Dresdner Versandhändler schickt „Nazis-raus!“-Paket an AfD

"Nazis Raus!" prangte auf dem Paketaufkleber für die AfD-Fraktion in Erfurt.
"Nazis Raus!" prangte auf dem Paketaufkleber für die AfD-Fraktion in Erfurt.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Neben Elektronik verschickt der Dresdner Elektronikhändler Cyberport (600 Mitarbeiter) jetzt auch politische Botschaften - ohne es zu wissen: Die Alternative für Deutschland (AfD) im Thüringer Landtag erhielt ein Paket mit der Aufschrift „Nazis raus!“.

Cyberport ist der Fall sichtlich unangenehm und sucht den Täter im eigenen Haus. Demnach wurde offenbar das Adresslabel manipuliert.

„Der Vorfall wird derzeit umfangreich geprüft und erste Anpassungen für den zusätzlichen Schutz der Systemprozesse vor Manipulationen wurden vorgenommen. Auch haben wir Strafanzeige bei der Polizei gestellt“, teilte Cyberport-Sprecherin Alexandra Wünsche auf MOPO24-Anfrage mit.

Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke (43) ist wegen kontroverser Aussagen sehr umstritten.
Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke (43) ist wegen kontroverser Aussagen sehr umstritten.

Die AfD-Fraktion hatte bei Cyberport nach eigenen Angaben Waren im Wert von mehr als 2500 Euro bestellt und auch im Voraus bezahlt.

Auf dem Adressaufkleber und der Rechnung prangte neben dem Namen dann die „Nazis raus!“-Botschaft.

Der Landesvorsitzende der AfD Thüringen, Stefan Möller, sagte MOPO24: „Wir bewerten den Aufdruck ,Nazis raus!‘ ebenso wie unser betroffener Lieferant als inakzeptable Provokation und Beleidigung der Abgeordneten und Angestellten unserer Fraktion.“

Cyberport bittet um Entschuldigung: „Wir bedauern den Vorfall zutiefst, haben dem Kunden bereits eine Stellungnahme zugesendet und uns in aller Form entschuldigt.“

In der Thüringer AfD ist insbesondere der Landesvorsitzende Björn Höcke (43) umstritten. Zuletzt hatte sogar der ehemalige AfD-Fraktionsvorsitzende in Hamburg, Jörn Kruse (58), Äußerungen Höckes über Afrikaner als „eindeutig rassistisch“ eingestuft.

Fotos: dpa/Malte Christians, Sebastian Kahnert; Facebook/Cyberport


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