"Holocaust geleugnet": Schlammschlacht in der AfD geht weiter!

Kiel - Nach dem Rücktritt der AfD-Landesvorsitzenden Doris von Sayn-Wittgenstein am Dienstag (TAG24 berichtete) geht die innerparteiliche Schlammschlacht weiter.

Doris von Sayn-Wittgenstein hatte am Dienstag ihren Rücktritt bekannt gegeben.
Doris von Sayn-Wittgenstein hatte am Dienstag ihren Rücktritt bekannt gegeben.  © DPA

Der Vorsitzende der Landtagsfraktion, Jörg Nobis, warf ihr auf Facebook vor, sie verbreite Unwahrheiten.

Dem von Sayn-Wittgenstein geführten Landesvorstand bescheinigte Nobis zudem "unpolitischen Müßiggang". Auf Facebook wurde Nobis wegen seiner öffentlichen Kritik am Mittwoch auch offenkundig von Mitgliedern und Anhängern der Partei teils heftig kritisiert.

Sayn-Wittgenstein hatte ihren Rücktritt vom Landesvorsitz bekanntgegeben, nachdem ihr der Bundesvorstand im Dezember die Ausübung des Amtes untersagt hatte (TAG24 berichtete).

Die 64-Jährige hatte 2014 für einen Verein geworben, der mittlerweile auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD steht und vom Verfassungsschutz Thüringen als rechtsextremistisch eingestuft wurde (TAG24 berichtete).

Deshalb wurde Sayn-Wittgenstein am 4. Dezember aus der Fraktion in Kiel ausgeschlossen. Dem Landtag gehört sie aber weiterhin an.

Jörg Nobis (AfD) spricht während einer Pressekonferenz.
Jörg Nobis (AfD) spricht während einer Pressekonferenz.  © DPA

"Um Schaden von der Partei abzuwenden, wäre einzig und allein ihr Austritt aus der Alternative für Deutschland konsequent und folgerichtig gewesen", schrieb Fraktionschef Nobis in seinem Facebook-Eintrag.

"Dem Bundesvorstand liegt eine eidesstattliche Erklärung eines unserer Mitarbeiter vor, in der er detailliert schildert, wie Frau von Sayn-Wittgenstein ihm gegenüber im November 2018 (!) unmissverständlich den Holocaust geleugnet hat", hieß es weiter.

Der Mitarbeiter sei pensionierter Oberstaatsanwalt aus Kiel und selbst kein Parteimitglied.

Update: AfD-Chef fordert Parteiaustritt

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat Doris von Sayn-Wittgenstein nun öffentlich zum Austritt aus der Partei aufgefordert. Meuthen sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch: "Es ist gut, dass sie ihren Rücktritt als Landesvorsitzende erklärt hat, noch besser wäre es, sie würde die Partei verlassen."

Auf die Frage, ob es ihn erschrecke, dass von Sayn-Wittgenstein im Dezember 2017 um ein Haar Co-Parteivorsitzende geworden wäre, antwortete Meuthen: "Ja." Die Überraschungskandidatin war auf einem AfD-Bundesparteitag in Hannover gegen Georg Pazderski angetreten.

Sie zog ihre Kandidatur nach einem Patt schließlich zurück, als sich Alexander Gauland zur Wahl stellte.

Titelfoto: dpa/123RF

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