AfD-Mann bezeichnet Ende des Zweiten Weltkriegs als "schandhafte Niederlage"

Erfurt - Nach Ansicht der Erfurter Stadträtin Astrid Rothe-Beinlich (Grüne) hätte eine umstrittene Äußerung eines AfD-Stadtrates gerügt werden müssen.

Björn Höcke ist Vorsitzender der AfD in Thüringen. Sein Parteigenosse Klaus-Dieter Kobold wählte im Erfurter Stadtrat unpassende Worte für den 2. Weltkrieg. (Symbolbild).
Björn Höcke ist Vorsitzender der AfD in Thüringen. Sein Parteigenosse Klaus-Dieter Kobold wählte im Erfurter Stadtrat unpassende Worte für den 2. Weltkrieg. (Symbolbild).  © DPA

Der AfD-Politiker Klaus-Dieter Kobold hatte am Mittwoch im Erfurter Stadtrat in Bezug auf das Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland am 8. Mai 1945 von einer "schandhaften Niederlage" gesprochen.

"Aber es war kein Tag der Befreiung, sondern es war ein Tag der neuen Besetzung - mit 40-jähriger russischer Diktatur", sagte Kobold. Auf einen Zwischenruf von Rothe-Beinlich reagierte er mit "Halt die Fresse."

Hintergrund sind Pläne, den 8. Mai kommenden Jahres in Erfurt mit einem Bürgerfest auf einem öffentlichen Platz zu feiern. Darüber beriet am Mittwoch der Stadtrat. Die AfD lehnt das Vorhaben ab.

Die Grünen-Politikerin kritisiert, dass der Stadtratsvorsitzende Michael Panse (CDU) das Verhalten Kobolds nicht rügte.

Der Vorfall soll nächste Woche Thema einer Sitzung des Ältestenrates sein. Panse räumte ein, dass er Kobold einen Ordnungsruf hätte geben müssen.

Dies sei ihm klar geworden, als er sich die Aufzeichnung der Sitzung im Internet erneut angeschaut habe. Den Nachsatz "Halt die Fresse" habe er während der Sitzung am Mittwoch bei der schlechten Akustik im Saal nicht gehört.

Astrid Rothe-Beinlich war von dem AfD-Mann beschimpft worden.
Astrid Rothe-Beinlich war von dem AfD-Mann beschimpft worden.  © DPA
Klaus Dieter Kobold.
Klaus Dieter Kobold.  © AFD Thüringen

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