Tönnies lässt Schalke-Ämter nach Afrika-Aussagen ruhen! Das sind die Reaktionen

Gelsenkirchen - Nun ist es also amtlich. Der Schalke-Boss Clemens Tönnies lässt seine Ämter beim Bundesligisten ruhen - vorerst. Die Reaktionen darauf sind gemischt.

Tönnies begibt sich zunächst für drei Monate aus der Schalker Schusslinie.
Tönnies begibt sich zunächst für drei Monate aus der Schalker Schusslinie.  © Caroline Seidel/dpa

Knapp eine Woche ist vergangen, seit den umstrittenen Äußerungen des Aufsichtsratsvorsitzenden der Königsblauen. Wie TAG24 bereits berichtete, musste sich der 63-Jährige vor dem Schalker Ehrenrat erklären. Kurz vor Mitternacht dann das, was viele forderten und auch vermuteten - und irgendwie auch doch nicht: Clemens Tönnies legt seine Ämter nieder, jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum.

Wie die Schalker auf ihrer Homepage mitteilten, lässt Tönnies "sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats und dessen Vorsitz für einen Zeitraum von drei Monaten ruhen".

Rücktritt geht anders. Wie die Schalker weiterhin mitteilen, ist für sie der "Vorwurf des Rassismus unbegründet", jedoch habe er dennoch "gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen".

Tönnies selbst habe das in dem mehrstündigen Verhör auch eingeräumt und "ein weiteres Mal sein Bedauern zum Ausdruck gebracht". Die Reaktionen auf diesen "Rücktritt auf Zeit" fallen gemischt aus.

Twitter-User prangern unter anderem Widersprüchlichkeit der Schalker an. "Der Schalker Ehrenrat stuft Tönnies Aussage als nicht rassistisch ein. Sie sei aber diskriminierend gewesen, und er lässt deswegen sein Amt für 3 Monate ruhen. Ich habe jetzt irgendwie ein Logikproblem," twitterte ein User.

Wieder ein anderer wirft Tönnies vor, mit "Arroganz und Selbstgerechtigkeit" zu handeln, nachdem er lediglich einen "peinlichen Vierzeiler" verfasst, um sich zu entschuldigen.

Etwas "Galgenhumor" beweist wieder ein anderer: Dieser spricht die Schalker direkt an - in Anlehnung an den Rauswurf von Stürmer und Kapitän Daniel Frahn beim Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC: "da könnt ihr noch was von einem unterklassigen Verein lernen!"

Angela Merkels Afrikabeauftragter möchte seriöse Debatte

CDU-Politiker und Afrikabeauftragter, Günter Nooke, möchte eine ehrliche Debatte zu den Problemen auf dem Kontinent führen.
CDU-Politiker und Afrikabeauftragter, Günter Nooke, möchte eine ehrliche Debatte zu den Problemen auf dem Kontinent führen.  © Kay Nietfeld/dpa

Frahn wurde bereits im Frühjahr auffällig, als er nach einem Torjubel in Gedenken an einen verstorbenen CFC-Ultra ein T-Shirt seiner Hooligan-Gruppe hochhielt. Der Verstorbene sowie die Gruppe sollen tief in der rechten Szene verankert gewesen sein.

Frahn wurde abgemahnt und nun vergangenes Wochenende wieder auffällig, als er beim Spiel gegen den Halleschen FC wohl mit der Gruppe gemeinsam im Block stand.

Inzwischen meldete sich auch der Afrikabeauftragte von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Günter Nooke. Der CDU-Politiker stieß nun eine sachliche Debatte an, bittet um einen ehrlichen Umgang mit offensichtlichen Problemen auf dem Kontinent.

"Die von Tönnies angesprochenen Probleme wie das Verschwinden des Regenwalds und das Bevölkerungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent sind real und darüber muss gesprochen und gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden", so der 60-Jährige zum Redaktionsnetzwerk.

Noch vor der Sitzung des Schalker Ehrenrates am Dienstagabend merkte der Politiker an: "Leider erschweren Sätze wie die von Herrn Tönnies jede konstruktive Diskussion. Wir müssen uns alle um eine angemessene Sprache bemühen. Jeder sollte sich mit Respekt behandelt fühlen".

Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in Paderborn vergangene Woche Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Er sagte, man solle lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren.

Der Zusatz, "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", wurde ihm anschließend zum Verhängnis.

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