Höhere Beitrage für den ADAC? So teuer wird eine Mitgliedschaft

München - Die ADAC-Führung will die Beiträge für die 21 Millionen Mitglieder erhöhen und die Ämtertrennung an der Vereinsspitze verschärfen.

Der ADAC überlegt die Beiträge für seine Mitglieder zu erhöhen. (Symbolbild)
Der ADAC überlegt die Beiträge für seine Mitglieder zu erhöhen. (Symbolbild)  © Rene Ruprecht/dpa

Darüber entscheiden soll eine außerordentliche Hauptversammlung, zu der am Donnerstag (13.00 Uhr) rund 200 Delegierte in München zusammenkommen.

Die Basis-Mitgliedschaft soll nach den Plänen von ADAC-Präsident August Markl statt 49 demnächst 54 Euro pro Jahr kosten, die von den meisten Mitgliedern gewählte Plus-Mitgliedschaft soll um 10 Euro teurer werden und 94 Euro kosten.

Neu einführen will der ADAC eine Premium-Mitgliedschaft mit weltweiter Pannenhilfe, Rückholdienst und Abschleppen in die Wunschwerkstatt für 139 Euro Jahresbeitrag.

Die Beitragserhöhung wäre die erste seit 2014. Sie soll dem Verein mindestens zehn Prozent mehr Geld in die Kasse bringen. Denn die Einnahmen reichen nicht mehr, um Pannenhilfe, Dienstleistungen, Digitalisierung und die inzwischen auch für die Pannenhilfe fällige Versicherungsteuer zu bezahlen: Operativ schreibt der Verein rote Zahlen. Markl sagte: "Eine höhere Effizienz und die Beitragsanpassung zusammen sorgen dafür, dass der ADAC finanziell gut aufgestellt ist und 2020 schwarze Zahlen schreiben kann."

Dabei helfen sollen auch Einsparungen bei der Mitgliederzeitschrift "Motorwelt". Statt zehnmal soll sie nur noch viermal jährlich erscheinen. Die Mitglieder bekommen sie auch nicht mehr ins Haus geschickt, sondern können sie in Edeka- und Netto-Supermärkten abholen. Das spart gut 50 Millionen Euro Portokosten.

Ob die Rechnung mit der Beitragserhöhung ganz aufgeht, ist offen. Das Vergleichsportal Verivox hatte ADAC-Mitglieder unter seinen Nutzern dazu befragt: 3385 antworteten - Ergebnis: 65 Prozent ärgerten sich über die Erhöhung, 45 Prozent würden ihre Mitgliedschaft kündigen, 14 Prozent hielten die Erhöhung für gerechtfertigt.

Update: ADAC-Hauptversammlung beschließt Beitragserhöhung

Wer die Pannenhilfe der "gelben Engel" in Anspruch nehmen will, muss Mitglied beim ADAC sein. (Archivbild)
Wer die Pannenhilfe der "gelben Engel" in Anspruch nehmen will, muss Mitglied beim ADAC sein. (Archivbild)

Der ADAC erhöht die Beiträge für die 21 Millionen Mitglieder. Das hat die außerordentliche Hauptversammlung des Vereins am Donnerstag in München mit 96 Prozent der Stimmen beschlossen.

Der Jahresbeitrag im Basistarif wird demnach im April von 49 auf 54 Euro steigen. Die bisher von 72 Prozent der Mitglieder gewählte Plus-Mitgliedschaft wird 10 Euro teurer und kostet künftig 94 Euro.

Neu eingeführt wird eine Premium-Mitgliedschaft mit weltweiter Pannenhilfe, Rückholdienst und Abschleppen in die Wunschwerkstatt für 139 Euro Jahresbeitrag.

Der Antrag wurde ohne Aussprache bei lediglich neun Gegenstimmen angenommen. Zwei enthielten sich, 228 Delegierte stimmten dafür. Im Vorfeld habe es aber einen intensiven Austausch und lebhafte Diskussionen gegeben, sagte ADAC-Präsident August Markl.

Auch eine Satzungsänderung stand noch auf der Tagesordnung der Hauptversammlung. Damit sollen die Machtverhältnisse in den eheranamtlichen Gremien neu austariert und der angestellten Geschäftsführung mehr Verantwortung übertragen werden.


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