AfD reicht Dienstbeschwerde gegen Bremer Lehrer ein

Bremen - Die Bremer AfD hat Dienstaufsichtsbeschwerde gegen einen Lehrer der Hansestadt eingereicht. Die Partei wirft ihm vor, "die Schüler für seine politische Agenda einzuspannen", wie die AfD am Dienstag auf ihrer Facebook-Seite schrieb.

Die Partei wirft dem Lehrer vor, die Schüler für seine politische Agenda einzuspannen". Symbolbild.
Die Partei wirft dem Lehrer vor, die Schüler für seine politische Agenda einzuspannen". Symbolbild.  © DPA

Die Schulbehörde bestätigte den Eingang der Beschwerde. Weitere Angaben machte eine Sprecherin der Bremer Senatorin für Kinder und Bildung nicht und verwies darauf, dass es sich um eine Personalangelegenheit handle.

Der Lehrer thematisierte laut AfD im Unterricht eine Pressemitteilung eines Bremer AfD-Stadtteilabgeordneten und machte dabei auf das Internet-Portal "AfD-Watch Bremen" aufmerksam. Dies spreche Bände, so die AfD, die von einem "linksextremen Denunziationsportal" sprach.

Die Bremer Grünen-Fraktion wertete die Dienstaufsichtsbeschwerde als Versuch der AfD, kritische Auseinandersetzung mit ihren Positionen im Unterricht zu unterbinden und Lehrkräfte einzuschüchtern. Die sei inakzeptabel. Der AfD passe es offenbar nicht, dass ihr rechtes Weltbild und "ihre perfide Rolle bei der Spaltung der Gesellschaft offenkundig werden", so Fraktionschefin Maike Schaefer.

Bremens SPD-Vorsitzende Sascha Karolin Aulepp betonte, es sei Aufgabe von demokratischem Politikunterricht, sich kritisch mit politischen Inhalten einzelner Parteien auseinanderzusetzen. Mit Blick auf die Hamburger AfD und deren Pläne für eine Lehrer-Meldeplattform gegen mutmaßlich Anti-AfD-Hetze in Schulen, sagte Aulepp: "Hier zeigt die AfD einmal mehr ihr wahres demokratiefeindliches Gesicht!"


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