AfD-Kandidatin soll sich Unterschriften erschlichen haben

Gutgläubige Bürger unterschrieben. (Symbolbild)
Gutgläubige Bürger unterschrieben. (Symbolbild)  © 123RF

Gütersloh/Bielefeld - So kurz vor der Landtagswahl in NRW erschüttert die AfD der nächste Skandal! Die potenzielle Kandidatin Sylvia Lillge (42) im Wahlkreis 94 (Gütersloh I - Bielefeld III) soll bei der Zahl der Unterstützungsunterschriften getrickst und gefälscht haben.

Jeder Direktkandidat zur Landtagswahl braucht 100 Unterschriften. Diese werden auf einem Formular des Kresiwahlleiters eingetragen und von der Gemeindeverwaltung des Wohnortes geprüft und dann per Siegel bestätigt.

120 Unterschriften reichte der stellvertretende Wahlleiter Michael Hellweg laut Neue Westfälische ein. 30 davon sollen angeblich noch kurz vor Ablauf der Frist eingegangen sein. Schon zu diesem Zeitpunkt bestand der Verdacht, dass gemogelt wird.

Am Freitag soll sich ein Bürger bei Hellweg gemeldet haben, weil Lillge von Haus zu Haus zog, um angeblich Unterschriften für eine bessere Ärzteversorgung zu sammeln. Eine dreiste Lüge! So wie ihm erging es wohl noch weiteren Personen, die gutgläubig unterschrieben.

Mit dem "Mut zur Wahrheit" nahm die AfD-Kandidatin es wohl nicht ganz so genau. (Symbolbild)
Mit dem "Mut zur Wahrheit" nahm die AfD-Kandidatin es wohl nicht ganz so genau. (Symbolbild)  © DPA

Das Wahlamt schlug Alarm und überprüfte den Fall. Insgesamt wurden 22 Unterschriften als ungültig erklärt! Somit fehlten der 42-Jährigen zwei Unterschriften, um die 100 zu erreichen.

Dass sich Lillge auf solche Art und Weise Unterschriften erschleicht, scheint im absoluten Widerspruch zu dem zu stehen, wie sie sich auf ihrer eigenen Homepage präsentiert.

"Ich trete für eine Überwindung politischer Grabenkämpfe, Ehrlichkeit und Transparenz in der politischen Diskussion ein. (...) Deshalb und um das Vertrauen der Bürger in den Rechtsstaat zurrückzugewinnen, möchte ich mich als Abgeordnete im Landtag in den Dienst Nordrhein-Westfalens stellen", ist dort zu lesen.

Zumindest das Vertrauen in ihre Person dürfte jetzt wohl vorerst bei den meisten gebrochen sein. Kreiswahlleiterin Susanne Koch kündigte bereits an, dass sie die Staatsanwaltschaft einschalten wird.

Sylvia Lillge wollte sich bisher nicht zu den Vorwürfen äußern.

Titelfoto: dpa, 123rf


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