Ärzte wollten sie sterben lassen: Jetzt kämpft die 5-Jährige weiter um ihr Leben

London (Großbritannien) - Seit Februar leidet die 5-jährige Tafida Raqeeb an den Folgen eines geplatzten Gerinnsels im Gehirn. Ärzte wollten ihre lebenserhaltenden Geräte abstellen. Seitdem kämpften ihre Eltern Mohammed Raqeeb (45) und Shelina Begum (38) vor Gericht um die Weiterbehandlung ihrer Tochter. Anfang Oktober fiel die Entscheidung. Tafida darf leben.

Die kleine Tafida darf leben! Behandelt wird sie seit Dienstag in Italien.
Die kleine Tafida darf leben! Behandelt wird sie seit Dienstag in Italien.  © Screenshot/twitter/

Eine ungewöhnliche Entscheidung des Obersten Gerichts in London. In ähnlichen Fällen sprachen sich Richter nämlich meist für die Ärzte aus und ließen die lebenserhaltenden Geräte abschalten.

Im Fall Tafida hatten die Ärzte jede Hoffnung aufgegeben, da das Mädchen durch das geplatzte Gerinnsel im Gehirn irreparable Hirnschädigungen davongetragen hatte, so die "Sun".

Ihre Eltern waren fassungslos. Schließlich sei ihr Kind nicht Hirntod! Es könne Schmerzen spüren, sei wach und aufmerksam und verfolge sogar mit ihren Augen, wo sich ihre Eltern im Raum befinden, so die Mutter auf ihrer gofundme-Seite.

Seit Februar kämpften die Eltern im Krankenhaus und vor Gericht um das Leben ihrer Tochter und klagten für ihr Recht, ihr Kind weiter behandeln lassen zu dürfen. Und zwar in Italien, wo die Chancen für das Mädchen höher seien.

So einfach ist es aber nicht, sich gegen die behandelnden Ärzte zu stellen.

Zwar dürfen Eltern eigentlich über die Behandlungen ihres Kindes entscheiden, aber nicht, wenn Ärzte der Meinung sind, dass es zwecklos ist und das Kind nur noch leiden müsse. Das letzte Wort hat in solchen Fällen dann das Gericht, das sich meist auf die Diagnose der behandelnden Ärzte verlässt.

So aber nicht im Fall Tafida Raqeeb. Das Gericht überließ der Familie die Entscheidung, wie ihr Kind weiter behandelt werden solle. Ein großer Sieg für die Familie. Aber auch ein hoher Kostenfaktor. Deshalb sammeln sie auf der Spenden-Website gofundme.de, um die hohen Kosten der Behandlungen zu decken.

Am Dienstag war es dann endlich soweit. Tafida wurde nach Genua in Italien geflogen, um dort weiter behandelt zu werden.

Blauäugig ist die Familie aber nicht "Wir lassen uns nicht täuschen. Wir wissen, dass Tafida - auch bei der Behandlung - höchstwahrscheinlich nicht mehr dieselbe sein wird. Aber das gibt ihr die beste Chance."

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