AfD will Wolfgang Gedeon loswerden

Berlin/Stuttgart - Die AfD hat einen neuen Anlauf genommen, um den Stuttgarter Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon wegen Äußerungen über Juden aus der Partei zu werfen. (TAG24 berichtete)

Der Stuttgarter Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon bezeichnete die Gründung der Vereinigung jüdischer AfDler als "problematisch". (Symbolbild)
Der Stuttgarter Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon bezeichnete die Gründung der Vereinigung jüdischer AfDler als "problematisch". (Symbolbild)  © DPA

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sprach sich der Bundesvorstand der Partei am Montag in einer Telefonkonferenz einstimmig für ein Parteiausschlussverfahren aus.

Außerdem sprach der Vorstand nach Angaben aus Teilnehmerkreisen eine Abmahnung gegen den bayerischen AfD-Politiker Andreas Winhart aus.

Er hatte bei einem Wahlkampfauftritt mit Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel unter anderem gesagt: "Wenn mich in der Nachbarschaft ein Neger anküsst oder anhustet, dann muss ich wissen, ist der krank oder ist der nicht krank."

Antisemitismusvorwürfe gegen Gedeon hatten 2016 vorübergehend zur Spaltung der AfD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag geführt. Gedeon gehört dem Landesparlament derzeit als fraktionsloser Abgeordneter an.

Er ist aber weiter Mitglied der AfD. (TAG24 berichtete)

Die AfD möchte Wolfgang Gedeon (AfD) wegen Antisemitismus aus der Partei schmeißen. (Fotomontage)
Die AfD möchte Wolfgang Gedeon (AfD) wegen Antisemitismus aus der Partei schmeißen. (Fotomontage)  © DPA

Zuletzt hatte er in der Partei mit Kritik an der Gründung einer Vereinigung jüdischer AfD-ler für Unruhe gesorgt. Gedeon hatte die Gründung der Vereinigung als "problematische Angelegenheit" bezeichnet. (TAG24 berichtete)

Auf seiner Facebook-Seite schrieb er: "Im günstigsten Fall ist diese Gründung überflüssig wie ein Kropf, im ungünstigsten Fall handelt es sich um eine zionistische Lobbyorganisation, die den Interessen Deutschlands und der Deutschen zuwider läuft."

Begleitet von massiver Kritik jüdischer Organisationen war am 7. Oktober in Wiesbaden die parteiinterne Bundesvereinigung "Juden in der AfD" gegründet worden.

Einen Antrag des AfD-Landesvorstandes auf Parteiausschluss für Gedeon hatte das Landesschiedsgericht Anfang 2018 unter Verweis auf formale Gründe zurückgewiesen.

In erster Instanz ist jetzt erneut das Landesschiedsgericht zuständig. Zuletzt hatten sich vor allem Weidel und AfD-Chef Jörg Meuthen dafür ausgesprochen, Gedeon aus der Partei auszuschließen.

Titelfoto: DPA


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