Schweinepest-Alarm! Sachsen bereitet sich auf Ausbruch vor

Dresden - Nach 22 Fällen von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Polen nahe der deutschen Grenze sind Experten in Sachsen alarmiert. Anfang Dezember üben die Behörden im Freistaat vier Tage lang den Ernstfall.

In Polen trainierten Veterinärbehörden, Polizei und Militär diese Woche bereits den Ernstfall.
In Polen trainierten Veterinärbehörden, Polizei und Militär diese Woche bereits den Ernstfall.  © dpa/PAP/Marcin Bielecki

So sollen vom 2. bis zum 5. Dezember unter anderem in den Kreisen Bautzen und Leipzig sowie in Dresden-Klotzsche unterschiedliche Szenarien durchgespielt werden. Geprobt wird z.B. das Suchen von Kadavern im Wald mit Drohnen und Wärmebildkameras oder die Simulation eines Seuchenausbruchs bei Hausschweinen.

Die Großübung wird seit dem Frühjahr vorbereitet, damit im Ernstfall die Kommunikation zwischen Kommunen, Behörden, Jägern und Landwirten reibungslos klappt. "Es gibt z.B. auch Telefonlisten für Meldeketten, die vierteljährlich überprüft werden", so Jörg Förster, Sprecher des Sozialministeriums.

Bei einem Ausbruch im Freistaat oder in direkter Grenznähe wird ein Krisenstab einberufen. Leiterin ist Staatssekretärin Regina Kraushaar (55). Auch das Landestierseuchenbekämpfungszentrum (LTBZ) wird aktiviert. Für den Menschen sind die Viren ungefährlich, für Wild- und Hausschweine aber meist tödlich.

Seit Ausbruch 2017 in Tschechien wurden unter anderem die mehr als 3000 sächsischen Schweinehalter über Risiken aufgeklärt. 669.000 Hausschweine gibt es in Sachsen. Bei Befall droht ein sofortiger Exportstopp, zudem müssen betroffene Bestände vernichtet werden. Selbst wenn die Seuche nur bei Wildschweinen ausbricht, sind die Landwirte von Sperrbezirken betroffen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schweinepest den Weg nach Sachsen finde, sei hoch, so Wilhelm Bernstein, Vizepräsident des Landesjagdverbandes. Seine Bitte: Wer ein totes Wildschwein entdeckt, sollte es keinesfalls anfassen, sondern schnellstens Jäger oder Polizei informieren.

Übung in Polen, hier mit einem toten Wildschwein. Bei Auftreten der Seuche muss alles reibungslos funktionieren.
Übung in Polen, hier mit einem toten Wildschwein. Bei Auftreten der Seuche muss alles reibungslos funktionieren.  © dpa/PAP/Marcin Bielecki
In Dresden erprobten Feuerwehr, Veterinäramt und Rathaus bereits 2015 das richtige Verhalten bei Ausbruch der Seuche.
In Dresden erprobten Feuerwehr, Veterinäramt und Rathaus bereits 2015 das richtige Verhalten bei Ausbruch der Seuche.  © Holm Helis
Das Schweinepest-Risiko soll auch durch den Abschuss von Wildschweinbeständen reduziert werden.
Das Schweinepest-Risiko soll auch durch den Abschuss von Wildschweinbeständen reduziert werden.  © dpa/Lino Mirgeler
Staatssekretärin Regina Kraushaar leitet im Fall der Fälle den Krisenstab.
Staatssekretärin Regina Kraushaar leitet im Fall der Fälle den Krisenstab.  © Pawel Sosnowski

Mehr zum Thema Sachsen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0