60 Kilometer von deutscher Grenze nachgewiesen: Afrikanische Schweinepest hat Europa erreicht!

Brüssel - Angesichts des ersten Falls der Afrikanischen Schweinepest in Westeuropa wächst in der EU die Sorge vor weitreichenden Folgen der Seuche.

Bislang wütete die Afrikanische Schweinepest in den östlichen EU-Staaten, nun ist sie 60 Kilometer vor Deutschlands aufgetaucht - bei Wildschweinen in Belgien.
Bislang wütete die Afrikanische Schweinepest in den östlichen EU-Staaten, nun ist sie 60 Kilometer vor Deutschlands aufgetaucht - bei Wildschweinen in Belgien.  © Carmen Jaspersen/dpa

Etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, in der südbelgischen Region Wallonien, wurde das Virus bei zwei Wildschweinen festgestellt, wie belgische Behörden am Freitag bestätigten. Die EU-Kommission forderte die strikte Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen.

Frankreich warnte vor gravierenden wirtschaftlichen Folgen. Die Bundesregierung sieht sich gerüstet. Am Wochenende soll ein EU-Spezialteam in das betroffene Gebiet kommen.

Die Afrikanische Schweinepest wurde demnach in der Gemeinde Étalle entdeckt, im Dreiländereck Belgien, Frankreich und Luxemburg. Sie ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine - Wild- und Hausschweine - befällt und für sie meist tödlich ist.

Der Erreger kann durch direkten Kontakt zwischen Tieren übertragen werden, aber auch durch Speisereste, die von Menschen aus infizierten Gebieten mitgebracht und dann weggeworfen wurden.

Eine schützende Impfung gegen das Virus gibt es bisher nicht. Für den Menschen ist der Erreger ungefährlich, es drohen aber Folgen für Landwirte und Export.

Die EU-Kommission pocht auf höchste Wachsamkeit. Die Bundesregierung sieht sich hingegen gut gewappnet.
Die EU-Kommission pocht auf höchste Wachsamkeit. Die Bundesregierung sieht sich hingegen gut gewappnet.  © Jens Büttner/ZB/dpa

Seit Jahresbeginn wurden nach Angaben des bundesweit zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) in Europa bereits mehr als 5000 Fälle von Afrikanischer Schweinepest nachgewiesen.

Betroffen waren bislang das Baltikum, Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und die Ukraine. Begonnen hatte der aktuelle Seuchenzug 2007 in Georgien am Schwarzen Meer - wahrscheinlich durch Speiseabfälle von einem aus Afrika gekommenen Schiff. Der Erreger gelangte unter anderem nach Russland. Von 2014 an gab es erste Nachweise im Baltikum und in Polen.

Am Wochenende solle ein EU-Tierarztteam in die betroffene Gegend geschickt werden. Der erste Nachweis in Westeuropa weitab von den bisherigen Ausbruchsherden lasse vermuten, dass der Erreger durch den Menschen eingeschleppt wurde, sagte eine FLI-Sprecherin. Das kann beispielsweise durch ein weggeworfenes Wurstbrot passieren, das Wildschweine fressen.

Bisher gibt es noch keinen Fall in Deutschland, doch mit der Zunahme der Infektionen in Europa wächst das Risiko.


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