Hund gepfändet und bei Ebay verkauft: Mops-Affäre landet vor Gericht

Ahlen – Der Skandal um eine gepfändete und bei Ebay verkaufte Mops-Dame (TAG24 berichtete) hat nun ein Gericht erreicht.

Die Mops-Dame "Edda" wurde weggepfändet. (Symbolbild)
Die Mops-Dame "Edda" wurde weggepfändet. (Symbolbild)

Eine Klage gegen die Stadt Ahlen sei beim Amtsgericht eingegangen, sagte der Gerichtsdirektor am Dienstag auf Anfrage.

Bevor es möglicherweise zu einer Verhandlung kommt, können beide Seiten noch Stellung zu der Sache nehmen. Die Käuferin der Mops-Dame "Edda" klagt nach eigenen Angaben (TAG24 berichtete), weil sie den Kaufpreis und die Tierarzt-Kosten erstattet bekommen möchte.

Der Streit sorgt seit Tagen für Wirbel. Die Hündin war nach Angaben der Stadt aus einer Familie in Ahlen gepfändet worden, weil diese hohe Schulden bei der Kommune habe. Der Erlös des Ebay-Verkaufs sei in die Stadtkasse geflossen.

Die Polizeibeamtin Michaela Jordan kaufte das als gesund angepriesene Tier für 690 Euro und stellte dann unter anderem eine schwerwiegende Augenkrankheit fest.

Stadt will Verkauf rückgängig machen

Ein Mitarbeiter der Stadt Ahlen verkaufte den kleinen Hund bei der Auktionsbörse Ebay. (Symbolbild)
Ein Mitarbeiter der Stadt Ahlen verkaufte den kleinen Hund bei der Auktionsbörse Ebay. (Symbolbild)  © DPA

Die Stadt bot inzwischen auf ihrer Homepage an, die Pfändung und Verkauf rückabzuwickeln. "Das wollen weder meine Mandantin noch die Vorbesitzer", sagte Jordans Anwalt Wolfgang Kalla am Dienstag.

Seiner Mandantin gehe es darum, ihren Schaden ersetzt zu bekommen. "Es ist unvertretbar, wie die Stadt hier mit Menschen und Tieren umgegangen ist", sagte er. Er sei zuversichtlich, dass die Klage Erfolg haben könne. Anders als Michaela Jordan zunächst angekündigt hatte, wolle man auf eine Strafanzeige wegen Betrugs vorerst verzichten.

Sollten sich im Prozess am Amtsgericht allerdings konkrete Hinweise auf strafrechtlich relevantes Fehlverhalten seitens der Stadt ergeben, soll die Akte nach Abschluss des Verfahren direkt weiter an die Strafermittler gesandt werden, kündigte der Anwalt an. Nach Angaben des Amtsgerichts ist frühestens in einigen Monaten mit einer Verhandlung zu rechnen.

Titelfoto: dpa/123RF

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