Ad Astra im Kino: Darum geht es in Brad Pitts gigantischem Weltraum-Spektakel

Dresden - Bombastische Bilder! Das Science-Fiction-Drama "Ad Astra" von Regisseur James Gray ("Helden der Nacht") liefert mit die schönsten Kinobilder des Jahres ab.

Mondkampf
Mondkampf  © PR/2019 Twentieth Century Fox

Im Fokus steht allerdings eine spannende Geschichte: Die nahe Zukunft ist die Zeit der Hoffnung und auch des Konflikts. Die Menschheit blickt nach oben zu den Sternen auf der Suche nach intelligentem Leben in den Weiten des Weltalls.

Der perfekt geschulte Astronaut Roy McBride (Brad Pitt) arbeitet nahe der Erde auf einer Raumstation, als ein Phänomen namens "die Welle" sie zerstört und Roy nur mit viel Glück überlebt.

Als er wieder fit ist, wird er in eine Geheimmission eingeweiht. Sein Vater Clifford McBride (Tommy Lee Jones) leitete vor vielen Jahren das Lima-Projekt und verschwand mit seinem Schiff 16 Jahre nach seinem Aufbruch.

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Er experimentierte mit streng geheimem Material, welches das gesamte Sonnensystem gefährdet und alles Leben auf der Erde auslöschen könnte.

Also verabschiedet sich Roy von seiner Frau Eve (Liv Tyler) und bricht an der Seite von Colonel Pruitt (Donald Sutherland) auf, um herauszufinden, was genau sein Vater tat und ob er doch noch am Leben ist.

Auf dieser interstellaren Reise hat er mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. So gibt es auf dem Mond beispielsweise eine Schlacht um Ressourcen, Leben und Tod mit Banditen...

Kameramann Hoyte Van Hoytema erschafft in "Ad Astra" cineastische Bilder voll Poesie

Mars
Mars  © PR/2019 Twentieth Century Fox

Der Film, der seine Weltpremiere erst vor wenigen Wochen am 29. August im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Venedig 2019 feierte und dort von den Kritikern positiv aufgenommen wurde, überzeugt.

Allerdings muss man wissen, worauf man sich einlässt. Wer hier einen Sci-Fi-Reißer wie "Gravity" erwartet, wird sich schnell wie im falschen Film fühlen.

Denn Gray legt wie bei seinem Berlinale-Meisterwerk "Die versunkene Stadt Z" Wert auf Entschleunigung und deshalb auf ein eher langsames Erzähltempo.

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Zuschauer, die sich nicht zu Cineasten zählen und Action pur sehen wollen, werden hier vergleichsweise wenig geboten bekommen.

Alle anderen dürfen sich über ein tiefschürfendes, beeindruckendes Drama freuen, das noch lange im Gedächtnis bleibt.

Das liegt auch an der meisterlichen Kameraführung des Schweizer Ausnahmekünstlers Hoyte Van Hoytema ("Interstellar"), der betörende Bilder voller Poesie auf die Leinwand zaubert und somit für Verzückung sorgt.

Zumal sich seine Arbeit perfekt mit den großartigen Spezialeffekten, den herrlichen Locations und der erhabenen Musikuntermalung des deutschen Komponisten Max Richter ("Werk ohne Autor") ergänzt, was für eine hypnotische Bildwucht sorgt, für die alleine sich der Kinobesuch lohnt.

Brad Pitt begeistert mit einer überragenden Leistung in "Ad Astra"

Raumschiff
Raumschiff  © PR/2019 Twentieth Century Fox

Noch sehenswerter wird "Ad Astra" durch die Leistungen seines prominenten Casts. Besonders Pitt ("Once Upon A Time In Hollywood") tut sich hier hervor und zeigt eine, wenn nicht DIE stärkste Performance seiner gesamten Karriere.

Er verleiht seinem vielschichtigen Charakter eine beeindruckende Tiefe ohne ihn zu entmystifizieren. Pitt stellt die innere Zerrissenheit und die Verletzlichkeit hinter der coolen Schale seiner Figur stark dar und würde den Film damit auch im Alleingang tragen.

Seine Leistung wird durch Hollywood-Legenden wie Jones (Kay in der "Men in Black"-Trilogie) und Sutherland (Präsident Snow in "Die Tribute von Panem"), die ihm die Bälle gekonnt zuspielen, noch einen Tick besser.

Deutlich schwieriger als der Cast ist die Geschichte zu bewerten. Denn auf der einen Seite regt sie zum Nachdenken an und stellt universelle Fragen zum (Über-) Leben der Menschheit in den Mittelpunkt. Auf der anderen Seite werden genau diese Fragen nicht immer beantwortet. So ist vieles in "Ad Astra" Interpretationssache. Ein intellektueller Ansatz, der nicht jedem gefallen dürfte.

Negativ fällt die unrealistische Darstellung der Schwerelosigkeit an einigen Stellen auf. Hier wird Pitt mitunter eher wie ein Superheld aus dem Marvel-Universum inszeniert, was nicht zum sonstigen, ernsten Ton passt.

Emotionale Nähe baut sich in "Ad Astra" nur teilweise auf

Brad Pitt zeigt in "Ad Astra" eine überragende Leistung.
Brad Pitt zeigt in "Ad Astra" eine überragende Leistung.  © PR/2019 Twentieth Century Fox

Als problematisch erweist sich auch, dass es dem Drama nur phasenweise gelingt, die Zuschauer auch emotional zu packen, weshalb man nie zu einhundert Prozent in den Film abtauchen kann und das ganze Geschehen meistens ein wenig distanziert betrachtet.

Trotzdem gelingt es Gray und seinem Werk mit einer spannungsgeladenen Atmosphäre über die gesamten 122 Minuten zu fesseln, zu unterhalten und für Kurzweil zu sorgen.

Denn vorhersehbar ist "Ad Astra" glücklicherweise nicht geworden. Dafür sind Drehbuch und Dialoge zu gut und geheimnisvoll. Gerade die Dialoge lassen sich (fast) immer in mehrere Richtungen deuten, was für zusätzlichen Nervenkitzel sorgt und das Publikum bei der Stange hält.

Dazu tragen auch der Facettenreichtum und die Ausgewogenheit der Story bei, die umfangreich ist und dennoch nicht überladen wirkt.

Zudem ist das Drama ein Werk geworden, das man sich mehrfach angucken kann, weil es über einen solchen Detailreichtum verfügt, dass man beim ersten Kinobesuch gar nicht alles entdecken kann. Auch deshalb dürfte "Ad Astra" bei den "Oscars" im kommenden Jahr ein gehöriges Wörtchen mitreden.

Titelfoto: PR/2019 Twentieth Century Fox

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