftsabbrüche machen dürfen. (Archivbild)
Die Regierung streitet schon seit langem über den Paragraf 219a: Er regelt, dass Ärzte keine Werbung für Schwangerschaftsabbrüche machen dürfen. (Archivbild)  © DPA

Der Paragraf (hier nachzulesen) verbietet die sogenannte "Werbung" für Abtreibungen. Ein Arzt darf zum Beispiel auf seiner Internetseite nicht mitteilen, dass er Schwangerschaftsabbrüche durchführt.

Für viele Frauenrechtler gibt dies Grund zum Aufruhr. Auch Carolin Kebekus, entrüstet sich in einem Video: "Information ist keine Werbung", sagt die Comedian in einem Clip auf Instagram. Wie auch die Grünen-Politikerin Katharina Schulze, setzt sie im Netz ein Zeichen.

Unter den Hashtags #219a #wegmit219a und #keinekompromisse schließen sich viele Frauen im Netz an.

Bundesweit finden am Samstag Kundgebungen zum Paragraf 219a statt. Auf der Internetseite des Bündnissen werden sämtliche Standorte der Aktion bekanntgegeben.

Titelfoto: Screenshot Instagram kathaschulze, jiggyjules


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