Stadt pfändet Familienhund und verkauft ihn bei Ebay

Ahlen (Nordrhein-Westfalen) - Weil eine Familie die Steuern für ihren Mops nicht bezahlte, wurde ihr von der Stadt das Tier weggenommen und bei Ebay versteigert.

Wegen Steuerschulden wurde der Mops aus seiner Familie gerissen und bei Ebay verkauft (Symbolbild).
Wegen Steuerschulden wurde der Mops aus seiner Familie gerissen und bei Ebay verkauft (Symbolbild).  © 123RF

Wie das Ahlener Tageblatt berichtet, ist dieses Vorgehen der Stadt durchaus rechtens. Die einstige Besitzerin der Hündin Edda gegenüber der Zeitung erzählte, hätten im vergangenen November Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit einem Durchsuchungsbeschluss bei ihr vor der Tür gestanden, um die offene Hundesteuerrechnung einzutreiben.

Unglaublich: Wie die Frau berichtet, sollte zunächst der Rollstuhl ihres querschnittsgelähmten Mannes gepfändet werden. Da dieser aber nicht dem Benutzer, sondern der Berufsgenossenschaft gehörte, wurde dieses Vorhaben fallen gelassen.

Da sonst nichts weiter in der Wohnung zu holen war, konzentrierten sich die "Vollstrecker" auf den Mops, da es sich bei ihm um ein reinrassiges Tier handelte. "Der Hund hätte den höchsten Wert, wurde mir gesagt", zitiert das Ahlener Tageblatt die Besitzerin. Und so wurde Edda den Eltern und ihren drei Kindern (5, 7, 9) einfach weggenommen.

Vor allem für die Kinder ein nur schwer zu verkraftender Verlust. Doch die Verwaltung ließ sich nicht erweichen.

Die Tierarztkosten für die Behandlung des gekauften Mopses waren für die neuen Besitzer fast dreimal so hoch, wie der Kaufpreis.
Die Tierarztkosten für die Behandlung des gekauften Mopses waren für die neuen Besitzer fast dreimal so hoch, wie der Kaufpreis.  © 123RF

Die Hündin wurde von der Stadtverwaltung bei Ebay für 750 Euro zum Verkauf angeboten und einer Polizistin aus Wüfrath verkauft. Ein Schnäppchen, denn normalerweise kosten reinrassige Möpse mit Stammbaum bis zu 1500 Euro. Doch sie wirft der Stadt Ahlen nun arglistige Täuschung vor. Denn in der Beschreibung des Hundes in der Ebay-Anzeige stand unter anderem drin, dass die "1 Jahr alte Mopsdame ... nach Rücksprache mit dem Tierarzt kerngesund" ist.

Letzteres war aber offensichtlich nicht der Fall. Denn nur eine Woche nachdem Edda in ihrer neuen Familie angekommen war, erkrankte sie. "Sie hat eine massive Augenverletzung, die der Tierarzt behandeln musste", beschreibt die neue Besitzerin die Situation im Ahlener Tageblatt.

Sie mussten ihren neuen Hund viermal operieren lassen, die Tierarztkosten beliefen sich auf 1800 Euro. Sie klagt nun gegen die Stadt wegen arglistiger Täuschung.

Gegenüber der Zeitung äußerte sich der Stadtsprecher Frank Merschhaus zu dem Vorfall, der auch aus seiner Sicht ungewöhnlich ist, demnach sei es rechtlich vertretbar, ein Tier zu pfänden, allerdings entspräche der Verkauf des Tieres bei Ebay Kleinanzeigen nicht der üblichen Vorgehensweise bei Vollstreckungen durch die Stadt Ahlen. Der Fall werde nur genau geprüft und "der Sache auf den Grund gegangen".

Einziger kleiner Trost für die Vorbesitzerin von Edda: "Ich weiß, dass sie in guten Händen ist", so die dreifache Mutter.

Titelfoto: 123RF

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