Bei Antisemitismus-Debatte: Berliner AfD-Chef vergleicht SPD mit NSDAP

Berlin - Eine Rede von AfD-Partei- und Fraktionschef Georg Pazderski (67) hat am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus heftigen Protest und Widerspruch ausgelöst.

Georg Pazderski sorgte mit seiner Rede für Empörung. (Bildmontage)
Georg Pazderski sorgte mit seiner Rede für Empörung. (Bildmontage)  © DPA

Während einer Debatte über den Schutz jüdischen Lebens in Berlin machte er "ungebremste und unkontrollierte Massenzuwanderung" aus muslimischen Ländern für zunehmenden Antisemitismus in Berlin verantwortlich.

Zu den Ursachen gehöre auch ein "Bündnis zwischen arabischen Terroristen und deutschen Linken" sowie die SPD, die sich aus dem "Straßenkampf-Wörterbuch der NSDAP" bediene, meinte Pazderski.

Er spielte damit auf eine frühere Äußerung von SPD-Fraktionschef Raed Saleh (41) an, der auf einer Tagung erklärt hatte, die AfD möge doch in ihre "Rattenlöcher" zurückkehren, aus denen sie gekommen sei.

Saleh reagierte mit Empörung auf Pazderskis Rede.

Dieser habe nicht über Rechtsradikalismus geredet, über rechte Übergriffe auf jüdische Bürger und darüber, dass Vertreter der AfD-Führung "den Holocaust verleugnen und anfangen, zu relativieren". "Das ist eine Schande, wie Sie hier aufgetreten sind", sagte Saleh an die Adresse Pazderskis.

Pazderski solle sich auch dafür schämen, die SPD in die Nähe von Nazis zu rücken, so Saleh. Die Sozialdemokraten hätten 1933 im Reichstag den Nazis vielmehr die Stirn geboten. Als Saleh sagte "Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten...", vollendete ein Zwischenrufer aus Richtung AfD-Fraktion den Satz so: "...die Hitler ins Amt gebracht haben".

Diese falsche Behauptung sorgte für weitere Empörung in anderen Fraktionen. "Diese Typen von der #AfD zeigen mal wieder ihr wahres Gesicht ... verwenden die Propaganda ihrer geistigen Vorfahren. Ekelhaft!", twitterte der SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier.

Mehr zum Thema AfD:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0