,Blauer Besen' - so übel verhöhnen Sachsens AfD-Gewinner ihre Parteichefin

Maier über Petry: "Da hätte man einen blau angestrichenen Besen in die Ecke und als Direktkandidaten aufstellen können, der wäre auch gewählt worden."
Maier über Petry: "Da hätte man einen blau angestrichenen Besen in die Ecke und als Direktkandidaten aufstellen können, der wäre auch gewählt worden."

Leipzig - Führende AfD-Politiker in Sachsen haben ihre Landesvorsitzende Frauke Petry (42) zum "Abschuss" freigegeben.

Bei einem Treffen in Leipzig sprachen sich sächsische Bundestagsabgeordnete der Partei zudem dafür aus, Pegida und die "Einprozent"-Bewegung in ihre Arbeit einbinden zu wollen.

In der als "Pressekonferenz der Landesgruppe Sachsen der AfD-Bundestagsabgeordneten" deklarierten Veranstaltung dreier Bundestagsabgeordneter und des Landesvorstandsmitgliedes Jörg Borasch (67), brauchte es am Nachmittag nicht lang, um auf den Punkt zu kommen: "Für uns kann es mit Frauke Petry keine Zusammenarbeit mehr geben", stellte Borasch klar.

Zuvor hatte Petry jede Menge Verbalprügel von ihren "Parteifreunden" einstecken müssen. So machte Vorstandsmitglied und Neu-Abgeordneter Ulrich Oehme (57, Erzgebirgskreis) Petry für die Verhinderung eines AfD-Direktkandidaten in Zwickau verantwortlich.

Die zukünftigen Abgeordneten der AfD im Deutschen Bundestag, Siegbert Droese (r.) und Jens Maier, auf einer Pressekonferenzam 25.09.2017 in Leipzig.
Die zukünftigen Abgeordneten der AfD im Deutschen Bundestag, Siegbert Droese (r.) und Jens Maier, auf einer Pressekonferenzam 25.09.2017 in Leipzig.

Der Dresdner Parteirechtsaußen Jens Maier (55) führte die "mangelnde Unterstützung" von Petry als Grund dafür an, dass er in seinem Wahlkreis als Direktbewerber dem CDU-Mann Andreas Lämmel knapp unterlag.

Dass seine Parteivorsitzende selbst das Bundestagsmandat im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge holte, quittierte Maier geradezu verächtlich: "Da hätte man einen blau angestrichenen Besen in die Ecke und als Direktkandidaten aufstellen können, der wäre auch gewählt worden."

Wohin die Reise der blauen Wahlsieger aus Sachsen geht, erklärte der Leipziger Bundestagsabgeordnete und Vize-Landesparteichef Siegbert Droese (46): "Wir erwägen, mit den Bundestagsabgeordneten aus Sachsen-Anhalt und Thüringen die Landesgruppe Mitteldeutschland zu gründen."

Maier sprach sich zudem dafür aus, Pegida und die "Einprozent"-Bewegung enger in die Parteiarbeit einzubinden. „Wir wollen eine Bewegungspartei sein, die aus der Mitte der Gesellschaft Druck macht“, so Maier. Der umstrittene Richter am Dresdner Landgericht, gegen den unter anderem wegen seines NPD-Lobes ein Parteiausschlussverfahren läuft, stellte erneut seine ganz spezielle Provokationsgabe unter Beweis.

Die Frage, ob er als Bundestagsabgeordneter am 27. Januar bei der traditionellen Feierstunde zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus sich von seinem Sitz erheben werde, quittierte er mit einem inbrünstigen "Selbstverständlich". Um dann fast im gleichen Atemzug zu erklären, dass der 27. Januar ja der Geburtstag von Kaiser Wilhelm II. sei...

Update 18.34 Uhr: Revolte gegen Frauke Petry auch in der sächsischen AfD-Landtagsfraktion!

Neun der 14 Abgeordneten haben ihrer bisherigen Fraktions-Chefin das Misstrauen ausgesprochen. Hintergrund ist Petrys Ankündigung, nicht der AfD-Bundestagsfraktion angehören zu wollen.

„Wir sehen uns als Mandatsträger in der Pflicht gegenüber dem Wähler, für die AfD politisch zu arbeiten und für keine andere Partei oder Gruppierung. Die Wähler haben der AfD und ihrem Programm ihre Stimme gegeben“, heißt es in einer Erklärung bei Facebook. „Unseren sächsischen Parteimitgliedern versichern wir, dass es mit uns eine AfD-Landtagsfraktion geben wird, die der Partei, ihren Mitgliedern und unserem Programm verpflichtet bleibt.“

Unterzeichnet haben die Erklärung unter anderem Carsten Hütter, André Barth, André Wendt und Jörg Urban.


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