Wirrwarr um AfD-Kandidat: Bürgermeister nun doch zur MP-Wahl anwesend

Erfurt - Der AfD-Kandidat für den Posten des Thüringer Ministerpräsidenten, Christoph Kindervater, will nun doch persönlich bei der Wahl im Erfurter Landtag anwesend sein.

Christoph Kindervater ist der Kandidat der AfD.
Christoph Kindervater ist der Kandidat der AfD.  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Er habe seine Dienstreise in Hessen verschieben können, teilte Kindervater in der Nacht zum Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Zunächst hatte der parteilose ehrenamtliche Bürgermeister von Sundhausen angegeben, er könne am Mittwoch wegen der Dienstreise nicht im Landtag anwesend sein.

In Thüringen soll am Mittwoch ein neuer Ministerpräsident gewählt werden. Die AfD hatte Kindervater am Montag als Gegenkandidat zu Bodo Ramelow (Linke) für die Ministerpräsidentenwahl aufgestellt.

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Mit ihrem Wahlvorschlag wolle die AfD zeigen, wie man eine Neuauflage eines rot-rot-grünen Regierungsbündnisses in Thüringen verhindere, sagte AfD-Landessprecher Stefan Möller.

Einen Tag vor der geplanten Ministerpräsidentenwahl in Thüringen wollen Linke, SPD und Grüne zudem am Dienstag ihren Koalitionsvertrag offiziell unterzeichnen.

Rot-Rot-Grün unterschreiben Regierungsvertrag

Zuvor hatten sich Sozialdemokraten und Grüne auf Parteitagen sowie die Linke mithilfe einer Mitgliederbefragung den Segen von der Parteibasis dafür geholt. Die drei Parteien sind bereits seit 2014 Regierungspartner, verloren aber bei der Landtagswahl Ende Oktober ihre Mehrheit im Parlament. Sie kommen nur noch auf 42 von 90 Sitzen.

Mit Spannung wird daher die Wahl des Ministerpräsidenten am Mittwoch im Landtag in Erfurt erwartet. Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) will Regierungschef bleiben.

In den ersten beiden Wahldurchgängen braucht ein Kandidat die absolute Mehrheit, um gewählt zu werden, im dritten nur die relative Mehrheit. AfD, CDU und FDP haben zusammen 48 Sitze im Parlament und könnten diese Mehrheit theoretisch bilden.

Allerdings hatten CDU und FDP stets ausgeschlossen, einen Kandidaten der AfD zu unterstützen. Die FDP will Thomas Kemmerich als Kandidaten aufstellen - allerdings nur im dritten Wahlgang und unter der Voraussetzung, dass noch ein AfD-Bewerber im Rennen ist.

Titelfoto: Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

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