"Sie sollten sich schämen": AfD schockt Bundestag mit Schweigen für getötete Susanna

Berlin - Mitten in einer Debatte steht die AfD geschlossen im Bundestag auf und schweigt unangekündigt für die getötetete 14-jährige Susanna aus Mainz. Die scharfe Kritik an der Aktion folgte im Nu. Der Vorwurf: Die Rechtspopulisten nutzen die Tat für ihre Zwecke.

Schweigend gedenkt Thomas Seitz von der AfD-Fraktion im Bundestag während der 37. Sitzung des Bundestages am Rednerpult der ermordeten Susanna F..
Schweigend gedenkt Thomas Seitz von der AfD-Fraktion im Bundestag während der 37. Sitzung des Bundestages am Rednerpult der ermordeten Susanna F..  © Ralf Hirschberger/dpa

Der AfD-Abgeordnete Thomas Seitz (50) argumentierte am Freitagmorgen nicht wie vorgesehen zur Geschäftsordnung, sondern stand schweigend hinter dem Rednerpult - zum "Gedenken an die in Wiesbaden tot aufgefundene Susanna", wie er zuvor sagte.

Die Schweigeminute traf im Bundestag einheitlich auf Unverständnis. "Der Bundestag ist ein Ort der Debatte, aber nicht der politischen Instrumentalisierung von Opfern", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider (42), der nach Seitz ans Pult trat und sprach.

Bei FDP-Amtskollege Marco Buschmann (40) führte die Aktion zu einem "Gefühl der Fremdscham". Und die Fraktionsmanagerin der Grünen, Britta Haßelmann (56), fasste es auf den Punkt für alle Parteien zusammen: "Sie sollten sich schämen".

Die AfD-Fraktionschefs Alice Weidel (39) und Alexander Gauland (77) hätten offenbar selbst Zweifel an der Aktion gehabt. Die beiden hatten sich erst erhoben, nachdem ein Kollege Gauland von hinten angetippt hatte. Weidel zeigte Haßelmann zu dieser Anschuldigung den Vogel, indem sie sich an die Stirn tippte.

Susanna war vor zwei Wochen verschwunden. Ihre Leiche wurde am Mittwoch bei Wiesbaden gefunden, wie TAG24 berichtete. Tatverdächtig ist der irakische Flüchtling Ali B., der nach Aussagen der Staatsanwaltschaft vermutlich vergangene Woche mit seiner gesamten Familie überhastet abgereist ist.

Der 20-Jährige war bereits mehrfach polizeilich aufgefallen und auch mit der Vergewaltigung eines Kindes in Verbindung gebracht worden.

Mitglieder der AfD-Fraktion gedenken während der 37. Sitzung des Bundestages stehend der ermordeten Susanna F..
Mitglieder der AfD-Fraktion gedenken während der 37. Sitzung des Bundestages stehend der ermordeten Susanna F..  © Ralf Hirschberger/dpa

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