Antifa versucht Wahlkampfstand der AfD zu blockieren

Hamburg - Gegen einen Wahlkampfstand der AfD in Hamburg regte sich am Samstag Protest.

Was dieser Demonstrant von der AfD hält, macht er durch den Kothaufen-Emoji deutlich sichtbar.
Was dieser Demonstrant von der AfD hält, macht er durch den Kothaufen-Emoji deutlich sichtbar.  © René Schröder

Zum Start der heißen Wahlkampfphase vor der Bürgerschaftswahl haben Vertreter von SPD, FDP, Grünen und AfD am Vormittag Stände vor der U-Bahn-Haltestelle Farmsen aufgebaut.

Aktivisten der Antifa hatten im Vorfeld zu Protest gegen die ihrer Meinung nach "faschistische AfD" aufgerufen.

Rund 50 Menschen folgten dem Aufruf und kamen mit Transparenten nach Volksdorf. Anfangs stellte sich die Gruppe um den AfD-Stand und blockierte damit den Zugang für interessierte Passanten.

Nach kurzer Zeit zog die Polizei ein größeres Aufgebot zusammen. Die Beamten trennten Demonstranten und AfD-Wahlkämpfer voneinander.

Der Protest musste etwa 50 Meter Abstand halten. Um 13 Uhr wurde die Wahlkampfveranstaltung beendet.

An weiteren Punkten in der Stadt gab es am Samstag Wahlkampfstände der AfD, dabei soll es in Niendorf ebenfalls zu Protest durch die Antifa gekommen sein. Ein verbreitetes Foto zeigt allerdings nur zwei Personen.

Die Gruppe Antifa 393 aus Sasel machte auf Twitter bereits vor Tagen auf weitere Wahlkampfstände der AfD bis zur Bürgerschaftswahl am 23. Februar aufmerksam. Mit weiteren Protesten sollte also gerechnet werden.

Zahlreiche Proteste gegen AfD-Veranstaltungen in Hamburg

Polizisten schützten den AfD-Stand vor dem Gegenprotest.
Polizisten schützten den AfD-Stand vor dem Gegenprotest.  © René Schröder

Die AfD hat in Hamburg generell einen schweren Stand, der sich vor allem in den Wahlergebnissen zeigt. Bei der Bürgerschaftswahl 2015 holte sie 6,1 Prozent, neueste Umfragen sehen sie aktuell bei 7 Prozent. Spitzenwerte wie in Sachsen mit 27,5 Prozent sind nicht in Sicht.

Außerdem gibt es immer wieder starken Protest gegen die Partei.

Zuletzt kam es am Montag zu Tumulten und einem Böllerwurf bei einer AfD-Veranstaltung mit Ex-Parteichef Alexander Gauland (78) im Hamburger Rathaus. Etwa 80 Menschen demonstrierten erst friedlich, dann versuchten sie den Zugang zu blockieren. Die Polizei schritt ein.

Nur wenige Tage zuvor verhinderten Schüler mit einer Blockade, dass Fraktionschef Alexander Wolf (52) an einer Podiumsdiskussion in der Max-Brauer-Schule teilnehmen konnte. Die Veranstaltung wurde daraufhin abgesagt.

Als die AfD Anfang Januar auf ihrem Landesparteitag den Vorstand neu wählen wollte, protestierten draußen 500 Menschen - darunter auch 200 Aktivisten der Antifa.

Bis auf ein paar Böllerwürfe auf Polizisten blieb der Protest friedlich.

Titelfoto: René Schröder


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