AfD-Jugend verwechselt Flüchtling mit Szene aus Netflix-Serie

Berlin - Im Netz macht derzeit ein Foto von einem jungen Mann, der sich aggressiv vor einem Polizisten aufbäumt die Runde. Ohne jeglichen Respekt steht der Tätowierte im Angesicht zu Angesicht vor dem Beamten.

Dogs of Berlin ist nach Dark die zweite deutsche Netflix-Eigenproduktion.
Dogs of Berlin ist nach Dark die zweite deutsche Netflix-Eigenproduktion.  © Netflix

Ein gefundenes Fressen für die Rechten. Auf Twitter oder in rechten Facebookgruppen wurde das Bild mit zahlreichen Anspielungen auf die Vorkommnisse in Ellwangen geteilt. Dort wurden Polizisten von Flüchtlingen angegriffen, als sie einen Afrikaner abschieben wollten. (TAG24 berichtete)

Wie "Bento" berichtet, sollen auch regionale Gruppen der AfD und der österreichischen FPÖ auf den Zug aufgesprungen sein. Auch Die Junge Alternative Essen, eine Jugendgruppe der AfD, wurde auf das Foto aufmerksam. Auf Twitter schrieben sie dazu: "14-Jähriger #Flüchtling stellt sich mutig einem #Nazi Abschiebepolizisten entgegen."

Was sie allerdings nicht beachtet haben: Bei dem Foto handelt sich nicht um einen Flüchtling, sondern um eine Szene aus der neuen Netflix-Serie "Dogs of Berlin". Nach "Dark" ist es die zweite deutsche Eigenproduktion. Dabei zeigt sich Berlin erneut von seiner kriminellen Seite. Zwei Polizisten (Fahri Yardim und Felix Kramer) müssen den Mord an einem Fußball-Nationalspieler aufklären - und geraten in ein Sumpf von Drogenclans, Neonazis, Hooligans und Mafiosi.

Dementsprechend handelt es sich bei dem aggressiven Mann nicht um einen Geflüchteten, sondern um den Berliner Bodybuilder Vito Pirbazari.

Die Junge Alternative Essen hat ihren Tweet inzwischen gelöscht, doch zahlreiche User haben zuvor Screenshots gemacht. Nun darf sich die AfD-Jugend im Netz einiges anhören.